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Aktuelles

Kirchen fordern gleichberechtigte Teilhabe von Migranten

Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschland

21.09.2007, Sperrfrist: 17 Uhr

Kirchen fordern gleichberechtigte Teilhabe von Migranten - Bundesweite Interkulturelle Woche/Woche der ausländischen Mitbürger in Frankfurt a.M. eröffnet

Mit einem feierlichen Ökumenischen Gottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche wurde heute (21.09.2007) die bundesweite Interkulturelle Woche/Woche der ausländischen Mitbürger eröffnet. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Teilhaben - Teil werden!" Vom 23. bis 29. September finden in rund 200 Städten und Gemeinden in Deutschland mehr als 3.000 Veranstaltungen statt. Kirchen, Kommunen, Gewerkschaften, Verbände und Initiativen engagieren sich seit mehr als 30 Jahren für ein besseres Zusammenleben mit Zugewanderten.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, rief in seiner Predigt dazu auf, Hindernisse und Blockaden abzubauen, die eine wirklich gleichberechtigte Teilhabe der Zuwanderer am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben erschweren oder verhindern. Notwendig seien "erweiterte Möglichkeiten für Dauergeduldete und ihre Familien, einen sicheren Aufenthaltsstatus zu erlangen", Erleichterungen bei der Einbürgerung, die Abschaffung "struktureller Benachteiligungen von Menschen mit Migrationshintergrund" und die Erarbeitung von Strategien für mehr Chancengleichheit sowie eine "stärkere Beachtung des Schutzes von Ehe und Familie" beim Familiennachzug.

Der Griechisch-Orthodoxe Metropolit Augoustinos von Deutschland erwartet, dass von der Interkulturellen Woche ein lang anhaltendes Signal in die Zivilgesellschaft und in die Politik ausgehe. Deutschland sei ein Einwanderungsland. Dieser Erkenntnis müssten nun konkrete Schritte zur Gestaltung des Zusammenlebens folgen. Entscheidend sei, dass Zugewanderten und ihren Nachkommen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben ermöglicht werde. "In einer globalisierten Welt gibt es keine Alternative zum Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller und religiöser Herkunft", betonte  Metropolit Augoustinos.

Der stellvertretende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Christoph Kähler, warnte vor einer vornehmlich auf Abwehr ausgerichteten Migrations- und Flüchtlingspolitik. Europa dürfe sich nicht "seiner Verantwortung für Flüchtlinge entziehen, um sie den Staaten in armen Teilen der Welt aufzubürden", sagte Kähler in seiner Begrüßung. "Die konsequente Abschottung Europas vor Flüchtlingen und Migranten ist mit christlich-abendländischen Grundwerten von Freiheit, Menschenwürde und Unverletzbarkeit der Person nicht zu vereinbaren", so Kähler. Er forderte einen Perspektivwechsel hin zu einer konstruktiven und an den Menschenrechten orientierten Migrationspolitik.

Die Interkulturelle Woche/Woche der ausländischen Mitbürger ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie findet jedes Jahr Ende September statt.


Hannover, 21. September 2007

Pressestelle der EKD
Silke Römhild


Hinweis:

Es gilt das gesprochene Wort!


Auf der Homepage www.interkulturellewoche.de ist eine Liste mit den Orten, an denen Veranstaltungen stattfinden, veröffentlicht. Die Liste wird vom Ökumenischen Vorbereitungsausschuss (ÖVA) aktualisiert. Auf der Homepage finden Sie auch das Gemeinsame Wort der Kirchen, die Broschüre "Zu aktuellen Fragen des Zuwanderungsgesetzes", ein Materialheft, Postkarten sowie weitere Informationen.

Diese Pressemitteilung wird zeitgleich von der Deutschen Bischofskonferenz verschickt. Die Predigt von Karl Kardinal Lehmann im Ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung der Interkulturellen Woche/Woche der ausländischen Mitbürger finden Sie ab 17:00 Uhr im Internet unter www.dbk.de. Das Eingangsvotum von Landesbischof Christoph Kähler finden Sie nach Ablauf der Sperrfrist unter www.ekd.de.

 


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