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Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin


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Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in Deutschland - eine Auswahl

Reinhard Hempelmann

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Die nachfolgende Statistik dokumentiert eine nicht zu übersehende religiös-weltanschauliche Vielfalt in Deutschland. Dies gilt im Blick auf die wachsende jüdische, buddhistische und vor allem muslimische Präsenz in unserer Gesellschaft ebenso wie für eine sich entwickelnde innerchristliche Vielfalt. Letztere verdeutlicht sich in zahlreichen neuen christlichen Gemeinschaftsbildungen.
 
Hintergrund dieser Entwicklungen sind u.a. Migration, religiöse Globalisierung und das Sendungsbewusstsein anderer Religionen. Die wichtigste rechtliche Voraussetzung für diesen Vorgang ist die durch das Grundgesetz gewährte Freiheit in der Religionsausübung. Die offene Gesellschaft der Bundesrepublik wird religiös vielfältiger, auch wenn sich bisher nur ein begrenzter religiös-weltanschaulicher Pluralismus entwickelt hat und die in der Evangelischen Kirche in Deutschland verbundenen Landeskirchen und die römisch-katholische Kirche ihre Prägekraft im öffentlichen Leben weiterhin entfalten und keineswegs eingebüßt haben.
 
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist die weltanschauliche Situation durch fortschreitende Säkularisierung bei gleichzeitiger Revitalisierung von Religiosität und Religion geprägt. Nicht Säkularisierung allein, sondern die Entwicklung in Richtung eines religiösen Pluralismus ist der charakteristische Vorgang.

Bezeichnend ist die Gleichzeitigkeit und das Nebeneinander unterschiedlicher Entwicklungen: fortschreitende Säkularisierung und Wiederkehr der Religion, Relativierung und Fundamentalisierung religiöser Wahrheit, Individualisierung und neue Gemeinschaftsbildung. Einerseits steigt die Zahl der Konfessionslosen und dem Religiösen gegenüber entfremdeten Menschen kontinuierlich. Andererseits gibt es seit Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts das, was – reichlich unbestimmt – als „neue Religiosität“ bezeichnet wird.

Die Mitgliederzahlen christlicher Sondergemeinschaften sind in den vergangenen Jahren mehr oder weniger konstant geblieben.

Säkulare Formen von Religiosität, wie sie sich in religiösen Themen und religionsartigen Erscheinungen in Werbung, Fernsehen, Kino, Kunst und Wissenschaft zeigen, wie sie in den Offerten moderner Esoterik und in den Versprechen der Psychoszene vorkommen, bleiben unberücksichtigt.

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Aufstellung dem evangelikal und freikirchlich geprägten Spektrum des Protestantismus. Die Mitgliedskirchen der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) sind deshalb gesondert aufgeführt worden. Ebenso wird auf das Phänomen neuer christlicher Gemeinschaftsbildungen verwiesen, das zahlenmäßig dem der klassischen Freikirchen nahe kommt. In „neuen Gemeinden“ breitet sich vor allem ein evangelikaler und pfingstlich-charismatischer Frömmigkeitstyp aus, dessen weltweite Erfolgsgeschichte auch im deutschsprachigen Kontext Westeuropas zunehmend erkennbar wird.

Das repräsentative „Forum und Arbeitsorgan“ christlicher Gemeinschaften in Deutschland ist die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). In ihr sind 16 Kirchen (u.a. evangelische, römisch-katholische, orthodoxe Kirche, zahlreiche Freikirchen) als Mitglieder sowie vier als Gastmitglieder und damit nahezu alle christlichen Traditionen vertreten (vgl. dazu www.oekumene-ack.de und Taschenlexikon Ökumene, hg. im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland [ACK], Frankfurt a.M./Paderborn 2003). Lesen Sie weiter in unserer Printausgabe. Der Gesamttextbestand dieses Artikels ist als pdf-Datei verfügbar! Bitte beachten Sie hierzu die Anmerkungen oben auf dieser Seite.



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