Mit Spannungen leben

Orientierungshilfe des Rates der EKD, 1996

2. Die biblischen Aussagen zu Sexualität und Homosexualität

2.1 Hermeneutische Vorüberlegungen

Christlicher Glaube ist Glaube an Jesus Christus, genauer: Glaube an Gott, wie er sich in Jesus Christus geoffenbart hat. Deshalb ist "der Grund" (I Kor 3,11) des christlichen Glaubens diese Person und nicht etwa das Buch der Bibel. Letztere bezeugt Gottes Heilshandeln an Israel und seine Selbsterschließung in Jesus Christus. Ohne die Bibel hätten wir keine Kunde von diesem Geschehen; deswegen kommt ihr eine unersetzliche Bedeutung zu. Dabei ist sie nicht nur historische Quelle, sondern Glaubenszeugnis, das seinerseits vom Geist Gottes bestimmt und durchdrungen ist. Nicht als eigenständige Offenbarungsquelle neben Jesus Christus, sondern als geistgewirktes Glaubenszeugnis von der Offenbarung Gottes in Jesus Christus ist die Bibel Wort Gottes und wird es immer wieder dort, wo sie als solches gelesen, verstanden und geglaubt wird.

Von daher erweist sich Luthers hermeneutischer Grundsatz, die biblischen Texte an Jesus Christus (als der "Mitte der Schrift") zu prüfen, als sachgemäß. Dieser Grundsatz geht davon aus, daß es in der Bibel mehr oder weniger zentrale Aussagen gibt, und er rechnet sogar mit der Möglichkeit, daß biblische Texte (von der "Mitte der Schrift" aus) zu "tadeln" sein könnten, weil sie nicht christusgemäß sind. Andererseits ist aber festzuhalten, daß nur aus der Bibel - und zwar aus ihrer Gesamtheit - erschlossen werden kann, was christusgemäß ist. Das sachgemäße Schriftverständnis kann diesem hermeneutischen Zirkel nicht entrinnen.

Das Gesamtzeugnis der Bibel führt hin zu der Unterscheidung zwischen dem Gesetz als dem Inbegriff des Gotteswillens, den der Mensch zu tun hat, und dem Evangelium als der befreienden Zusage dessen, was Gott in Jesus Christus um des Menschen willen wirkt. Beides steht nicht gleichrangig nebeneinander, sondern das Evangelium von Jesus Christus ist die "Mitte der Schrift", während das Gesetz dem Evangelium zugeordnet, um des Evangeliums willen aber auch bleibend notwendig ist. Dabei hat das Gesetz eine doppelte Funktion: In seinem theologischen, besser: geistlichen Gebrauch deckt es auf, wie jeder Mensch hinter dem im Liebesgebot zusammengefaßten Willen Gottes zurückbleibt und darum der Vergebung bedarf. In seinem politischen Gebrauch weist es an zur Schaffung und Pflege gesellschaftlicher Ordnungen, die der Erhaltung des Lebens dienen.

Die Unterscheidung (nicht Trennung!) zwischen dem auf das Sein des Menschen gerichteten geistlichen Gebrauch und dem auf die gesellschaftlichen Ordnungen und Formen des Zusammenlebens gerichteten politischen Gebrauch des Gesetzes verdient bei der Bibelauslegung ebenso Beachtung wie die ihr zugrundeliegende Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium. Auch in dieser Hinsicht ist also eine differenzierte Betrachtungsweise gefordert, damit die grundlegenden Unterschiede zwischen dem Wirken Gottes und dem Handeln des Menschen sowie zwischen geistlicher und gesellschaftlich-politischer Betrachtungsweise nicht aus dem Blick geraten.

