Beispiele und Anregungen für die Interkulturelle Woche 2010
Suchen Sie noch Anregungen für Veranstaltungen im Rahmen Ihrer Intekulturelle Woche 2010 oder für Projekte, die in diesem Rahmen vorgestellt werden können? Dann beachten Sie hier die aufgeführten Beispiele.Zunächst berichten wir über Projekte, anschließend stellen wir in den Rubriken Filme, Buchprojekte, Theater und Kabarett, Wander-Ausstellungen , CDs, Gewaltpräventionsprojekte sowie Studien weiteres Material vor.
-
Diamant: Organisation von Selbsthilfegruppen sowie Planung und Durchführung kostenloser Seminare, Hilfe zur Orientierung ... - Sozialer Integrationsverein für Zuwanderer des Landkreises Barnim e.V.
Seit 2000 hat der Verein Diamant insgesamt 1.500 Menschen verschiedener Kulturen, mit und ohne Migrationshintergrund, betreut. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei Spätaussiedlern aus Russland. Es geht vor allem darum, dass Antisemitismus, Rechtsradikalismus, Fremden-, bzw. Ausländerfeindlichkeit, wachsende Aggressivität und Kriminalität unter Zuwanderern bekämpft wird. Dies geschieht durch die Organisation von Selbsthilfegruppen sowie Planung und Durchführung kostenloser Seminare. Ein weiterer Schwerpunkt von Diamant e. V. ist es, Hilfe zur Orientierung in der deutschen Gesellschaft für Zuwanderer anzubieten. So werden kostenlose Seminare, wie z.B. Allgemeinwissen über Deutschland, Lehrgänge über die sozialen Sicherungssysteme und viele andere mehr angeboten. Als ergänzendes Angebot berät der Verein in Konfliktsituationen,
organisiert Streitschlichtergruppen und bietet darüber hinaus psychologische Betreuung an.
Für die Jüngsten gibt es einen Kinder- und Jugendclub, eine Mädchen-Selbsthilfegruppe, einen Kreativworkshop, Kunstunterricht, sowie Projekte zur sozialen Integration. Informationen unter: http://www.buendnis-toleranz.de/ -
Musikinitiative EachOneTeachOneCrew - Kaufmännische Lehranstalten, Sinit- und Roma e.V. Bremerhaven
Die Musikinitiative »Begegnungen« wurde von Oktober 2008 bis Ende Januar 2009 vom Unesco-Kurs der Kaufmännischen Lehranstalten, dem Sinti- und Roma-Verein Bremerhaven und der multikulturellen HipHop-Formation EachOneTeachOneCrew ins Leben gerufen. Rund 80 Schülerinnen und Schüler erarbeiteten in Musik- und Tanz-Workshops in ihrer Freizeit ein interkulturelles Musikprojekt. Sie beschäftigten sich mit ihrer kulturellen Identität und den realen gesellschaftlichen Bedeutungen von Toleranz und Demokratie. Einen bleibenden Eindruck hinterließ bei den Teilnehmenden der Besuch im KZ-Buchenwald, welchem sich ein intensives Gespräch über die Geschichte der Sinti und Roma mit dem Vorstand des Bremerhavener Sinti- und Roma-Vereins anschloss. In den darauf folgenden wöchentlichen Workshops erarbeiteten die Jugendlichen eigene Choreographien und Songtexte, die sich u. a. mit Aspekten von Integration und Diskriminierung und ihrer eigenen Lebensrealität auseinandersetzen. Im Januar 2009 stellten die jungen Musikerinnen und Musiker zusammen mit den Tänzerinnen und Tänzern ihr Projekt vor großem Publikum vor. Die aufgenommen Musikstücke wurden auf einer CD zusammengefasst und in Radiosendungen präsentiert. http://www.eoto-online.com/ und http://www.begegnungen-workshops.blogspot.com/ -
FamilienpatInnen für Oberbilk und Flingern - Evangelische Familienbildung in Düsseldorf e.V. und Diakonie Düsseldorf
