Glaubens-ABC

Liebe

Liebe kann man nicht machen. Niemand kann auf Befehl lieben. Liebe macht etwas mit einem Menschen. Für „Liebe“ gibt es - je nach Bedeutung - unterschiedliche Übersetzungen: Eros bezeichnet im antiken Griechentum die leidenschaftliche, begehrende Liebe im Unterschied zur „philia“, der freundschaftlich-fürsorgenden Zuneigung. Bereits bei den Griechen setzte eine Vergeistigung der Liebe ein, die auch beim frühen Christentum aufgezeigt werden kann. Eros und „agape“, fleischliche und selbstlose Liebe, werden einander entgegengesetzt. Aber weder ist Eros nur erotische Liebe (lat: amor) noch kann Agape lediglich als dienende, sich schenkende, opfernde Liebe (lat: caritas) verstanden werden. Liebe umfasst immer Elemente aus beidem.

Aus biblischer Sicht ist die Liebe Gottes der Ursprung aller Liebe. Seine Liebe richtet sich auf die Menschen, die von ihm abgewandt leben. Durch Christus erleben Menschen Gottes Liebe. Und diese unverhoffte Erfahrung drängt und befähigt sie, ihn und andere Menschen zu lieben. Die Geschichte Jesu ist der endgültige Nachweis der Liebe Gottes zu den Menschen: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16) Gott wird Mensch, weil er die Menschen liebt. Die Liebe Gottes weckt im Menschen die Liebe zu seinem Nächsten. Das alttestamentliche Doppelgebot der Liebe (3.Mose 19,18.35; 5. Mose 6,4f.; 10,19), von Jesus als Angelpunkt des Gotteswillens bezeichnet (Markus 12,28-31; Römer 13,10; Galater 5,14), bekommt von daher seine Inspiration. Selbstlos ist diese Liebe nicht: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Diese Liebe wurzelt in Gott: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1. Johannes 4,16)



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