2.2 Biblische Aussagen zur Sexualität

Nach den Aussagen der Bibel ist der Mensch ein konstitutiv leibhaftes und in seiner Leibhaftigkeit ein konstitutiv sexuelles Wesen. Er ist von Gott erschaffen als Mann und Frau. Diese Polarität wird in den biblischen Schöpfungsberichten unmittelbar in Beziehung gesetzt zu den beiden Grundelementen der Sexualität: der Weitergabe von Leben (Gen 1,27) sowie der lustvollen Zuwendung und Vereinigung (Gen 2,24 sowie die beeindruckenden Texte des Hohen Lieds). Von dieser Geschlechtergemeinschaft zwischen Mann und Frau kommt alles menschliche Leben her. Von ihr stammt jeder Mensch ab. In ihr findet menschliche Sexualität ihre Erfüllung.

Beide Grundelemente sind dabei gleichwertig, aber auch aufeinander verwiesen und bezogen. In der Offenheit für die Weitergabe des Lebens bekommt die Beziehung von Mann und Frau eine neue Dimension, ja sie erhält dadurch Anteil am Schöpferwirken Gottes. Aber nur durch die Zuwendung und Vereinigung, die das Gegenüber sucht und meint, gebrauchen die Partner sich nicht bloß gegenseitig als Mittel zum Zweck der Fortpflanzung, sondern nehmen einander in ihrer unverwechselbaren Eigenart wahr. Die Einheit beider Elemente ist so nur in der Geschlechtergemeinschaft von Mann und Frau gegeben. Das zeichnet sie aus.

Das Vorhandensein von zwei unterscheidbaren Elementen der Geschlechtlichkeit birgt freilich die Möglichkeit in sich, daß sie sich auch voneinander lösen und daß sie voneinander unabhängig vorkommen. Gemessen an dem im biblischen Menschenbild zum Ausdruck kommenden ursprünglichen Schöpferwillen Gottes handelt es sich dabei nicht um "Schöpfungsvarianten", sondern um Begrenzungen und Einschränkungen, die auch als solche ernstgenommen werden müssen.

Die damit gegebene Ausrichtung an der Geschlechtergemeinschaft von Mann und Frau kann jedoch nicht ohne weiteres gleichgesetzt werden mit den Leitbildern Ehe und Familie. In den biblischen Schöpfungsaussagen ist (noch) nicht ausdrücklich von diesen - geschichtlich und kulturell variablen - Formen des Zusammenlebens die Rede, sondern lediglich von der Bedeutung der Geschlechtergemeinschaft von Mann und Frau für das Menschsein. Aber die Tiefe der leibhaften Verbindung, die durch die sexuelle Gemeinschaft entsteht (vgl. Gen 2,24 "ein Fleisch sein" sowie Mk 10,8f.par., I Kor 6,16 und Eph 5,31), tendiert von sich aus zu einer lebenslangen Verantwortung für das Gegenüber, das man sich so vertraut gemacht hat. Insofern kann man sagen, daß das biblische Menschenbild auf Ehe und Familie hingeordnet ist.

2.3 Biblische Aussagen zur Homosexualität

Die wichtigsten alt- und neutestamentlichen Aussagen zum Thema "Homosexualität" finden sich in Lev 18,22 und 20,13 sowie in Röm 1,26f.; I Kor 6,9-11 und I Tim 1,10. Sie werten homosexuelles Verhalten ausnahmslos negativ als "Greuel", als "schändliche Leidenschaft", als Ungerechtigkeit, die vom Reich Gottes ausschließt, und als Verstoß gegen Gottes Gesetz; ja nach Lev 20,13 verdient homosexuelle Praxis (zwischen Männern) den Tod.

Diesem eindeutigen Befund stehen jedoch zwei Beobachtungen gegenüber:

  • Im biblischen Gesamtzeugnis ist Homosexualität ein Nebenthema.
  • In der uns überlieferten Verkündigung Jesu spielt das Thema "Homosexualität" keine Rolle.

Dadurch werden aber die deutlichen Aussagen nicht aufgehoben, denen zufolge homosexuelle Praxis zwischen Männern (Lev 18 und 20; Röm 1,27), zwischen Frauen (Röm 1,26) sowie zwischen Männern und Knaben (I Kor 6,9; I Tim 1,10) dem Willen Gottes widerspricht. Wie sind diese Aussagen im Horizont der oben genannten hermeneutischen Leitfragen zu verstehen und zu bewerten?

