SAT.1 "So gesehen"
Regendusche auf Obdachlose
16. Februar 2008
Mitten im Februar sind wir jetzt. Einer der ungemütlichsten Monate überhaupt. Stellen Sie sich mal vor, Sie müssten in dieser kalten und dunklen Zeit draußen schlafen. So wie geschätzte 850.000 Obdachlose in Deutschland. Viele von ihnen versuchen, sich nachts möglichst trockene, ruhige Plätze zu suchen – zum Beispiel Eingangsbereiche von Kaufhäusern. Doch trocken bleibt es da oft nicht: Manche Geschäftsleute bringen so genannte Sprinkleranlagen an. Mit nächtlichen Regenduschen wollen sie die Obdachlosen vertreiben.
Nassgespritzt in einer kalten Winternacht. Ich finde das unmenschlich. Und es macht mich wütend. Jeder Mensch ist einzigartig. Und eine Gesellschaft funktioniert erst gut, wenn wir einander mit Respekt begegnen. Und das fängt schon in meiner Umgebung an. Ich frage mich: Wo ist ein Mensch, der sich nicht wehren kann? Wem kann ich helfen, ein Leben in Würde zu führen? Oft kann ich weit mehr tun als anfangs gedacht. Und so dazu beitragen, dass Zusammenleben gelingt.