Für das Projekt »Familienpatinnen - Mütter stärken Mütter« wurden insgesamt 28 Frauen mit Migrationshintergrund in einem dreimonatigen Qualifikationskurs auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit als so genannte Familienpatinnen vorbereitet. In 144 Unterrichtstunden wurden besonders integrationsrelevante Themen behandelt wie u. a. Erziehung und Bildung, Gesundheit, Infrastruktur der Stadteile oder auch die Zuständigkeit von Behörden. Aufgrund ihrer ähnlichen Herkunft, Kultur und Geschichte können die Patinnen ein besonderes Vertrauensverhältnis zu den Migrantenfamilien aufbauen, beraten diese in Einzelgesprächen und informieren über weitere Beratungs- und Bildungsangebote. Außerdem unterstützen die Patinnen die Familien bei der Orientierung im Stadtteil, bei Gesprächen mit Behörden, Schulen und Institutionen. Neben den integrativen Effekten auf die Familien erweitert das Projekt die Fähigkeiten und Erfahrungen der Ehrenamtlichen, die zum Teil erwerbslos sind und durch die Ausbildung eine Qualifizierung erhalten. http://www.efa-duesseldorf.de/ -
Kunstinstallation "Hingucken...Denken... Einmischen" in Magdeburg - Ehrenamtliche Ökumenische Initiative
Die politische Kunstinstallation »Magdeburg zeigt Gesicht gegen Nazis!« war 2009 das Hauptprojekt der ökumenischen Initiative »hingucken . denken . einmischen« und reihte sich bewusst in die Aktivitäten des Bündnisses gegen Rechts Magdeburg zur »Meile der Demokratie « im Januar 2009 ein. 408 Magdeburgerinnen und Magdeburger ließen sich dafür im Vorfeld u.a. im Rathaus, auf Stadtteilweihnachtsmärkten und der Unibibliothek für diese Aktion fotografieren. Eine Druckerei fertigte zwischen den Jahren aus den digitalen Fotos laminierte Klebefolien. Klettersportler/innen brachten die fenstergroßen Fotovergrößerungen ehrenamtlich im Januar bei klirrender Kälte von außen auf die Fenster des Hauses an. Die Installation ist voraussichtlich noch bis Juni 2010 am 45 Meter hohen leerstehenden »Haus der Lehrer« in der Innenstadt zu sehen. http://www.hingucken-denken-einmischen.de/ -
Medizin an der Basis - Bei der Malteser Migranten Medizin in Köln finden Menschen ohne Krankenversicherungsschutz Hilfe
Dr. Herbert Breker hat alle Hände voll zu tun und gerade gar keine Zeit für ein Interview. Schon die erste Patientin zu Beginn seiner Sprechstunde war ein äußerst tragischer Fall. .... Aber was hätte sie auch tun sollen, als so genannte Illegale ohne Papiere und ohne Krankenversicherungsschutz. Zum Artikel Medizin an der Basis -
Kulturpatenschaften sollen Asylbewerber gesellschaftlich einbinden: Mittendrin statt nur dabei
"Asylbewerber sind häufig gesellschaftlich isoliert und haben kaum Gelegenheit, am kulturellen Leben der Stadt teilzunehmen. Das soll die Aktion »Kulturpaten « verdeutlichen. Um die Situation der Asylbewerber zu verändern, sollen Paten gefunden werden, die ihnen die Teilnahme am kulturellen Leben ermöglichen sollen. Als Auftakt dazu diente ein Straßenfest... Zum Artikel Mittendrin statt nur dabei -
Multikulturellen Freiwilligendienst: Soziale Jungs Multikulti - Paritätisches Bildugswerk Bundesverband e.V.
2005 wurde das Projekt »Soziale Jungs« vom Paritätischen Bildungswerk Bundesverband erstmals in Frankfurt am Main initiiert. Bei dem Projekt handelt es sich um einen multikulturellen Freiwilligendienst, in dem sich 40 Jungs verschiedener Nationalitäten im Alter von 14-16 Jahren für insgesamt 200 Stunden pro Jahr in sozialen Einrichtungen oder gemeinnützigen Vereinen engagieren. Ziel des Projektes ist es, durch gemeinsames, freiwilliges Engagement Toleranz und Verständigung unterschiedlicher Kulturen und Generationen zu fördern und die Perspektiven junger Menschen zu erweitern. Um mögliche geschlechtertypische Berührungsängste zum sozialen Bereich zu überwinden, richtet sich »Soziale Jungs« ausschließlich an Jungen und bietet diesen einen Perspektivwechsel und erste berufliche Orientierung. Einsatzorte können Kindergärten, Krankenhäuser, Seniorenheime und andere soziale Einrichtungen sein. http://www.soziale-jungs.de/ -
Vätergruppe mit türkischem Migrationshintergrund - Aufbruch Neukölln e.V.