Verschiedene Auslegungsversuche haben sich als unzutreffend oder unzureichend erwiesen: So ist es nicht zutreffend, daß Homosexualität in der Bibel (und insbesondere im Alten Testament) nur abgelehnt werde, weil sie zum Kult anderer Götter gehört oder sofern Menschen durch spezifische homosexuelle Praktiken gedemütigt werden. Die These, an keiner Stelle sei in der Bibel von anlagebedingter, vor-willentlicher Homosexualität (ausdrücklich) die Rede, trifft zwar zu,3) sagt aber nichts darüber aus, ob und inwiefern eine solche Sicht der Homosexualität die jeweiligen biblischen Aussagen modifizieren oder korrigieren würde.

Betrachtet man die einzelnen Gruppen von biblischen Aussagen, so ergibt sich folgendes Bild:

a) Lev 18 und 20 argumentieren von der Heiligkeit Gottes her. Homosexuelle Praxis erscheint hier - wie auch Kinderopfer, Geisterbeschwörung, sexueller Verkehr mit nahen Angehörigen oder mit einer Frau während der Menstruation - als eine schwere Verletzung der göttlichen Heiligkeitssphäre. Diese ist ihrerseits zu verstehen als eine "Zone göttlicher Kraft" bzw. als ein "Kraftfeld Gottes" (E. Gerstenberger), von deren bzw. dessen Unversehrtheit das Leben des Volkes bzw. der Gemeinde abhängt. Das heißt aber: Die Aussagen von Lev 18,22 und 20,13 thematisieren Homosexualität unter der Perspektive einer möglichen Verletzung der von Gott gestifteten und geschützten Ordnung der Lebenssphäre und nicht im Blick auf die (mögliche) ethische Gestaltung einer homosexuellen Beziehung. Diese Unterscheidung zwischen einer gelebten sexuellen Prägung einerseits und der ethischen Gestaltung der so gelebten Sexualität andererseits sind (im Blick auf homosexuell wie heterosexuell geprägte Menschen) wichtig. Sie leiten an zu der Differenzierung zwischen einer sexuellen Form des Zusammenlebens (einschließlich ihrer möglichen Begrenzungen) und der ethischen Gestaltung dieser Form des Zusammenlebens. Diese Unterscheidung muß im folgenden im Blick bleiben und im Zusammenhang mit dem Thema "Formen des Zusammenlebens" (s. Kap. 3) erneut aufgenommen und bedacht werden.

b) Den Aussagen aus I Kor 6,9 und I Tim 1,10, die den homosexuellen Verkehr zwischen Männern und Knaben als etwas, das dem Willen Gottes widerspricht, ablehnen - und sich damit in einen offenen Gegensatz zu einer im antiken Griechenland verbreiteten Praxis begeben - , ist vom biblischen Menschenbild her eindeutig und uneingeschränkt zuzustimmen. Freilich ist sofort hinzuzufügen, daß diese Ablehnung des sexuellen Mißbrauchs von Kindern nicht nur homosexuelle, sondern in gleicher Weise heterosexuelle Praktiken betrifft. Und auch für den Fall, daß mit den Begriffen "Lustknabe" und "Knabenschänder" primär der Aspekt der Gewerbsmäßigkeit im Blick sein sollte (und weniger der Gesichtspunkt des Kindesmißbrauchs), gälte auch dies in gleicher Weise für heterosexuelle Praxis. Beachtung verdient im Blick auf diese Bibelstellen noch die Tatsache, daß Paulus einige Glieder der korinthischen Gemeinde anspricht als "solche", die dies einst "gewesen" sind, durch den Namen Jesu Christi und den Geist Gottes davon aber "reingewaschen" wurden (I Kor 6,11). Paulus geht hier also von der Erfahrung aus, daß Menschen sich durch die Taufe auch hinsichtlich ihres sexuellen Verhaltens ändern können.

