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AKADEMIE - Geschichte  Druckfassung.

Eine neue Sozialbewegung entsteht!

Um 1850: Die Industrie hält Einzug in das noch weitgehend agrarisch bestimmte Deutschland. Die Folgen sind gravierend: Massenverelendung, Armenviertel in den Städten, rechtlose Arbeiter, Zerfall des sozialen Gefüges.

Der Dienst am Nächsten, Hilfe aus christlichem Glauben, hatte bereits im 18.Jahrhundert zu einer Institutionalisierung der Diakonie geführt. Doch gegen die strukturellen Folgen der Industrialisierung erwiesen sich Hilfsangebote an Einzelne als völlig unzureichend. Zu viele Bedürftige, zu wenig Mittel - das war die Lage in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts.
Hier liegen die Ursprünge des Sozialen Protestantismus: Er gründet in der Einsicht, dass eine moderne Gesellschaft ethischer Grundsätze und Orientierungsmaßstäbe auch in Wirtschaft und Arbeitswelt bedarf. Die Durchsetzung sozialethischer Leitlinien und Kriterien macht politisches Handeln deshalb notwendig.
1949 wurde die Evangelische Sozialakademie als "Evangelische Sozialschule" gegründet.

Die Umbenennung erfolgte 1951. Die Evangelische Sozialakademie soll die Arbeit der 1933 geschlossenen Evangelisch Sozialen Schule in Berlin-Spandau weiterführen und auf der Grundlage des Evangeliums einen Beitrag zur sozialen Gestaltung der Industriegesellschaft leisten.

Zur offiziellen Eröffnungsfeier am 10.Februar 1950, sagte Landesbischof D. Dr.Hanns Lilje in Anwesenheit  des ersten gewählten Rheinland-Pfälzischen Ministerpräsidenten Peter Altmeier, dass "... hier ein Werk geschieht, das wir alle zu tun schuldig sind".

1999 feierte die Evangelische Sozialakademie ihr fünfzigjähriges Bestehen. Die Festansprachen hielten der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, und der damalige Ratsvorsitzende der EKD und Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Kock. In diesen fünfzig Jahren haben über 250.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Verstaltungen in Friedewald besucht. Allein diese Zahl verdeutlicht den Stellenwert des Sozialen Protestantismus und seine andauernde Relevanz für Kirche und Gesellschaft.

Im Jahr 2006 mussten allerdings - bedingt durch die Einstellung der finanziellen Förderung durch die EKD - weitreichende Veränderungen und Umstrukturierungen vorgenommen werden. Der Wirtschaftsbetrieb (Unterkunft und Verpflegung) ist verpachtet worden. Die Bildungsarbeit wird in stark reduziertem Umfang ohne hauptamtliches Personal auf ehrenamtlicher Basis fortgeführt. Die EvangelischeSozialakademie und ihr Trägerverein nehmen damit auch weiterhin ihren sozialethischen Auftrag wahr.

 


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