Glaubens-ABC
Kommunitäten
Die Reformation Martin Luthers hatte eine kritische Einstellung zum Klosterleben entwickelt. Schließlich war der Augustinermönch Luther aus dieser Gemeinschaft ausgetreten. Eine prinzipielle Ablehnung gegenüber dem Leben im Kloster darf man daraus jedoch nicht schließen. Die Kritik richtete sich damals gegen Missstände in den Klöstern und das elitäre Verhalten des Ordensstandes. Erst im 17. und 18. Jahrhundert änderte sich die Einstellung zu kommunitärem Leben. Im 19. Jahrhundert waren Diakonissenhäuser entstanden, die als Vorläufer der Kommunitäten angesehen werden können. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte eine religiöse Neubesinnung, die zur Gründung von Bruderschaften führte (Bahnauer Bruderschaft, Berneuechener Dienst e.V. etc.). Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen weitere Gemeinschaften hinzu (Communität Christusbruderschaft Selbitz, Communität Casteller Ring, Christusträger, Jesus-Bruderschaft etc.).
Bei den Kommunitäten handelt es sich um Bruderschaften und/oder Schwesternschaften sowie Familien. Aber auch zölibatär (ehelos) lebende Männer und Frauen können gemeinsam mit Familien eine Kommunität bilden, wie dies etwa bei der Jesus-Bruderschaft der Fall ist. Diese Gemeinschaften lehnen sich in besonderer Weise an die frühen klösterlichen Regeln an, die so genannten Evangelischen Räte Armut (bzw. Gütergemeinschaft), Keuschheit (Ehelosigkeit) und Gehorsam.
