Glaubens-ABC

Agende

Eine Agende (lat: was zu tun ist) enthält alle liturgischen Texte, die für einen Gottesdienst benötigt werden, sowie entsprechende Angaben, wie damit zu verfahren ist. Sie legt die Struktur eines Gottesdienstes fest.

Eine der umfassendsten Gottesdienstreformen im evangelischen Raum kam 1999 zum Abschluss, als das „Evangelische Gottesdienstbuch“ eingeführt wurde. Es ist das erste gemeinsame Gottesdienstbuch der Evangelischen Kirche der Union (EKU) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zur Gestaltung der Gottesdienste an Sonn- und Feiertagen. Es löst die in beiden Zusammenschlüssen geltenden Agenden aus den Jahren 1955 und 1959 ab.

Seit der Reformation haben sich zwei Grundformen des evangelischen Gottesdienstes herausgebildet, auf die auch das Evangelische Gottesdienstbuch Bezug nimmt: 1. der Gottesdienst mit Predigt und Abendmahl (Grundform l), die dem lutherischen, anglikanischen, römisch-katholischen sowie dem englischsprachigen Gottesdienst der Reformierten und der evangelischen Freikirchen zu Grunde liegt und somit ein Zeichen übergreifender ökumenischer Gemeinschaft ist; 2. der Predigtgottesdienst - ohne Abendmahl (Grundform II).

Die idealtypische Form eines Gottesdienstes besteht aus vier Abschnitten: Eröffnung und Anrufung, Verkündigung und Bekenntnis, Abendmahl, Sendung und Segen.