Aufbruch Neukölln e.V. hat sich mit dem Ziel gegründet das Miteinander der Kulturen im Bezirk zu fördern und die Beziehungen in Familien zu stärken. Insbesondere türkische Väter in verschiedenen Problemsituationen sollen mit dem Projekt erreicht und unterstützt werden. Über 30 Teilnehmer im Alter zwischen 24 und 65 Jahren gehören der Männergruppe an, wovon ein Drittel zu der Gruppe der allein erziehende Väter gehören. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Beratung bei Erziehungsfragen, Informationen zur frühkindlichen Bildung sowie dem Kennenlernen des politischen und sozialen Systems Deutschlands und der Stadt Berlin. Gemeinsam tauschen sie sich über verschiedene kulturelle Eigenheiten aus und reflektieren über ihre Familiensituationen. Als seelsorgerische Beratungsstelle bietet das Projekt zudem Hilfe und Aufklärung rund um die Themen physische und psychische Gewalt und deren Prävention. Durch die Vermittlung der Teilnehmer in ehrenamtliche Tätigkeiten bringt die Vätergruppe die jungen und alten Männer in Kontakt mit anderen Kulturen und jüngeren Generationen. http://www.aufbruch-neukoelln.de/ -
Projekt: »TANDEM - Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund"- Vielfalt tut uns gut!- Evangelisches Jugend macht sich stark für interkulturelle Kinder- und Jugendarbeit
Unsichere Aufenthaltsbedingungen, schwierige Ausbildungs- und Berufsperspektiven sowie Diskriminierungen kennzeichnen die Lebenswelt vieler Jungen und Mädchen aus Familien mit Migrationshintergrund in Deutschland. Auf diesem Hintergrund verantwortet die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e.V. (BAG EJSA) das Projekt »TANDEM - Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund"... Zum Artikel Vielfalt tut uns gut! -
Projekttag: "Warum trägst du ein Kopftuch?" - Fragen, Begegnungen und Diskussionen auf dem Multi-Kulti-Fest in Warsin
"Der 29. Juli 2009 wird sicher bei den 160 mitwirkenden Kindern, Jugendlichen und Sozialarbeitern aus Pasewalk nicht so schnell vergessen werden...Es wurde nicht nur gespielt. In gemeinsamen Gesprächen stellten Erwachsene und Kinder ihre Herkunftsländer vor und viele Fragen wurden beantwortet, zum Beispiel »Warum tragen Frauen in manchen Ländern Kopftücher?«, »Ist der islamische Glaube wirklich so, wie er im Fernsehen gezeigt wird?« oder »Was bewegte euch, euer Land zu verlassen?« Zum Artikel "Warum trägst du ein Kopftuch?" -
Werbung in der Einwanderungsgesellschaft
"Öffentlichkeitsarbeit und Werbung im Bereich Integration zeichnen sich oftmals dadurch aus, dass sie ihre Zielgruppen über den Blick auf Defizite von Eingewanderten »abholen«. So tragen sie ungewollt zu der Stigmatisierung erst bei, die eigentlich verringert werden soll. Wer es besser machen will, versucht, Eingewanderte bewusst positiv darzustellen. Doch auch diese Öffentlichkeitsarbeit kommt schwer darum herum, in ihrer Bild- und Textgestaltung besonders auf die Migrations»eigenschaft « der dargestellten Menschen hinzuweisen ..." Zum Artikel Werbung in der Einwanderungsgesellschaft - Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2009 initiierte die Interreligiöse und Interkulturelle Werkstatt Dessau im Vorfeld einen Plakatwettbewerb. Der Sieger-Entwurf wurde das "Aushängeschild" der Interkulturellen Woche 2009 in Dessau-Roßlau.
Eine Jury ermittelte die Siegerin des Wettbewerbs aus den 40 abgegebenen Entwürfen. Der Sieger-Entwurf von Marie Roland wurde somit das Hauptmotiv auf dem offiziellen Plakat und den Programmblättern der Interkulturellen Woche in Dessau-Roßlau. - Die Polizei Köln lud im Rahmen der Interkulturellen Woche 2009 unter dem Slogan "Alles außer Alltag" zu einer Informationsveranstaltung ein, um für die Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in den Polizeiberuf zu werben.
