Glaubens-ABC
Juden
Juden trugen als Bewohner des Südreichs Juda (2. Könige 16,6; 25,25) und später der Provinz Juda (Nehemia 1,2) ursprünglich den Namen „Judäer“. Dieser wurde nach dem Untergang des Nordreiches Israel und nach dem Exil im 6. Jahrhundert v. Chr. auf Israeliten ganz allgemein übernommen. Zunächst ist diese Bezeichnung wohl von Nichtjuden gebraucht worden, während die bevorzugte Selbstbezeichnung „Israeliten“ war. „Jude“ ist kein ethnischer oder rassischer Begriff, sondern ein religiöser und bezeichnet die, die das Gesetz des Mose achten (1. Korinther 9,20; Galater 2,14). Die heilige Schrift der Juden ist die so genannte Hebräische Bibel, das Alte Testament. Das Christentum hat seine Wurzeln im Judentum, denn Jesus war Jude. Das Neue Testament ist voller Zitate aus dem Alten Testament.
Christen trennt von Juden vor allem der Glaube an Jesus. Für Christen hat sich Gott in Jesus offenbart, während Juden Jesus nicht als Messias sehen. Die Geschichte des jüdischen Volkes ist von Unterdrückung und Vertreibung gekennzeichnet, nicht zuletzt weil ihnen die Schuld am Tod Jesu gegeben wurde. Pogrome (russ.: Ausschreitungen), Mord und Vertreibung sind auch im Mittelalter nachweisbar und erlangen ihren Höhepunkt im Dritten Reich, wo Millionen Juden in Konzentrationslagern ermordet wurden. Nach fast 2000 Jahren wurde am 14. Mai 1948 der Staat Israel gegründet. Das Judentum besteht heute aus mehreren Strömungen, es umfasst orthodoxe und liberale Gemeinden. Weltweit leben 13 Millionen Jüdinnen und Juden, sechs Millionen in den USA, vier Millionen in Israel. Nach dem Umbruch in Osteuropa wanderten rund 50.000 Juden aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland aus, wo nach dem Zweiten Weltkrieg nur noch rund 30.000 lebten. Heute gibt es in Deutschland rund 80.000 Jüdinnen und Juden.
