„Wir können unseren Lebenswandel ändern“

Einbringungsreferate zum Schwerpunktthema der Synode

03. November 2008

Logo der EKD Einen „Kirchenwandel“ hat Angelika Zahrnt, die Ehrenvorsitzende des Naturschutzbundes BUND, am Montag, 3. November, in Bremen gefordert. In ihrer Einbringungsrede zum Schwerpunktthema der 7. Tagung der 10. Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) „Klimawandel – Wasserwandel – Lebenswandel“ plädierte sie für eine umfassende Strategie für umweltbewusstes Handeln in den kirchlichen Institutionen. Darüber hinaus sei eine gesellschaftliche Debatte notwendig, in der die Stimme der Kirche deutlicher vernehmbar sein solle. Der Kundgebungsentwurf des Vorbereitungsausschusses zum Schwerpunktthema wurde von Pfarrerin Ulrike Trautwein eingebracht. Trautwein betonte vor dem Hintergrund der dramatischen Folgen des Klimawandels die Aufgabe der Kirchen, „genau hinzuschauen“, und „im Vertrauen auf Gottes Bewahrung“ zu glauben, zu leben und zu handeln.

„So dramatisch die Auswirkungen des Klimawandels auch sein mögen: Noch besteht die Möglichkeit, diese durch konsequentes Handeln zu mildern“, zitierte Trautwein aus dem Entwurf der Kundgebung. Dieses auf den Klimaschutz bezogene Handeln schließe auch den in der Überschrift des Entwurfes genannten „Wasserwandel“ ein. Die Konsequenzen des Klimawandels zeigten sich an dieser knappen lebenswichtigen Ressource besonders klar. Darüber hinaus mache das Thema Wasser „in aller Schärfe deutlich, wie eng der Klimawandel mit Fragen der weltweiten Gerechtigkeit zusammenhängt“, unterstrich die Theologin.

Den Zusammenhang zwischen der Verteilung von lebensnotwendigen Ressourcen mit Fragen der Gerechtigkeit hatte am Morgen auch der brasilianische Kirchenpräsident Walter Altmann in seiner Bibelarbeit verdeutlicht. In der Bibel seien „Brunnengeschichten“ häufig „Geschichten von Konflikten“. „So wie es damals Konflikte um den Zugang zum Wasser gab, so gibt es auch heute zwischen Israelis und Palästinensern immer wieder Auseinandersetzungen um die knappen Wasserresourcen.“ Dieses Beispiel zeige, dass es keine Gerechtigkeit ohne Frieden und keinen Frieden ohne Gerechtigkeit gebe.

Gerade die Verantwortlichen in der Kirche dürften nicht vergessen, dass auch in der gegenwärtigen Situation nicht nur gemahnt und nach Veränderungen gerufen werden solle, forderte Pfarrerin Ulrike Trautwein und hob eine andere Bedeutung von Wasser - etwa bei der christlichen Taufe - hervor. Taufe und Abendmahl seien Sakramente, die “wir als ein Geschenk Gottes miteinander feiern können.“ Die dort empfangene Freude und Ermutigung seien ebenfalls lebensnotwendig, betont Trautwein und kommt daher zu der Zuversicht: „Wir können unseren Lebenswandel ändern.“ Ein erneuerter Lebenswandel, so die Ausschussvorsitzende weiter, solle von einer „intelligenten Liebe“ geprägt sein, von einer „Liebe zur Schöpfung“, die bereit ist, „nachzudenken, Zusammenhänge aufzudecken und mutig und widerständig zu handeln“. Ein von solcher Liebe geprägter Lebenswandel orientiere sich an vier Dimensionen: an Dank, Demut, Denken und Dienst.

BUND-Ehrenvorsitzende Angelika Zahrnt begrüßte die geplante Kundgebung der Synode als einen Schritt zur richtigen Zeit. Es sei richtig, gerade jetzt über Klimaschutz zu reden, „wo alle nur über die Wirtschaftskrise reden“. Dringende finanzielle Probleme dürften die wichtigsten ökologischen Probleme der Zeit nicht verdrängen. Sie betonte die Notwendigkeit, dass Maßnahmen wie das von der Bundesregierung geplante Konjunkturprogramm mit Anliegen des Klimaschutzes und mit sozialen Anliegen verbunden werden. Angesichts der Gefahr, dass machtpolitische Konflikte zur Sicherung von Ressourcen in kriegerische Konflikte münden, forderte Zahrnt eine globale Übereinkunft, die die Belange der ärmeren Länder berücksichtigt. „Wir brauchen ökologische und soziale Gerechtigkeit bei uns und weltweit.“

Bremen, 03. November 2008

Pressestelle der EKD
Karoline Lehmann



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