- Auch zum Tag des Flüchtlings am 3. Oktober 2009 gab es wieder zahlreiche Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet, beispielsweise fand in Bad Oldeslohe eine Veranstaltung im Rathaussaal statt, in der ein junger Flüchtling aus seinem Leben erzählte. Die Kinder und Jugendlichen waren sehr beeindruckt, berichteten die "Lübecker Nachrichten".
Filme, Buchprojekte, Theater und Kabarett, Wander-Ausstellungen , CDs, Projekte sowie Studien
Immer mehr Agenturen, Künstlerinnen und Künstler sowie Autorinnen und Autoren wenden sich an die Geschäftsstelle des Ausschusses, um ihre Angebote für Veranstaltungen im Rahmen der Interkulturellen Woche vorzustellen. Einige dieser Angebote möchten wir Ihnen hier vorstellen. Die organisatorischen Belange müssen jeweils mit den Anbietern direkt abgesprochen werden.
FILME:
-
Dokumentarfilm "Wie ein Strich" von Rebekka Schaefer: Ein Porträt über Meryem Kaymaz, die über sieben Jahre ohne gesicherten Aufenthaltsstatus in Deutschland leben musste. Die Geschichte eines von ca. 200 000 Menschen, die mit einer Duldung als einzigem gültigen Papier tagtäglich ihre Abschiebung befürchten müssen. Der Film ist geeignet für Jugendliche, da das Leben einer geduldeten Jugendliche im Mittelpunkt steht. Informationen zum Film
-
Dokumentarfilm "Hier geblieben?!" von Rebekka Schaefer: Geduldete Jugendliche kämpfen um das ganze Bleiberecht (2007/2008) - Filmprojekt - durchführbar im Rahmen der Interkulturellen Woche bzw. zum Tag des Flüchtlings zum Thema: Bleiberecht, Flüchtlinge, Junge Flüchtlinge ...
Im November 2006 wurde auf der Innenministerkonferenz in Nürnberg eine Bleiberechtsregelung in Bezug auf langjährig geduldete Flüchtlinge in Deutschland beschlossen. Parallel dazu fand eine Gegenkonferenz von "Jugendliche ohne Grenzen" statt. Ihre Forderung: Ein umfassendes Bleiberecht, das allen Geduldeten in Deutschland gerecht wird. Der Film zeigt Meryem Kaymaz aus Bremen bei den Protestaktionen und erzählt von den Auswirkungen, die die neue Regelung auf sie und andere Flüchtlinge hat. Mehr Informationen zum Film - Ein Augenblick Freiheit
-
Der Dokumentarfilm "I broke my future" von Carla Gunnesch ist geeignet für Jugendliche (ab der 10. Klasse) - aber nicht nur für diese. Es geht in diesem Film ebenfalls um Flüchtlingsschicksale: http://www.ibrokemyfuture.de/
-
Ein Sommer in New York - The Visitor
Nach dem Tod seiner Frau verstärkt sich für den Professor Walter Vale das Gefühl von Resignation und Leere. Als er nach einer Präsentation in New York seine Zweitwohnung aufsucht, wird er von einer Senegalesin und einem Syrer überrascht, die offensichtlich seit einiger Zeit hier wohnen. Beide halten sich illegal in den USA auf. Als das Missverständnis aufgeklärt ist und die beiden ausziehen wollen, bittet er sie zu bleiben. Langsam entwickelt Walter ein Interesse für das Trommelspiel. Wegen einer kleinen Ordnungswidrigkeit wird Tarek von der Polizei verhaftet und in Abschiebehaft genommen. Walter versucht ihm zu helfen. Doch seine ohnmächtige Anklage gegen eine gleichgültige Bürokratie bleibt ohne Wirkung. Als Tareks Mutter zu Besuch kommt, nimmt er sie bei sich auf. Zwischen beiden entwickelt sich eine Nähe, die Walter aus seiner emotionalen Erstarrung befreit. Urbane Beziehungslosigkeit und multikulturelles Miteinander sind Lebenserfahrungen, die beispielhaft mit dem Mythos von New York verknüpft sind. Der Film erzählt hoffnungsvoll von den Möglichkeiten, die in der Begegnung verschiedener Kulturen liegen, ohne soziale Härte und politische Hindernisse zu verschweigen. Die Musik wird zur Brücke, die neues Hören und Empfinden eröffnet. Richard Jenkins verkörpert als Walter Vale die Sehnsucht nach einem lebendigen, offenen Austausch mit den Fremden. Ihr Schutz und ihr Recht sind dafür eine unabdingbare Voraussetzung.
