Träume

Spiritualität

Blick über den Wolken zur Erde

Sie sind unser Leben. Träume  von Liebe, von Geborgenheit, von Wärme, von Gerechtigkeit, von Frieden, von Freiheit, von Toleranz. Von, von, von ...

Es sind Träume, die jeder kennt. Wenn wir an sie glauben, können sie sich erfüllen. Ohne Träume hat es die Zukunft schwer.

Es gibt viel Zutrauen  in die Macht der Träume. "Träume sind wirksamer als Taten und Ereignisse. Träume bewahren die Welt vor dem Untergang", meint die Schriftstellerin  Ilse Aichinger. Freilich: "Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Anfang einer neuen Wirklichkeit", findet der brasilianische Befreiungstheologe Helder Camara. Und er ermutigt. "Träumt  euren Traum!"   

Wir erträumen  das, was wir entbehren. Träume sind ins Gelingen verliebt. Sie sind die Vision von einer besseren Welt. Unvergessen ist die Rede des ermordeten amerikanischen Theologen und farbigen Bürgerrechtlers  Martin Luther King, der im  Jahr 1963 anlässlich eines Demonstrationszuges nach Washington unter dem Leitwort "I have a dream" eine freie und auf Gleichheit basierende Gesellschaft forderte. Die Einsicht, dass die Zukunft denen gehört, die an die Wahrhaftigkeit ihrer  Träume glauben, verdanken wir der amerikanischen Politikerin  und Journalistin Anna Eleanor Roosevelt, Ende der Vierzigerjahre Vorsitzende  der US-Menschenrechtskommission.

Wer träumt, gibt die Hoffnung nicht dran. "Ein König ist der Mensch, wenn er träumt;  ein Bettler, wenn er denkt", findet der Dichter  Friedrich  Hölderlin. Und der amerikanische Schriftsteller und Einsiedler Henry David Thoreau ist überzeugt, dass der Erfolg  alle Erwartungen  übertreffen  wird, wenn wir uns von unseren Träumen leiten lassen.

Alle Menschen träumen. Auch wenn sie es nicht wissen. Die Traumarbeiterin  Ingrid Reckziegel hält  Träume - am Tag und vor allem in der Nacht - für eine besondere Herausforderung zu Deutung und Gestaltung, verschieden nach Zeit und Epoche. Und für wichtige Ratgeber und Begleiter , die sich auch dann nicht gegen uns richten, wenn es bei Angst- oder Alpträumen  so scheinen mag. "Durch  sie überschreiten wir die Normalität  und konstruieren eine größere Wirklichkeit."
Sie sind keine Schäume, sondern Leitplanken zu menschlicher Erfahrung, sie registrieren  die Regungen der menschlichen Seele und geben in ihrer bildhaften Sprache Anleitungen für die Lebensgestaltung vor.

Die Bibel ist ein Buch voller Träume. Man braucht nur an die Josefsgeschichte im Alten Testament zu erinnern, in der die Visionen des ägyptischen Pharao gedeutet werden. Und der Schriftsteller Jean Paul nennt Jesus mit seinen Bildern  und Geschichten von der Weltherrschaft Gottes, vom himmlischen Gastmahl und vom verlorenen Sohn einen "wilden Träumer".

In unseren Träumen entdecken wir uns, unsere Wünsche und Sehnsüchte. "Vergessenes taucht wieder auf, Vergangenheit und Zukunft berühren  einander. Und manchmal", empfindet die Journalistin Susanne Niemeyer, "ist im Traum  bereits die Wandlung geschehen, die im Tagleben noch ansteht."


Hans-Albrecht Pflästerer      



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