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Gespräch mit Muslimen zentrales Thema der Interkulturellen Woche 2007

Pressemitteilung, Frankfurt am Main, 17. September 2007
Gespräch mit Muslimen zentrales Thema der Interkulturellen Woche 2007 - Ökumenischer Vorbereitungsausschuss fordert null Toleranz gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Rassismus


In rund 200 Städten und Gemeinden startet in diesen Tagen die Interkulturelle Woche, zu der die Kirchen aufrufen. Die bundesweite Eröffnung findet in diesem Jahr am Freitag, den 21. September in Frankfurt am Main statt. Sie beginnt um 17 Uhr mit einem Ökumenischen Gottesdienst, in dem Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, die Predigt halten wird.

"Teilhaben - Teil werden!" lautet das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche. "Unser gemeinsames Ziel muss sein, alle hier lebenden Menschen gleichberechtigt zu beteiligen, damit sie diese Gesellschaft mit gestalten können", erklärte Andreas Lipsch, stellvertretender Vorsitzender des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche (ÖVA). "Gleiche Rechte, gleiche Chancen - das ist der Schlüssel zur Integration", sagte Lipsch. Nur wer im umfassenden Sinn an dieser Gesellschaft teilhabe, könne auch Teil von ihr werden. Viele Migrantinnen und Migranten würden aber nach wie vor benachteiligt: durch das Ausländerrecht, im Bildungssystem, im Berufsleben. Das gälte besonders für in Deutsch-land lebende Muslime. "Der Islam ist eine Religion in Deutschland" betonte Lipsch, "und wir dürfen nicht nur fordern, dass sich Muslime hier integrieren, wir müssen ihnen auch die Chance dazu geben". Moscheen zu bauen, sei nicht nur ihr gutes Recht. Es sollte vielmehr als Zeichen gelesen werden, dass muslimische Gemeinden in dieser Gesellschaft ange-kommen sind und sie mit gestalten möchten.

Das Zusammenleben mit Muslimen sei in diesem Jahr das zentrale Thema der Interkulturel-len Woche, analysierte Lipsch. Eine erste Durchsicht der vorliegenden Programme habe ge-zeigt, dass eine Vielzahl von Veranstaltungen mit Christen und Muslimen stattfindet. In einer Reihe von Städten und Gemeinden würden Initiativen erörtert, wie Fremdenfeindlichkeit und Rassismus abgebaut und das Zusammenleben gefördert werden können. "Dies ist die an-gemessene Antwort der Zivilgesellschaft auf die sich ausbreitende Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie", erklärte Lipsch. Die Ablehnung von Muslimen in Deutschland sei tief verankert. Es sei erfreulich, dass diese Thematik vor Ort breit aufgegriffen werde. Lipsch warnte vor einem "Schreckgespenst Islam". Die überwältigende Mehrheit der Muslime sei ein fester Teil dieser Gesellschaft und habe mit einem gewalttätigen Islamismus nichts zu tun. Die weit verbreitete Islamophobie lasse sich nur durch die Förderung und Stärkung eines in Deutschland verwurzelten Islam begegnen. Dazu gehöre auch die Einrichtung eines islamischen Religionsunterrichts in allen Bundesländern sowie die Unterstützung beim Bau von Moscheen. Je normaler das Zusammenleben und das Gespräch mit Muslimen sei, desto weniger Chancen hätten fremdenfeindliche Agitatoren. Von der diesjährigen Interkulturellen Woche müsse ein weit über sie hinausreichender Impuls ausgehen. Lipsch forderte null Toleranz gegenüber Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Hier sei die Zivilgesellschaft gefragt. Rassistischen, antisemitischen und islamfeindlichen Äußerungen müsse unmittelbar widersprochen werden. Der sich ausbreitende Rechtsextremismus habe nur dann eine Chance, wenn er auf heimli-che oder offene Zustimmung in der Mitte der Gesellschaft stoße.

Als zweiten Schwerpunkt der Interkulturellen Woche analysierte Andreas Lipsch die Frage der langjährig in Deutschland geduldeten Flüchtlinge. Diese Thematik sei entgegen der Meinung vieler Politiker alles andere als gelöst. Es sei erfreulich, dass in vielen Gemeinden die Thematik aufgegriffen werde. Dies sei besonders drängend, da von bisher ca. 70.000
Antragsstellern aufgrund der Bleiberechtsregelung der Innenminister nur knapp 15.000 eine Aufenthaltsberechtigung erhalten haben. Ursprünglich sei versprochen worden, dass rund die Hälfte der 180.000 Geduldeten bleiben dürfe, davon aber sei man mit gerade mal 15.000 weit entfernt. Lipsch forderte Ministerien und Ausländerbehörden auf, die nun in Kraft getretene gesetzliche Bleiberechtsregelung großzügig auszulegen. Kirchengemeinden und Initiativen müssten den Weg der Betroffenen begleiten und die Schwachstellen analysieren. "Vielleicht stehen wir beim  Kampf für ein Bleiberecht nicht am Ende sondern am Anfang", sagte Lipsch abschließend.

Weitere Informationen zur Interkulturellen Woche: www.interkulturellewoche.de

Gez.
Andreas Lipsch
Stellvertretender Vorsitzender

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Interkulturelle Woche 2007 wird mit einem ökumenischen Gottesdienst am Freitag, den 21. September, um 17.00 Uhr in der St. Katharinenkirche in Frankfurt am Main er-öffnet. Anschließend findet um 19.00 Uhr ein Empfang der Stadt Frankfurt am Main und des Ökumenischen Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche im Kai-sersaal des Römers statt.

 


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