c) Die biblischen Aussagen mit dem größten theologischen Gewicht finden sich zweifellos in Röm 1,26f. Diese Stelle muß im Kontext der grundsätzlichen Argumentation von Röm 1,18-3,20 gesehen werden. Aus den Formulierungen, die besagen, daß Frauen und Männer "den natürlichen Verkehr vertauscht" bzw. "verlassen" haben, wird man nicht folgern dürfen, daß Paulus hier nur von heterosexuellen Menschen spräche, die zu einer homosexuellen Praxis übergewechselt wären. Es geht hier nicht um bestimmte Individuen oder Gruppen, sondern um eine Verhaltensform, die für Paulus Ausdruck einer grundlegenden Störung in der Gottesbeziehung ist. Dabei hat das Verbum "vertauschen" bzw. "verkehren" die Rolle eines (aus Psalm 105,20 Septuaginta-Fassung) übernommenen Schlüsselwortes. Nachdem die Menschen Schöpfer und Geschöpf "vertauscht" haben (Röm 1,23), indem sie (die Bilder von) Kreaturen anbeteten und so die Wahrheit Gottes in Lüge "vertauschten" (Röm 1,25), hat Gott sie ihren Begierden und Leidenschaften überlassen, aufgrund derer sie den natürlichen Verkehr zwischen Frau und Mann "vertauscht" (Röm 1,26f.) haben mit dem homosexuellen Verkehr. Der Grundgedanke lautet also: Die Vertauschung von Schöpfer und Geschöpf zieht (als eine Folge) die Vertauschung der Geschlechter nach sich.4) Dahinter könnte der Gedanke stehen, daß der Mensch, der sich von Gott als seinem Schöpfer abwendet, um seinesgleichen zu vergötzen und anzubeten, darum auch in sexueller Hinsicht auf seinesgleichen ausgerichtet ist und die Ausrichtung auf das andere Geschlecht verliert. Paulus spricht diesen Gedanken freilich so nicht aus. Wenn er hinter den paulinischen Aussagen steht, ist zu sagen, daß die Verschlossenheit gegenüber dem Nächsten, die es bei heterosexuellen wie bei homosexuellen Menschen gibt, noch schwerer wiegt als die Verschlossenheit gegenüber dem anderen Geschlecht. Das entscheidende Fazit von Röm 1-3, wie es in Röm 3,9-20 gezogen wird, ist jedenfalls die allgemeine Verstricktheit in Sünde. Ausdrücklich verweist Paulus in Röm 1,24-32 mehrfach auf "Begierden" und "schändliche Leidenschaften", also auf Elemente, die ebenso in heterosexuellen Beziehungen wie in anderen Bereichen des Lebens vorkommen können.

a) - c): Ordnet man diese Aussagen zur homosexuellen Praxis in das gesamtbiblische Zeugnis ein, so ist folgendes festzustellen:

  • Im Neuen Testament ist der (z.B. in Lev 18 und 20 formulierte) Anspruch, der sich von der Heiligkeit Gottes her an das Leben der Menschen ergibt, nicht nur aufgenommen, sondern als umfassender, uneingeschränkter Anspruch verstanden, an dem gemessen jeder Mensch vor Gott Sünder ist. Das nivelliert nicht die einzelnen Verfehlungen, ordnet sie aber in den alle Menschen umfassenden Horizont der Gottesbeziehung ein.
          
  • In der Verkündigung Jesu (Mk 7,1-23 par.) wird die alttestamentliche Erkenntnis von der möglichen Verunreinigung des Menschen aufgenommen, aber zugleich insofern radikalisiert, als das Verunreinigende nicht (mehr) in der Außenwelt, sondern im Herzen des Menschen lokalisiert wird. Von dort kommen die bösen Gedanken (Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier ...), die den Menschen von Gott und seinem Nächsten trennen, ja mit sich selbst entzweien.
         
