Glaubens-ABC
Engel
Mehr als die Hälfte der Deutschen glaubt an Engel. Engel haben wieder Konjunktur. In der Alltagssprache ist der Schutzengel fest verankert. Die "gelben Engel" des ADAC mag niemand mehr auf den Straßen missen und der "blaue Engel" als Zeichen des Umweltschutzes erinnert uns daran, dass die Welt, in der wir leben, bewahrt werden muss. Nicht zu vergessen die vielen Spielfilme, etwa Wim Wenders' "Himmel über Berlin" oder Federico Fellinis "La Strada".
Was sind Engel? Paulus Gordan hat es einmal so formuliert: "Was über die Engel gesagt wird, will nichts anderes verkünden als diese beglückende Botschaft: dass Gott sich auf tausenderlei Weise mit uns beschäftigt." Engel bringen Gott zur Sprache. Sie gehören zu der Art und Weise wie Gott wirkt. Engel öffnen einen Spalt zum Himmel. Sie sind dann da, wenn es um Bedrohung und Hilfe, um Gefahr und Rettung, um Angst und Zuversicht geht. Von ihnen ist in der Bibel vor allem dann die Rede, wenn Menschen die Erfahrung machen, dass sie nicht alles allein machen und gewährleisten können für ihr Leben, sondern dass wir auf Hilfe, Beistand und Trost angewiesen sind. Aus psychologischer Sicht hebt der Engel die Vereinzelung des modernen Menschen auf, er entlastet das Ich-Bewusstsein. Engel haben keine göttliche Natur, sie sind auch keine Konkurrenz zu Jesus, der der einzige Mittler zwischen Gott und den Menschen ist. Engel sind Geschöpfe Gottes, Freunde, Mahner, Tröster.
Die Bibel ist voller Geschichten, in denen Menschen Besuch bekommen von Fremden, die erst im Nachhinein als Boten (so lautet der Begriff im Griechischen und Hebräischen) Gottes erkannt wurden. Engel kündigen Wunder an: Abraham und Sarah zum Beispiel, dass sie im hohen Alter noch ein Kind bekommen werden. Sie verkünden Maria die Geburt Jesu. Engel retten Leben: Einer weckt Joseph nachts und befiehlt ihm, mit Maria und dem kleinen Jesus nach Ägypten zu fliehen, weil König Herodes alle neugeborenen Knaben umbringen lässt. In allen Völkern und Kulturkreisen spielen Engel eine wichtige Rolle.
