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Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) in Berlin


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Pressemitteilung Nr. 1/2010 vom 01.04.10 - Beobachtung von Scientology durch Verfassungsschutz dringend geboten

Der am 31. März 2010 in der ARD ausgestrahlte Spielfilm "Bis nichts mehr bleibt" hat die Auswirkungen einer Scientology-Mitgliedschaft wirklichkeitsnah beschrieben. Massiver Druck, finanzielle und psychische Abhängigkeit sind Erfahrungen, über die Aussteiger und deren Angehörige in der Beratungsarbeit immer wieder berichten. Im Rahmen ihres Bildungsauftrags hat die ARD eine notwendige Diskussion über Scientology in der Öffentlichkeit angestoßen.

Scientology ist eine gewinnorientierte Organisation, die das menschliche Bedürfnis nach Selbstkontrolle und Lebensorientierung durch ein geschicktes Kurssystem finanziell ausnutzt. Die scientologische Ideologie ist keine Religion. Die Selbstbezeichnung als "Kirche" ist irreführend und hat eine strategische Absicht. Problematisch ist vor allem der scientologische Traum vom Übermenschen. Er begreift den Menschen als eine Art Maschine. Durch das kostspielige Kurssystem soll der Mensch optimiert, in Wahrheit aber von der Organisation abhängig gemacht werden.

Der seelische Druck auf das soziale Umfeld von neu angeworbenen Mitgliedern ist erheblich und bringt massive Konflikte mit sich. Der Umgang von Scientology mit Kritikern und Aussteigern entspricht nicht der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unserer Gesellschaft. 

Die EZW hält eine Beobachtung von Scientology durch den Verfassungsschutz für weiterhin geboten. Zu fordern sind kritische Informationen über den ideologischen Charakter von Scientology sowie Beratungsangebote für Menschen, die direkt oder indirekt betroffen sind. 

Dr. Michael Utsch
Dr. Matthias Pöhlmann

Berlin, 1. April 2010 


Zum Weiterlesen:
Eine kurze Übersicht im Internet: http://www.ekd.de/ezw/Lexikon_129.php
M. Utsch (Hg.): Wie gefährlich ist Scientology? Berlin 2008 (EZW-Texte 197)