  • Gottes guter, heilsamer Wille wird im Neuen Testament - unter Aufnahme und Verbindung alttestamentlicher Gebote - zusammengefaßt im Doppelgebot der Liebe. Dieses ist nicht ein Gebot neben anderen, sondern der Inbegriff des Willens Gottes, wie er in den Einzelgeboten z.B. des Dekalogs oder der Bergpredigt konkrete Ausformungen gefunden hat.
         
  • Im Zentrum der biblischen Botschaft steht die Verkündigung der Sündenvergebung, die Gott in Jesus Christus ohne Vorbedingungen aus Gnade dem Menschen zuspricht und die im Glauben für den Menschen wirksam wird. Dadurch wird die mit dem Gesetz verbundene Drohung des unwiderruflichen Ausschlusses aus der Gottesgemeinschaft durchbrochen und überwunden. Vom Evangelium her wird neue Gottesgemeinschaft möglich und wirklich.

Blickt man von hier aus auf die biblischen Aussagen zur Homosexualität zurück, so muß man konstatieren, daß nach diesen Aussagen homosexuelle Praxis dem Willen Gottes widerspricht. Zugleich muß man feststellen, daß die Frage nach einer ethisch verantwortlichen Gestaltung einer homosexuellen Beziehung vom Liebesgebot her an keiner dieser Stellen thematisiert wird. Im Zentrum des Interesses steht allein die homosexuelle Praxis als solche, die - in Übereinstimmung mit den allgemeinen biblischen Aussagen zum Menschenbild und zur Sexualität - als dem ursprünglichen Schöpferwillen Gottes widersprechend qualifiziert wird. Deswegen ist dem Wortlaut der biblischen Schriften auch nicht zu entnehmen, was sie zu der Gestaltung gleichgeschlechtlicher Beziehungen vom Liebesgebot her für eine Auffassung vertreten.

Angesichts der zentralen Bedeutung, die das Liebesgebot im Alten Testament, besonders aber im Neuen Testament als Inbegriff des Willens Gottes hat (Lev 19,18; Mk 12,28-34 parr.; Röm 13,8-10 und Gal 5,14), kann die Feststellung dieser offenen Frage aber kein letztes Wort sein. Zwischen dem Liebesgebot, als dem Inbegriff des heilsamen Gotteswillens für den Menschen, und der Frage nach der ethisch verantwortlichen Gestaltung der homosexuellen Form des Zusammenlebens muß eine Beziehung hergestellt werden. Da das Liebesgebot ausnahmslos und umfassend gilt, kann auch homosexuelles Zusammenleben nicht von seiner Geltung ausgenommen werden. Das heißt aber: Der im Liebesgebot ausgesprochene Wille Gottes gilt (auch) für die Gestaltung homosexuellen Zusammenlebens.

Damit ergibt sich eine deutliche Spannung; denn das zuletzt Gesagte hebt nicht auf, daß es keine biblischen Aussagen gibt, die Homosexualität in eine positive Beziehung zum Willen Gottes setzen - im Gegenteil. Die negativen Aussagen bedeuten aber im Lichte des Evangeliums, d.h. unter der Zusage der Gnade Gottes, keinen definitiven Ausschluß aus der Gottesgemeinschaft und beziehen sich im übrigen nur auf die homosexuelle Praxis als solche, nicht jedoch auf deren ethische Gestaltung. Betrachtet man sie jedoch in dieser Perspektive, dann muß vom Gesamtzeugnis der Bibel her gesagt werden, daß für die Gestaltung einer homosexuellen (wie jeder anderen zwischenmenschlichen) Beziehung entscheidend ist, ob sie in Liebe zu Gott und Menschen gelebt wird, und d.h. auch: ob sie die Bereitschaft zur Annahme der Lasten einer Beziehung einschließt. Die Spannung zwischen dem biblischen Widerspruch gegen homosexuelle Praxis als solche und der Bejahung ihrer ethischen Gestaltung gemäß dem Willen Gottes verschwindet dadurch nicht, kann aber von daher verstanden und ausgehalten werden.5)