Glaubens-ABC
Bekenntnis
Wo immer im Alltag ein Bekenntnis vorkommt - da bekennt einer vor Gericht seine Unschuld, der Vorstand eines Bundesligavereins bekennt sich zu seinem Trainer, Politiker bekennen sich zu einem Konzept usw. -, geht es um etwas Wichtiges. Ein Bekenntnis im religiösen Sinne (lat.: confessio) bringt die grundlegende Überzeugung eines Einzelnen oder einer Kirche zum Ausdruck. Bekenntnisse drücken aus, worin Kirchen im Wesentlichen übereinstimmen. So wird am häufigsten im Gottesdienst das apostolische Glaubensbekenntnis (Apostolikum, 2. Jahrhundert) verwendet, das so heißt, weil es auf Glaubensaussagen der Apostel zurückgeht. Unter Bekenntnissen versteht man nicht nur vorformulierte Texte, sondern auch Glaubenszeugnisse, die die Bedeutung Jesu, der Bibel, des christlichen Glaubens zum Ausdruck bringen.
Auch wenn heute immer wieder moniert wird, dass kaum noch jemand etwa alle Formulierungen des apostolischen Glaubensbekenntnisses verstehe, so ist doch erstaunlich, wie geprägte Formulierungen über Jahrhunderte und über Konfessionsgrenzen hinweg Verbindlichkeit erlangten und noch immer haben. Sie entlasten den Einzelnen, sich stets neu über seinen Glauben Rechenschaft zu geben, wenngleich es natürlich auch sinnvoll sein kann, seinen Glauben von Zeit zu Zeit neu in Worte zu fassen und in zeitgemäßer Sprache zu formulieren.
