Kirchen auf der Suche nach Versöhnung und Frieden
Kundgebung der Synode der EKD, November 2000
November 2000
Auszug aus:
Kundgebung zum Schwerpunktthema:
Eins in Christus. Kirchen unterwegs zu mehr Gemeinschaft
5. Tagung der 9. Synode der EKD (5. - 10. November 2000, Braunschweig)
"Wo wir selbst im Frieden Gottes leben und ihn je neu erfahren, werden wir fähig zum Friedenstiften unter den Menschen und gegenüber der Kreatur." (Rat der EKD, Juli 1986)
Wir begrüßen den Aufruf des ÖRK zu einer "Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt" (2001 - 2010). Wir müssen gemeinsam die biblischen und theologischen Grundlagen des christlichen Friedenshandelns vertiefen und uns der Formen von Gewalt in unserer eigenen Geschichte bewusst werden. Das Problem der Gewalt gegen Frauen und Kinder bedarf der besonderen Aufmerksamkeit. Wir suchen nach einer Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit auf allen Ebenen menschlichen Zusammenlebens. Wir wollen mit den ökumenischen Organisationen und unseren Partnerkirchen das Engagement für Frieden und Versöhnung in Kriegs- und Konfliktgebieten fortsetzen.
Wir rufen die Kirchen und Gemeinden dazu auf, die Dekade zu unterstützen und sich an ihr zu beteiligen. Wir begrüßen die von der ACK in Deutschland ausgehenden Impulse. In möglichst vielen Bereichen des Gemeindelebens, im Gottesdienst, im Unterricht, in Kindergärten oder in der Erwachsenenbildung, müssen die Überwindung von Gewalt, die friedliche Konfliktschlichtung und der Aufbau einer Kultur des Friedens thematisiert werden. Lokale Aktionsbündnisse sollten ins Leben gerufen und die Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen gesucht werden.
Die Entwicklung von Initiativen zur Gewaltprävention und zur zivilen Konfliktbearbeitung, der Ausbau ziviler Friedensdienste und die Vermittlung von Friedenskräften in Konfliktgebieten sind konkrete Umsetzungen der Anliegen der Dekade zur Überwindung von Gewalt. Für die EKD, ihre Gliedkirchen und Werke liegen heute gerade darin zentrale Aufgaben ihres Friedenshandelns.