Regie: Tom McCarthy, Drehbuch: Tom McCarthy; USA 2007 (Film des Monats der Jury der Evang. Filmarbeit, Januar 2010) -
Die Klasse
Die neunte Klasse, die François an einer sogenannten Problemschule im Pariser Osten unterrichtet, ist ein ethnisch und sozial reichlich gemischter Haufen; Hoch- und weniger Begabte, Schüler jeder Couleur teilen hier die Bank.Wenn es gut läuft, gelingt es François, den 14- oder 15-Jährigen ein knappes Selbstporträt abzuringen.Wenn es schlecht läuft, schicken sie seine Konjunktivkonstruktionen ins Nirvana: »Niemand redet so!« Nach einem Roman des ehemaligen Lehrers François Bégaudeau (der auch im Film den Lehrer spielt) hat Regisseur Laurent Cantet in seinem Film eine lose Szenenfolge arrangiert, die ausschließlich in der Schule spielt - und den Zuschauer mitten hinein nimmt in den jugendlichen Alltags. Mit Schülern einer Pariser Schule wurden die Figuren in Workshops erarbeitet und dabei eine atemberaubende dokumentarische Unmittelbarkeit erzielt. Wie im Vorbeigehen stellt der Film Fragen, die auch das deutsche Publikum beschäftigen:Was kann unser westlicher Bildungskanon in einer Welt kultureller Diversität noch bedeuten? Wie hängen Sprache und Weltbild zusammen? »Die Klasse« entfaltet subtile Spannung, aber auch eine schöne Offenheit. Unterschiedliche Wertsysteme dürfen hier koexistieren, sich aneinander reiben, miteinander wachsen. Mit Hilfe eines Lehrers, der auf Augenhöhe mit seinen Schülern darum kämpft, dass sie ihre Chance nicht verpassen.
Regie: Laurent Cantet; Drehbuch: Laurent Cantet, FrançoisBégaudeau, Robin Campillo; Frankreich 2008, (Film des Monats der Jury der Evang. Filmarbeit, Januar 2009)
BUCHPROJEKTE: -
DIE FARBEN DER FREMDE -Bayerische Schülerinnen und Schüler schreiben über Heimat, Freundschaft und Identität
Buchprojekt mit der Möglichkeit, Lesungen und Schreibwerkstätten zu veranstalten.
Im Rahmen des Projektes »Literarische Brücken bauen« leitete der deutsch-türkische Schriftsteller Nevfel Cumart kreative Schreibwerkstätten an sechs Haupt- und Realschulen in Bayern. Der Leitgedanke war, dass Jugendliche deutscher und nichtdeutscher Herkunft gemeinsam unter professioneller Anleitung eines Schriftstellers literarische Texte zu den Themen Toleranz, Völkerverständigung, Heimat und Fremde verfassen.
Insgesamt nahmen rund 150 Schülerinnen und Schüler an diesem Literaturprojekt teil. Die Gedichte und Geschichten vermitteln in schlichten Worten und aufrichtigen Bildern einen aussagekräftigen Einblick insbesondere in das Denken und Fühlen von Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Es ist möglich sowohl mit den an den Schreibwerkstätten beteiligten Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen als auch mit Nevfel Cumart selbst. Als Schriftsteller bietet er Lesungen an und veranstaltet kreative Schreibwerkstätten an Schulen und anderen Bildungsstätten. Der Turkuloge kann ebenso als Gastreferent zu einem Vortrag anfragt werden.
Anfragen über: Bettina Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Buchverlage, Autorinnen, Autoren und andere Lechenicher Tel.: 0221 / 42 44 03; emmerich(a)be-promotion.de be-promotion(a)t-online.de http://www.be-promotion.de
Nevfel Cumart (Hg.) »Die Farben der Fremde". 123 Seiten, broschiert Preis: (D) #10,- / (A) #10,30 edition hübscher im Genniges Verlag, Bamberg -
RUHRKULTUREN- Was ich dir aus meiner Welt erzählen möchte!
