Glaubens-ABC

Tod

Jeder Mensch muss einmal sterben. Vor dem Tod ist niemand sicher. Was folgt aus dieser im Grunde banalen Einsicht? In der christlichen Tradition hat der Tod zwei Aspekte: Er steht im Dienst Gottes, der Leben an sein gutes, schöpfungsgemäßes Ende bringt. Und er ist zugleich der letzte Feind Gottes und der Menschen. Der Tod hat viele Gesichter: Er kommt sanft zu Menschen, die lebenssatt sterben, und er kommt plötzlich und qualvoll. Das Alte Testament sieht im Leben die größte Gabe Gottes: Er schenkt Zeit und behält sie in seinen Händen. Ein langes Leben bedeutete Segen, der frühe Tod dagegen Fluch. Das Sterben wird als etwas Natürliches angesehen. Die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod oder die Auferstehung klingen verhalten an. Tot sein heißt von Gott getrennt sein. Das macht vor allem seinen Schrecken aus.

Das Neue Testament knüpft an diese Vorstellung an und bringt den Tod mit der Sünde in Verbindung. Der Tod ist nicht mehr identisch mit dem physischen Tod am Ende unseres Lebens. Er bestimmt und überschattet das ganze Leben. So kann Jesus schon die Lebenden als die Toten bezeichnen. Der eigentliche Schrecken des Todes - im physischen Tod unübersehbar - liegt darin, dass Menschen den Sinn ihres Lebens verfehlen, wenn sie Gott verfehlen. Wer Gott leugnet, leugnet das Leben. Was aber im Alten Testament als noch schier unüberwindliche Hürde angesehen wurde, ist mit dem Tod und der Auferstehung Jesu überwunden. Jesus hat dem Tod die Macht genommen - das ist die Botschaft des Neuen Testamentes. Der letzte Feind ist besiegt, auch wenn die Bitterkeit des Sterbens geblieben ist. Aber es ist Hoffnung da, dass mit dem Tod nicht alles aus ist.