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Motto und Termine

Das Motto der IKW 2012: Herzlich willkommen - wer immer Du bist. mehr

Bundesweiter Auftakt: 21.09.2012

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Tag des Flüchtlings

Der Tag des Flüchtlings findet jeweils am Freitag im Rahmen der IKW statt. mehr

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Puzzel

Gemeinsames Wort 2005

 

"Miteinander Zusammenleben gestalten"

In diesem Jahr kann die Bundesrepublik Deutschland ein besonderes Jubiläum begehen: Mit dem Abschluss des deutsch-italienischen Anwerbevertrags am 20.12.1955 wurde ein neues Kapitel in der Migrationsgeschichte unseres Landes aufgeschlagen. Menschen aus vielen Ländern Europas und später auch von außerhalb kamen hierher, um Arbeit und damit auch bessere Möglichkeiten zum Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu suchen. Nicht immer gestaltete sich das Zusammenleben zwischen Migranten und Auf-nahmegesellschaft problemlos. Auf beiden Seiten entwickelten sich Gefühle der Fremd-heit und Unsicherheit, die teilweise nur schwer überwunden werden konnten. Unsere Gesellschaft musste erst lernen, sich auf die neuen Herausforderungen einzustellen.

Von Anfang an haben sich die christlichen Kirchen darum bemüht, die religiösen und sozialen Bedürfnisse der Zuwanderer ernst zu nehmen. Viele Initiativen von kirchlichen Organisationen, Verbänden und Kirchengemeinden, die Beratungsstellen für Migranten und nicht zuletzt die neu gegründeten muttersprachlichen Gemeinden zielten darauf, den neuen Mitbürgern die Erfahrung von Beheimatung und Geborgenheit zu vermitteln.

Zwar hatte sich nach den Erfahrungen des 20. Jahrhunderts mit seinen beiden entsetzli-chen Weltkriegen und allen schrecklichen Folgen erneut die Meinung weithin durchge-setzt, dass die Menschheit nur in einem friedlichen Miteinander auch künftig bestehen kann. Dennoch bedarf es immer wieder neuer Ansätze, um zu einem guten Zusammen-leben der Menschen, der Völker, der unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und der Religionen zu gelangen.

Im Herbst 2005 jährt sich die Woche der ausländischen Mitbürger / Interkulturelle Wo-che unter der gemeinsamen Trägerschaft der Deutschen Bischofskonferenz, der Evange-lischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie zum 30. Mal. Sie hat sich zum Ziel gesetzt,

¨ das öffentliche Bewusstsein für die vielfältigen Problemstellungen der Zuwanderung nach Deutschland zu schärfen,
¨ die staatlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anzumahnen, die eine gleichberechtigte Eingliederung der Migranten in die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Ordnung ermöglichen,
¨ in den Gottesdiensten, Aktionen und Veranstaltungen dieser Woche ein gutes Mit-einander zwischen Migranten und Aufnahmegesellschaft anzubahnen und einzuüben
¨ und dadurch einen notwendigen Impuls zu setzen, damit das Zusammenleben und Zusammenarbeiten in Gerechtigkeit und Solidarität, in Frieden und Toleranz besser gelingen kann.

Inzwischen hat sich diese kirchliche Initiative durch die Kooperation mit vielen gesell-schaftlichen, sozialen und staatlichen Organisationen, Gruppen und Verbänden zu einer weithin beachteten bürgerschaftlichen Gemeinschaftsaktion entwickelt. Mit Engagement und Kompetenz fördert sie die Integration der Zuwanderer und einen steten Lernprozess in unserer Gesellschaft.

Allzu oft werden in unserer Mediengesellschaft nur die Probleme und Konflikte im Zu-sammenleben von Zuwanderern und Aufnahmegesellschaft wahrgenommen. Deshalb ur-teilen manche vorschnell, dass das bisherige Integrationsbemühen fehlgeschlagen sei. Demgegenüber dürfen wir dankbar feststellen: Das Zusammenleben von Einheimischen und Migranten ist besser als sein Ruf. An vielen Orten ist es schon selbstverständlich geworden. In Betrieben und Kirchengemeinden, in Kindergärten und Schulen, in der Nachbarschaft und in vielen Vereinen begegnen sich Menschen tagtäglich und gestalten auf ganz natürliche Weise ein vertrauensvolles Miteinander.

Freilich bringt das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher kultureller oder re-ligiöser Prägung auch Schwierigkeiten mit sich, die nicht verschwiegen werden dürfen. Manche davon könnten allein schon dadurch vermieden oder gemildert werden, dass man mehr voneinander weiß und einander besser kennen lernt. Andere sollten im Geist des gegenseitigen Respekts und des Dialogs einer Lösung näher geführt werden. Letzt-lich werden solche Konflikte nur durch allseitige Bemühungen in Wahrheit und Liebe überwunden werden können.

Als Christen sind wir davon überzeugt, dass wahre und bleibende Gemeinschaft von Gott her kommt und stets auf Gott hin führen wird, um sich zu vollenden. Darauf ver-trauen wir bei unserem Bemühen darum, dass das Zusammenleben der Menschen durch wechselseitiges Verstehen und Vertrauen geprägt ist.

So laden wir Sie alle herzlich zur Teilnahme und Mitwirkung an der diesjährigen Akti-onswoche ein. Sie steht unter dem Motto: Miteinander Zusammenleben gestalten. In den unterschiedlichsten Formen von gemeinsamen Aktionen, Festen, Vorträgen, Veranstal-tungen und Gottesdiensten will sie Begegnungen ermöglichen, Verständnis fördern und Vorurteile überwinden.

Aufrichtigen Dank sagen wir allen, die sich mit Engagement und Sachkenntnis, mit Weitblick und Augenmaß für die Verwirklichung dieser Ziele einsetzen. Wir bitten Sie alle, auch weiterhin dabei mitzuhelfen, dass über alle ethnischen, kulturellen und religiö-sen Unterschiede hinweg ein Zusammenleben aus dem Geist des Miteinanders gelingt.

Bischof Wolfgang Huber
Vorsitzender des Rates der
Evangelischen Kirche in Deutschland

Karl Kardinal Lehmann
Vorsitzender der
Deutschen Bischofskonferenz

Metropolit Augoustinos
Griechisch-Orthodoxer Metropolit
von Deutschland


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