Buchprojekt mit der Möglichkeit, Lesungen zu veranstalten
Ich schreibe,
da ich bin,
und solange ich bin,
werde ich denken;
ich werde sagen,
und ich werde schreien. (Korinna Wolbeck in »Ruhrkulturen«)
In »Ruhrkulturen - Was ich dir aus meiner Welt erzählen möchte!« schreiben Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Ruhrgebiet. Indem sie ihre »Ruhrkulturen« entwickeln, bewältigen sie ihre eigene Lebenssituation. Oft versuchen sie dabei, die unterschiedlichsten Kulturen für sich als Identität miteinander zu vereinbaren. Ein erstaunlich lebendiger Prozess, der ihnen zunehmend zu gelingen scheint und der für das künftige Zusammenleben der
Menschen im Ruhrgebiet neue Perspektiven eröffnet. Es sind bemerkenswerte Texte, die einen Eindruck davon vermitteln, was von den jungen Menschen im Revier erwartet werden kann, wenn sie die Chance dazu bekommen. Natürlich wird auch deutlich, welche Schwierigkeiten, Probleme und Sorgen sie haben, was sie daran hindert, eine tragfähige Zukunft zu entwickeln. Also das, woran Erwachsene mit ihnen arbeiten müssen, damit sie vorwärtskommen.
Die Herausgeber des Buches, Artur Nickel und Andreas Klink, und Verleger Alfred Büngen fordern die Erwachsenen, insbesondere auch die Verantwortlichen in Schule, Politik und Verwaltung dazu auf, den von den Jugendlichen durch ihre Texte begonnenen Dialog wahrzunehmen. Die Erwachsenenwelt sollte die Texte lesen, mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen, ja, sie zu Lesungen einladen, um den so eingeleiteten Prozess fortzuführen. Gerne sind die jungen Autorinnen und Autoren dazu bereit.
Andreas Klink, Artur Nickel (Hg.) Ruhrkulturen - Was ich dir aus meiner Welt erzählen möchte; Geest-Verlag 2009, 328 S., 12 Euro
Kontakt zur Organisation von Lesungen über: Geest-Verlag, Tel.: 04447 / 85 65 80, Fax: 04447 / 85 65 81, Geest-Verlag(a)t-online.de; www.geest-verlag.de/ -
"Die Farbe meiner Haut": Biographie mit der Möglichkeit, Lesungen mit der Autorin zu veranstalten - Die Anti-Rassimsus-Trainerin ManuEla Ritz beschreibt in ihrer Biographie den deutschen Alltagsrassismus und Strategien, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Kontakt: tina.bach(a)limitedtoyou.de.
THEATER und KABARETT: -
So bietet z.B. Kultur Kontakt gGmbH in Köln ein Repertoire zum Thema Integration/Migration an:
· Das Putzfrauen-Kabarett,
· Der Integrator mit Alparslan Marx
· Türkish Delight
· das Theater Anadolu mit einem interaktiven Theaterstück für Jung und Alter: "Aladin und die gestohlene Wunderlampe"
Weitere Angebote, Informationen und Pressestimmen dazu erhalten Sie unter www.kulturkontakt.de/
WANDER-AUSSTELLUNGEN: -
SWR-International-Ausstellung "Zwischen Kommen und Gehen... und doch Bleiben - 'Gastarbeiter' in Deutschland 1955 - 1973"
Die Idee zur Ausstellung hatte Prof. Dr. Karl-Heinz Meier-Braun, Leiter der Redaktion SWR International: Anlässlich des 50. Jahrestages des ersten Anwerbeabkommens von Arbeitskräften zwischen Deutschland und Italien 1955 sollten die historischen Leistungen und Erfahrungen von ehemaligen »Gastarbeitern« und ihren Familien in den Mittelpunkt einer Ausstellung rücken. Aus dieser Idee heraus entstanden 16 Ausstellungsbanner, die auf emotionale und eindrückliche Weise die Zuwanderung von Migranten der ersten Stunde schildern.
Ein Gefühl für die damalige Zeit vermitteln die zahlreichen ausgestellten persönlichen Objekte und Gegenstände von Menschen, die vor einem halben Jahrhundert mit nur einem Koffer aus Italien, Griechenland oder Kroatien nach Deutschland kamen: Die wenigen mitgebrachten Habseligkeiten aus der Heimat wie das blaue Hochzeitskleid, die Arbeitserlaubnis, die erste Lohntüte oder die Anweisung des Landesarbeitsamts Baden-Württemberg, wie man Spaghetti für Italiener kocht.
