Glaubens-ABC

Aberglaube

„Ich fahre schon seit zehn Jahren unfallfrei, toi, toi, toi.“ So spricht einer, der sich freut, noch keinen Unfall verursacht zu haben, und klopft bei den letzten drei Worten mit geballter Faust auf den Tisch. Als ob das Klopfen auf Holz ihm garantiert, auch künftig eine unfallfreie Fahrt zu haben. Und wer ganz sicher gehen will, montiert am Kühlergrill auch noch ein Hufeisen. Das vierblättrige Kleeblatt, der Schornsteinfeger, aber auch das Schwein sind Glückssymbole. Eine schwarze Katze oder der 13. Tag eines Monats, der auf einen Freitag fällt - sie verheißen Unglück.

Aberglaube ist ein wertender Begriff. Er signalisiert, dass es sich im Blick auf die genannten Glücksund Unglücksbringer nicht um den „richtigen“ Glauben (an den Gott der Bibel) handelt, sondern um übernatürliche Mächte und Kräfte, die man in bestimmten Ereignissen vermutet. Diese Form des Glaubens entstammt einer Zeit, in der Menschen sich die Ursachen von Krankheiten oder Schicksalsschlägen nicht anders zu erklären vermochten. Handlesen, Kartenlegen, Pendeln u. a. m. dienten der Suche nach Erklärungen und Orientierung. Nicht selten führt Aberglaube dazu, sich von den genannten Mächten abhängig zu machen und auch das individuelle Verhalten zu verändern. Etwa an einem Freitag, dem 13., nicht mehr aus dem Haus zu gehen. Dagegen ist statistisch erwiesen, dass an einem solchen Tag nicht mehr Unfälle passieren als an jedem anderen Tag des Jahres.

Der christliche Glaube orientiert sich an Jesus, den er als Herrn über alle Mächte sieht und der auch von der Abhängigkeit von „falschen“ Göttern befreit.



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