Planungen zu Kompetenz-Zentren werden konkreter

Bericht über die 3. Sitzung der Steuerungsgruppe für den kirchlichen Reformprozess

25. Juli 2008

Am 25. Juni 2008 traf sich die Steuerungsgruppe zur Fortführung des gemeinsamen Reformprozesses in der Evangelischen Kirche in Deutschland in Berlin zu ihrer dritten Sitzung. Besonders an der Frage der Kompetenz-Zentren zur Förderung der kirchlichen Arbeit wurde intensiv gearbeitet. Darüber hinaus waren verschiedene andere Themenschwerpunkte des gemeinsamen Reformprozesses Gegenstand der Sitzung.

1) Kompetenz-Zentren
Den Beratungen zum Thema Kompetenz-Zentren lagen die Ergebnisse der Gliedkirchenabfrage zu Grunde, in der die Gliedkirchen um eine Stellungnahme zu drei geplanten Kompetenz-Zentren und um Vorschläge für deren mögliche Standorte gebeten wurden. Im Blick auf diese Zentren (s.u.) zeigten die Rückmeldungen eine insgesamt positive Resonanz. Zu den Zentren wurden von den Gliedkirchen und gliedkirchlichen Zusammenschlüssen zudem verschiedene konzeptionelle Hinweise bzw. prozessuale Vorbehalte geäußert.

a) Kompetenz-Zentrum für Predigtkultur
Die Steuerungsgruppe stellte eine grundsätzliche Zustimmung der Gliedkirchen zu einem Zentrum für Predigtkultur in Wittenberg fest.
Inhaltlich wurde als Ergebnis der gliedkirchlichen Rückmeldungen festgehalten, dass die Predigt im Zusammenhang des gesamten Gottesdienstgeschehens gesehen werden müsse. Dies spräche jedoch nicht dagegen, ein Zentrum des „besonderen Nachdenkens über die Predigt“ zu etablieren, in dem die Arbeit am protestantischen Profil der Predigt inhaltlich fundiert betrieben werde. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass das neue Zentrum für Predigtkultur eine positive Ergänzung zu bestehenden Einrichtungen sei.

b) Kompetenz-Zentrum für Qualitätsentwicklung (besonders im Bereich Gottesdienst und Kasualien)
Auch hier stellte die Steuerungsgruppe die grundsätzliche Zustimmung der Gliedkirchen zu einem Kompetenz-Zentrum für Qualitätsentwicklung (bes. im Bereich Gottesdienst und Kasualien) fest.
Wichtigste Aufgabe des Zentrums sei es vor allem, an der Qualitätsentwicklung von Gottesdiensten und Kasualien zu arbeiten. Ziel sei es dagegen nicht, Gottesdienstformen, liturgische Modelle oder gar Agenden usw. in irgendeiner Weise verbindlich festlegen zu wollen.

c) Kompetenz-Zentrum „Mission in der Region“
Die Gliedkirchenabfrage zu den Kompetenz-Zentren dokumentiert auch für das Kompetenz-Zentrum „Mission in der Region“ eine große Zustimmung.

Die Bewerber für das Kompetenz-Zentrum "Mission in der Region" sollen gebeten werden, Konzeption, Synergie-Effekte und strukturelle Anbindungsmöglichkeiten für den vorgeschlagenen Standort schriftlich und in einer persönlichen Vorstellung näher zu entfalten.

2) Workshop „Leitung und Führung“ (17. – 19. Oktober 2008)
Der Workshop diene dazu, die Wahrnehmung der gegenwärtigen Leitungs- und Führungskultur in der Kirche zu präzisieren. Der Workshop habe so die Stärkung der Strategiefähigkeit der evangelischen Kirche zum Ziel. Die Sensibilisierung für diesen Themenbereich solle dauerhaft erhöht und nach Bedingungen gelingendem Leitungs- und Führungshandelns gefragt werden. Perspektiven sollen erarbeitet und Impulse für weitere Klärungsschritten gegeben werden.
Eine Zuspitzung des Themas Leitung und Führung auf die Frage nach dem „geistlich Leiten“ sei sinnvoll.  

3) Erwachsen glauben – missionarische Bildungsinitiative
In Kürze wird die Dokumentation des Hearings „Erwachsen glauben“, das am 3. Juni im Kirchenamt der EKD stattfand, erscheinen.
Die Steuerungsgruppe begrüßt ausdrücklich die missionarische Bildungsinitiative der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) als ein Schwerpunktanliegen im Reformprozess.
Das Projekt sei als ein von Rat der EKD und der Kirchenkonferenz unterstütztes Vorhaben nicht nur Ausdruck der Reformanstrengungen der EKD, sondern auch Spiegel des guten Zusammenwirkens von EKD und AMD. Die missionarische Bildungsinitiative sei so Teil des gemeinsamen Reformprozesses der EKD.
Der „Kick-off“ der Kampagne für die missionarische Bildungsinitiative soll möglichst schon mit dem Pfingstfest 2009 oder dem Kirchentag in Bremen verbunden werden.

4) Reformationstag 2008
Das Themenheft zum Reformationstag 2008 wird vorgestellt. Ende Juli soll es den Gliedkirchen zur Weiterverbreitung zur Verfügung gestellt werden.
In der Aussprache über die „Martin-Luther-Medaille der Evangelischen Kirche in Deutschland“ wird angemerkt, dass deutlich kommuniziert werden solle, dass es sich bei der Vergabe der Medaille um eine exemplarische Auszeichnung im Rahmen einer weiteren allgemeinen Anerkennungskultur handele für Personen mit „herausragenden Verdiensten“ um den deutschen Protestantismus.

5) Internetplattform „Kirche im Aufbruch“
Die Internetplattform soll eine Verlinkung zu den Internetauftritten der gliedkirchlichen Reformprozesse anbieten.
Um dem Problem, dass oft zu wenige Projekte eingestellt würden, entgegenzuwirken, sei es wichtig, eine effektive Dienstleistung der EKD (Telefoninterviews usw.) für die Sammlung von „Beispielen guter Praxis“ anzubieten. Hierfür seien Ressourcen im EKD-Kirchenamt vorzuhalten.

6) Zukunftswerkstatt  „Kirche im Aufbruch“
Die Konzeption für die Zukunftswerkstatt wird besprochen. Die Veranstaltung solle die Teilnehmenden ermutigen und motivieren und zugleich nach außen wirken.
Die Zukunftswerkstatt habe dabei auch die Funktion einer Gelenkstelle zwischen zwei Ratsperioden in der Form wahrzunehmen, dass ein Zwischenergebnis des bisherigen Reformprozesses gezogen und mögliche Themen für den weiteren Gang benannt werden, ohne dem künftigen Rat vorweg zu greifen.



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