Zahlreiche Veranstaltungen, Diskussionen und Gespräche begleiteten die Wanderausstellung seit 2005. Besonders ältere Migranten reagierten sehr emotional, weil sie hier zum ersten Mal eine Würdigung ihrer Leistungen erfuhren. Die Ausstellung dient damit der historischen und kulturellen Selbstbestimmung von Migranten sowie ihren Kindern und Enkeln zur Identitätsfindung. Zugleich vermittelt sie aber auch Deutschen einen wichtigen Erfahrungswert: Migranten sind aus der deutschen Geschichte nicht wegzudenken. Sie haben zum Wohlstand Deutschlands, zum Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit beigetragen und die Sozialsysteme mit aufgebaut. Sie gehören zur historischen Identität dieses Landes, weit mehr als es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Weitere Informationen zur Ausstellung unter: www.swr.de/international
Kontakt: Arnd Kolb, SWR International 70150 Stuttgart Tel.:0711 / 929 -33 51 Fax: 0711 / 929 -36 16 arnd.kolb(a)swr.de -
Die Interreligiöse Wanderausstellung "Dialogtüren" besteht aus fünf Türen mit insgesamt 20 Tafeln. Es geht um Positionen der Religionen zum Dialog, um Vorurteile in der Begegnung, um interreligiöses Lernen und Formen des Gebetes und der Kontemplation, aber auch um gemeinsame Visionen der Religi-onen für den Frieden. Die Ausstellung weist auf konkrete Anknüpfungspunkte hin, wie der Dialog mit Angehörigen anderer Religionen beginnen kann und wie interreligiöse Lernprozesse ermöglicht werden... Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer Dialogtüren .
-
Ausstellunsprojekt mit Workkshop für Jugendliche: "Hass vernichtet - Hassschmierereien fotografiert und vernichtet" - von Irmela Mensah-Schramm.
-
Ausstellungsprojekt "Asylum": Asylum ist ein Teamprojekt aus 20 Bildern, Portraits von Menschen aus verschiedenen Kontinenten und Ländern. Es sind Menschen aus dem Kongo, Sierra Leone, Palästina, aus dem Irak, Nigeria, China, Russland, die nach Deutschland geflüchet sind und hier den Status eines Asylbewerbers haben/hatten. Die Künsterlin Julia Wegat hat diese Menschen ein Stück ihres Weges in Deutschland begleitet, fotografiert und sie gebeten, in ihrer Mutter- bzw. Landessprache, Gedanken über das von ihr angefertigte Portraits zu malen. Mehr Information zum Projekt
MUSIK-CD: -
Kamal Ben Hicham: Dikrayat Andalucia - Multikulturelles Klangnetz
Der marokkanische Sänger und Songwriter Kamal Ben Hicham lebt, komponiert und produziert seit 1990 in Deutschland. Hier besann er sich auf seine kulturellen Wurzeln, auf die Melodien und Rhythmen seiner Heimat und auf seine Muttersprache. Traditionelle nordafrikanische Rhythmen aus dem Maghreb vermischt er mit Einflüssen aus dem Orient, Andalusien, Schwarzafrika und kombiniert sie mit moderner Popmusik und groovigen Jazzimprovisationen. Aus dieser ungewöhnlichen Mischung webt Kamal ein multikulturelles Klangnetz, das zu Herzen geht und zum Tanzen anregt.
»Dikrayat Andalucia« (arabischer Titel) bedeutet auf Deutsch »Andalusische Erinnerungen«. Die Musik enthält viele andalusische Elemente und Melodien. Dazu kommen orientalische Kompositionen, Chaabi, Melhoun, Berber, Gnawa und traditionelle marokkanische Rhythmen wie Andalusie, Marssaoui . alles in einem modernen popig-jazzigen Arrangement. »Dikrayat Andalucia« ist eine Gelegenheit, um an das Zusammenleben der Kulturen und Religionen vom 8. bis 15. Jahrhundert in Andalusien zu erinnern, die Zeit, als die Araber in Andalusien waren und ein multikultureller Austausch zwischen Christen, Muslimen und Juden stattfand. Kunst und Kultur unter dem Klima der Toleranz also. Das war eine beispielhafte Epoche für das Zusammenleben, für Frieden und das Genießen anderer Kulturen.
