EFAS Newsletter.

Warum Arbeits- und Gesundheitsschutz in der evangelischen Kirche?

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sind auch für die evangelische Kirche wichtige Themen. Zum einen sind hier pro Jahr über 2.000 Arbeitsunfälle mit teilweise schwerwiegenden Folgen zu beklagen. Zum anderen gelten die gesetzlichen Regelungen, z. B. das "Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit" (Arbeitsschutzgesetz - ArbSchG) und das "Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (Arbeitssicherheitsgesetz - ASiG) und die sich daraus ergebenen Verpflichtungen auch für die kirchlichen Arbeitgeber. So muss unter anderem jeder Kleinstbetrieb, zu denen in der Regel auch die rund 15.300 evangelischen Kirchengemeinden mit ihren angeschlossenen Einrichtungen gehören, sicherheitstechnisch betreut werden. Zur Umsetzung der gesetzlich normierten Erwartungen hat die EKD in Zusammenarbeit mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ein spezielles Konzept zur Förderung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes für die evangelische Kirche in der Bundesrepublik Deutschland entwickelt (Präventionskonzept). Dieses Konzept wird kontinuierlich weiterentwickelt und den veränderten gesetzlichen Bestimmungen angepasst.

Unfallgeschehen und Entwicklung der Kosten
Seit Gründung der EFAS und dem Beginn der sicherheitstechnischen Betreuung ist die Zahl der Arbeitsunfälle in der evangelischen Kirche stark gesunken.
Neben der Anzahl der Unfälle hat sich, wie wir aus Statistiken der VBG wissen, auch die Schwere der Arbeitsunfälle in der evangelischen Kirche Unfälle deutlich reduziert. Da der Versicherungsbeitrag der evangelischen Kirche zu den Berufsgenossenschaften unmittelbar von den aufgewendeten Kosten für Unfälle, Heilbehandlungen und Renten der Unfallversicherungsträger abhängt, hat sich der Beitrag gegenüber der Zeit vor der Vereinbarung über ein Präventionskonzept (1997) in etwa halbiert.

Der evangelischen Kirche stehen dadurch heute Geldmittel zur Verfügung, die nicht für die Folgekosten von Unfällen und Verletzungen ausgegeben werden müssen. Neben der ethischen Verpflichtung, die Gesundheit der Menschen zu bewahren, ist Arbeits- und Gesundheitsschutz für die evangelische Kirche auch ein wirtschaftlich lohnendes Unterfangen, da nur ein Bruchteil des "eingesparten" Versicherungsbeitrags für die Prävention verwendet wurde.

Die exemplarische Auswertung von Unfallmeldungen einer Landeskirche ergibt folgende Unfallschwerpunkte:

Unfallhäufigkeiten nach Tätigkeitsbereichen











Klicken sie auf das Bild für eine Vollansicht



Über die Hälfte aller Arbeitsunfälle geschehen in Kindertageseinrichtungen. Die Ursache hierfür liegt weniger an der hohen Gefährdung bei der Tätigkeit als Erzieherin oder Erzieher als an der großen Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesem Bereich.


Die Art der Unfälle und ihre Ursachen können wie folgt in Gruppen zusammengefasst werden. Allerdings hat jeder Unfall seine eigene Geschichte und meistens nicht nur eine Ursache.

Unfallarten










Klicken Sie auf das Bild für eine Vollansicht


Die meisten Unfälle sind durch das Ausrutschen, Stolpern oder Stürze aus anderen Gründen gekennzeichnet. Die Wegeunfälle, d. h. Unfälle auf dem Weg zur Arbeit oder von der Arbeitstelle nach Hause, stellen die zweite große Gruppe dar. Etwa die Hälfte der Wegeunfälle passieren mit dem Auto. Ein weiterer bedeutender Unfallschwerpunkt in der evangelischen Kirche scheint der Transport von Gegenständen zu sein. Viele Unfälle geschehen, wenn Stühle und Tische bewegt werden.

Die weiteren Klassifizierungen der Unfälle geben keine klaren Trends und hängen sehr von der Stichprobe der ausgewerteten Unfallmeldungen ab. Oft gehen aus den Unfallmeldungen die Ursachen für den Unfall auch nicht eindeutig hervor.