"Servus Opa, sagte ich leise"

Sterben und Tod im Kinderbuch

22. November 2002


Die Darstellung von Sterben und Tod ist längst kein Tabu mehr, weder in der Kinderliteratur noch in anderen Medien. Im Gegenteil, der gewaltsame Tod gehört zum medialen Alltag, mit dem Kinder aufwachsen. Gleichzeitig hat der "natürliche" Tod nahestehender Menschen nichts von seinem Schrecken verloren, er trifft Kinder ebenso hart wie Erwachsene. Dennoch ist die Situation für Kinder und Erwachsene unterschiedlich. Wenn eine Familie von einem Todesfall betroffen ist, haben Kinder unzählige Fragen wie: Wohin gehen die Toten? Muss ich auch sterben? Kinder müssen sich ihre Sicht der Dinge erst erarbeiten und sie wenden sich mit ihren Fragen an Erwachsene, denen es ungeheuer schwer fällt, sich damit auseinander zu setzen. Kinder wollen sprechen, Erwachsene wollen meistens schweigen. Kinderliteratur kann hier eine Brücke im Gespräch zwischen den Generationen bauen und mit ihren Geschichten Kindern und Erwachsenen helfen Worte zu finden.

Die Kinder- und Jugendliteratur hat sich in den letzten Jahrzehnten zunehmend der Thematik angenommen. Dabei ist zum Teil verklärende und idyllisierende Sicht auf Tod und Sterben in der Kinderliteratur von der Jahrhundertwende bis in die Nachkriegszeit einer überwiegend realistischen Erzählweise gewichen, in der das Thema Tod - im Gegensatz zur immer wieder behaupteten Tabuisierung - geradezu bevorzugt behandelt wird. Parallel zum fast völligen Verschwinden der Religion aus der Kinderliteratur können sich Philosophie und Tod/Sterben nun schon einige Zeit als "Modethemen" auf dem Kinderbuchmarkt behaupten. Um so wichtiger ist die Frage, welche Bücher aus der Titelfülle denn gut und für die jeweilige Zielgruppe geeignet sind. Der Deutsche Verband Evangelischer Büchereien e.V. (DVEB) hat mit Fachleuten in einer Informationsbroschüre eine Auswahl Büchern zusammengestellt, die nicht nur Titel und Bestellmöglichkeit enthält, sondern gleichzeitig gute Hinweise zu Zielgruppen, thematischen Schwerpunkten und Anregungen sowie Textstellen für Gespräche gibt.

"Vom Weinen kriegt man Durst - Sterben und Tod im Kinderbuch" - so der Titel der Informationsbroschüre - ist eine sehr gute Hilfe für all die, die bisher vergeblich nach guter Literatur gesucht haben oder die Qual der Wahl hatten. Sie kann gegen einen Unkostenbeitrag beim Deutschen Verband Evangelischer Büchereien e.V., Bürgerstraße 2a, 37073 Göttingen, E-Mail: dveb@evlka.de, angefordert werden.

Deutscher Verband Ev. Büchereien: http://www.ev-buchberater.de/



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