Das Grab
Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat.
Matthäus 28,6


Entsetzt euch nicht... Er ist nicht hier.

Engel am Grab Der Gedanke, dass Jesus - für immer! - von den Toten auferstanden ist, hatte auch schon damals etwas Unheimliches: Das wäre ein beispielloses Geschehen in der ganzen Geschichte der Menschheit. Nimmt man das, was man selbst erlebt hat - oder glaubt, erleben zu können - als Maßstab für die Frage, ob Jesus wirklich auferstanden ist, dann ist die Antwort eindeutig: Das kann nicht sein.

Was wir selbst und andere erlebt haben, ist lediglich dieses: Dass "Scheintote" wieder erwachen (um dann aber auch irgendwann endgültig zu sterben), dass fromme Menschen von ihren Anhängern missverstanden und wie Götter verehrt werden. Warum sollte Jesus nicht auch in dieses Raster passen?


Der Auferstandene - ein frommer Wunsch?

Saulus Will man die ersten Christen aber nicht des bewussten Betrugs bezichtigen, nimmt man vielleicht Zuflucht zu psychologischen Erklärungsversuchen: Die Jünger sahen eben, was sie sehen wollten. Der Auferstandene - ein Phantom, geboren aus der Trauerarbeit?

Der Herr ist auferstanden!Und was ist mit Saulus, der über den Tod Jesu anfangs gewiss nicht traurig war, und alles daran setzte, die ersten Christen zum Schweigen zu bringen - der erst in der Begegnung mit dem Auferstandenen zum engagiertesten Missionar wurde, zum Paulus, der sein Leben ganz der Weitergabe der frohen Botschaft widmete: "Der Herr ist auferstanden! Der Herr ist wahrhaftig auferstanden!"? Sollte es sich dabei lediglich um einen Christuskomplex handeln? Nun: Mit Sicherheit war der Einsatz des Apostels für den Gekreuzigten alles andere als normal...


Wo ist der Gekreuzigte?

Die Frauen am Grab Darin sind sich die biblischen Texte einig: nicht mehr im Grab. Das leere Grab ist keine Erfindung der Jünger. Das leere Grab war vielmehr ein Schock für sie. Damit konnten sie Jesus nicht einmal mehr die letzte Ehre erweisen, wie es die beiden Frauen am Ostermorgen wollten - Frauen, deren Zeugnis vom leeren Grab in einer von Männern bestimmten Gesellschaft ohnehin nichts galt, denen auch die zwölf Jünger um Petrus zuerst nicht glauben wollten. Die Evangelien berichten auch von dem Schock der Wächter, die einen Diebstahl des Leichnams verhindern sollten - und von dem schon damals aufkommenden Gerücht, dass die Jünger selbst Jesus aus dem Grab entfernt hätten.

Zweifler Selbst in einer der Gemeinden von Paulus fragten sich manche Christen, ob der Glaube an die Auferstehung von Toten nicht ein bisschen naiv sei. Paulus nennt ihnen darauf die Augenzeugen - einschließlich seiner selbst. Für ihn steht und fällt der ganze christliche Glaube damit, dass Jesus von den Toten auferstanden ist.

Dass Jesus von den Toten auferstanden ist, kann aber letzlich kein Mensch beweisen - genausowenig wie die Aussage, dass mit jenem Kind in der Krippe Gott Mensch wurde oder dass Jesus mit seinem Tod am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist. Ob das wahr ist, kann am Ende nur einer beweisen: Jesus Christus selbst.

Bis dahin aber ist das leere Grab ein Hoffnungszeichen für die Christen. Damit hoffen und bezeugen sie, dass der Tod nicht das letzte Wort im Leben des Menschen hat.


In welcher Gemeinde war die Auferstehung umstritten?

Frage 1





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