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Die Kirche in Märkisch Wilmersdorf bleibt Einheimischen und Besuchern erhalten

"Für uns ist die Kirche das Fenster nach draußen, für viele ist sie die einzige Tür, in ein Gotteshaus zu gehen." So beschreibt Pfarrer Stephan Michalsky die "offene Kirche" im brandenburgischen Märkisch Wilmersdorf. Der begeisterte Motorradfahrer hält darin neben traditionellen Gottesdiensten Andachten für seinesgleichen, aber auch für unmotorisierte Zweiradfahrer und für Wanderer. Der Strom der Besucher, die aus dem nördlich gelegenen Berlin wie aus der gesamten Region in das beschauliche Wilmersdorf kommen, ist nicht reißend, aber regelmäßig.

In der barocken Dorfkirche, die "stolzer Mittelpunkt und einziger Versammlungsort" der Gemeinde ist, finden verschiedenste Veranstaltungen statt; "damit werden auch viele Besucher angelockt, die sich sonst kaum mit dem christlichen Glauben identifizieren - das ist natürlich sehr schön", sagt Michalsky. Konzerte, sei es von Chören, von Organisten oder Bläserensembles aus der Umgebung, haben in der "KiBa-Kirche des Monats Oktober" genauso ihren Platz wie Gedenkveranstaltungen, Lesungen von Schauspielern oder Ausstellungen zur Geschichte des Dorfes.

Für die rund 50 Gemeindemitglieder, die in Märkisch Wilmersdorf leben, hat das Kirchlein meist eine große persönliche Bedeutung, weiß der Pfarrer: "Viele Bewohner sind hier getraut, konfirmiert und auch getauft worden."

Auch architektonisch ist die Kirche aufgrund ihrer Komposition von besonderer Art "und in dieser Form wahrscheinlich einmalig", mutmaßt Michalsky: Das Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert ruht auf einem Grundmauerwerk aus steinernen Findlingen aus dem 13. Jahrhundert. Die barocke Patronatskirche wurde um 1745/46 um einen klassizistischen Gruftanbau zur Grablege der Grafen von Schwerin erweitert. An der Stirnseite des Gebäudes erinnert das Wappen an die Schwerins in der Wilmersdorfer Linie.

Auf dem Taufbecken im Kircheninneren ist die vormalige Bezeichnung des Ortes "Wendisch-Wilmersdorf"  zu lesen. "Ursprünglich hieß der Ort einfach Wilmersdorf", erklärt Michalsky, "um 1630 wurde der Zusatz ,Wendisch' eingeführt, um Verwechslungen mit ,Deutsch Wilmersdorf' in Berlin zu vermeiden. Die Nationalsozialisten haben diesen Zusatz dann zu ,Märkisch' umgewandelt".

In der DDR-Zeit ging das ursprüngliche "Junkervermögen" zunächst in Volkseigentum über; mit dem Eigentumsbereinigungsgesetz von 1953 wurde die Dorfkirche an die Landeskirche übergeben. Rund 250.000 Euro müssen für die Sanierung des im Lauf der Jahre arg in Mitleidenschaft gezogenen Gebäudes aufgebracht werden; "vor allem der 2005 gegründete Förderverein ist hier sehr aktiv", sagt der Pfarrer. Der erste Schritt ist schon geschafft: Nachdem im letzten Jahr bereits das Dach der Kirche saniert werden konnte, stehen nun Zimmererarbeiten am Turm an. Auch die Fassade soll im kommenden Jahr noch renoviert werden. Die Stiftung KiBa fördert das Vorhaben - nicht zuletzt dank einer Projektspende - mit 23000 Euro. Pfarrer Michalsky ist optimistisch: "Wir unternehmen wirklich alles, um diesen besonderen Ort der Versammlung weiter erhalten zu können".

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Förderanträge an die Stiftung für Bauvorhaben, die im Jahr 2015 verwirklicht werden sollen, können bis zum 30. Juni 2014 gestellt werden.

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Publikationsdatum dieser Seite: Montag, 17. März 2014 15:55