Glaubens-ABC

Gerechtigkeit

"Man gönnt sich ja sonst nichts." Ein bisschen Luxus darf es schon sein, empfiehlt die Werbung. Andererseits: Was wir uns in Deutschland oder in anderen Ländern der westlichen Welt leisten können, steht im Widerspruch zu dem, was für zwei Drittel der Weltbevölkerung gilt: Sie arbeiten nur, um für Essen, Trinken und ein Dach überm Kopf zu sorgen. Und vielen gelingt nicht einmal das.

Gerechtigkeit ist für viele Menschen so lange kein Thema, wie sie nicht die Erfahrung der Ungerechtigkeit gemacht haben. Ungerecht behandelt zu werden, tut weh: in der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie. Ich werde nicht ernst genommen. Auf meine Bedürfnisse nimmt niemand Rücksicht.

Gerechtigkeit wird in der Bibel als der höchste Lebenswert angesehen: "Wer Gerechtigkeit und Güte nachjagt, der findet Leben." (Sprüche 21,21) "Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", heißt es im Volksmund ganz zutreffend. Jesus sagte einmal eher beiläufig: "Arme habt ihr allezeit bei euch." (Matthäus 11,26) Ein beklemmender Satz für all diejenigen, die sich engagieren, dass Armut - ob in Deutschland oder in Ländern der Dritten Welt - überwunden wird. Gleichwohl: Zum Handeln gibt es keine Alternative. Denn wenn viele Menschen sagen, als Einzelner könne man ja doch nichts ändern, dann wird sich wohl auch nichts ändern. Es ist schon richtig: "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Angesicht der Erde verändern!"



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