Glaubens-ABC
Kirchenmusik
Musik dient nach Martin Luther dazu, das Evangelium zu verkündigen. Und Johann Sebastian Bach (1685-1750) vertrat die Auffassung, dass alle Musik Gott ehren und das Gemüt erfreuen solle, sonst sei sie keine Musik. Die älteste Form der Kirchenmusik ist der gregorianische Choral, in dem lateinische Texte einstimmig von einem Männerchor gesungen wurden. Instrumente spielen erst seit dem 9. Jahrhundert eine Rolle, insbesondere die Orgel. Dass sich die Kirchenmusik nicht als musikalische Untermalung des Gottesdienstes versteht, lässt sich am Beispiel der im 16. Jahrhundert entstandenen Oratorien zeigen. Dabei handelt es sich um biblische Geschichten, die von Solosängern, Chor und Instrumentalisten vorgetragen werden. Zu den bekanntesten Oratorien gehören die Matthäus- und die Johannespassion von Johann Sebastian Bach, die die Leidensgeschichte Jesu zum Inhalt haben. Von Bach stammen auch zahlreiche Kantaten (mehrteilige Musikstücke, die dem Thema eines Sonntags oder christlichen Feiertags zugeordnet sind). Kirchenmusik ist heute nicht von der klassischen Musik geprägt. Längst haben auch Pop, Jazz und Blues Einzug gehalten.
