Glaubens-ABC
Laie
Ein Laie (griech.: laos = Volk) ist ein nichtordiniertes Mitglied der Kirche. Der Begriff wird heute als problematisch angesehen, weil er ein Gegenüber von ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrern (Theologinnen/Theologen) und Laien - so werden im Volksmund Unkundige bezeichnet - zu beschreiben versucht, das der Realität nicht gerecht wird. Jedenfalls nicht aus evangelischer Sicht, wo seit Martin Luther vom „Priestertum aller Glaubenden“ gesprochen wird. Wie wenig plausibel die herkömmliche Unterscheidung von Theologen und Laien ist, lässt sich an Philipp Melanchthon (1497-1560) zeigen. Da er nicht ordiniert war, müsste er als Laie bezeichnet werden, was schwer fällt, da Melanchthon zahlreiche kluge theologische Abhandlungen verfasste, darunter das Augsburger Bekenntnis („Confessio Augustana“). Allerdings hat es sich bislang nicht durchgesetzt, von ordinierten und nicht ordinierten Theologen zu sprechen.