Label: Connecting Cultures http://www.connectingcultures.de/; Mixing und Pre-Mastering: Klaus Genuit, der zweimalige Grammy-Gewinner, Webseiten des Künstlers: http://www.kamal.de/ ; www.myspace.com/kamalbenhicham
PROJEKTE: -
GEWALTPRÄVENTIONSPROJEKT: Schritte gegen Tritte
»Schritte gegen Tritte« ist ein Gewaltpräventionsprojekt für Jugendliche ab der 7. Klasse. Es thematisiert strukturelle, ethnische und personale Gewalt und bietet Jugendlichen Methoden der gewaltfreien Konfliktbearbeitung in altersgemäßer und genderspezifischer Form. Als kirchliches Projekt hat es seine Quellen in der biblischen Spiritualität der Gewaltfreiheit, bezieht jedoch ein weites Spektrum anderer religiöser und weltanschlaulicher Erfahrungen mit ein. Basierend auf der Anti-Rassismus- und Anti-Apartheidsarbeit in Südafrika, wurde es 1993 vom Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen durch Pastor Klaus. J. Burckhardt entwickelt und in Deutschland eingeführt. Seitdem wird "Schritte gegen Tritte" in Kirchengemeinden und Schulen Niedersachsen, Sachsen-Anhalts, Hessens und Württembergs durchgeführt. Bisher sind 140 Multiplikator/innen ausgebildet worden. Pro Jahr durchlaufen ca. 5000 Jugendliche das Projekt. Die Projektleitung liegt seit 2007 im Fachbereich Friedensarbeit im Haus kirchlicher Dienste der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers
Kontakt: Haus kirchlicher Dienste der Ev.-Luth. Landeskirche Hannovers; Arbeitsstelle Friedensarbeit, Pastor Klaus J. Burckhardt, Archivstraße 3, 30169 Hannover, Tel.: 0511 / 12 41-560 burckhard(a)kirchliche-dienste.de; weitere Informationen: http://www.schrittegegentritte.de/
STUDIE: -
Studie zu Migration: Mapping Migration - Mapping Churches' Responses Churches' Commisssion for Migrants in Europe & Nova Research Center
von Darell Jackson & Alessia Passarelli,Brussels/Geneva 2008
Die bisher leider nur in englischvorliegende Studie bietet erstmalig einen umfassenden statistischen und thematischen Überblick über Migration und ihren
Auswirkungen auf die christliche Landschaft in Europa. Sie verbindet statistisches Material über Migration und Kirchen in 47 europäischen Ländern (2. Teil) mit grundlegenden begrifflichen und theologischen Klärungen und Fragestellungen (1. Teil). Einzelbeispiele und persönliche Berichte zeigen auf, wie vielgestaltig das christliche Leben in Europa sich als eine Folge von Migration heute darstellt. Diese längerfristig angelegte Studie richtet sich an eine breite Leserschaft und ermutigt ausdrücklich zu eigen Beträgen. Sie eröffnet überraschende Einsichten in herausfordernde Veränderungen in Kirche und Gesellschaft. www.migration2010.eu/; Rubrik: Materialien, Publikationen
Tempo- und ereignisreich erzählt »Ein Augenblick Freiheit« zum Thema Asyl und Flucht von der Odyssee dreier iranisch/kurdischer Flüchtlingsgruppen: einem Ehepaar, zwei jungen Männern mit zwei Kindern und einem ungleichen, befreundeten Männerpaar. Sie alle flüchten aus dem Iran und dem Irak und landen in der türkischen Hauptstadt, wo sie, die Freiheit vor Augen, in einem wenig vertrauenswürdigen Hotel tagtäglich auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge warten. Hoffnung und zugleich Ungewissheit charakterisieren diese erzwungene Pause auf dem Weg in ihre Unabhängigkeit. Der junge österreichisch-iranische Filmemacher Arash T. Riahi setzt die Flucht und das eigentümliche Zwischenstadium der Asylwerbenden mit tragischer Komik und enormer Spannung in Szene. A/F 2008, 110 min; Verleih: Filmladen GmbH; Tel: +43 (0)1 / 523 43 62 - 0; office(a)filmladen.at; http://www.filmladen.at/

