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Atlanta 1996

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Was es mit BERTHA und MARTHA auf sich hat

Der große Strom der olympischen Fans zieht freundlich durch die Metropole des Südens

Nachdem die Sturmboen der windigen "BERTHA" zum Glück an Atlanta vorbeigezogen sind, hat jetzt die große Zeit der eiligen "MARTHA" begonnen. "MARTHA" ist in der Tat eine dienstbare Magd - zuständig für die buntgekleideten Besucher aus aller Welt. "MARTHA" ist das innerstädtische Verkehrssystem der Millionenmetropole Atlanta. Neben einigen Buslinien sind damit hauptsächlich die beiden großen U-Bahnlinien gemeint - und dies ist viel im Land des Individualverkehrs.

Ohne diese Verkehrsverbindungen würde Downtown Atlanta durch den Ansturm der Massen lahmgelegt - so aber gestalten sich Warte- und Fahrzeiten angesichts der Dimensionen Olympischer Spiele durchaus vertretbar. Trotz des Gedränges herrscht eine freundliche, friedliche Stimmung - von groß bis klein ist alles auf den Beinen, um zu den Wettkampfstätten zu eilen - von Aggressionen keine Spur. Man muß wahrscheinlich auch mit der "südlichen Gastfreundlichkeit" geboren und aufgewachsen sein, um die Fülle der Fragen nach Tickets, Wegen, Essen oder Getränken stets mit Geduld und Zeit zu beantworten. Fast alle Menschen in Atlanta haben ein freundliches Wort für die Gäste und freuen sich über den Besuch in ihrer Stadt, in der jedoch auch nur wenige Hundert Meter vom Zentrum oder den Wohnvierteln die sozialen Probleme nicht zu übersehen sind.

Schnell gewinnt man den Eindruck, daß die Amerikaner die Spiele zu ihrem öffentlichen Fest machen: Das Leben spielt sich nicht mehr nur in den klimatisierten Räumen ab, sondern nachts, gerade an den Wochenenden, finden kleine, muntere Partys am Straßenrand oder in den Vorgärten statt: Feierabendstimmung in der erfrischenden Kühle der nächtlichen Stunden.

Vor allem haben aber die zahlreichen Kirchen in der Stadt ihre großen Tage. Mit einem gemeinsamen "Willkommensprogramm" bieten sie nicht zur Zeit für Gespräche bei einer Tasse Kaffe, sondern auch eine Ruhepause für die müden, wunden Füße. Alle fünf Minuten trifft man auf eine der unterschiedlichsten Kirchen, die zu Gottesdiensten und Andachten, aber auch zu Essen und Trinken und Musik einladen. Die Kirchengemeinden Atlantas zeigen sich als großartige Gastgeber für die Menschen aus aller Welt.

Die Deutsche Gemeinde (Erlöser-Kirche der Redeemer Lutheran Church) in Atlanta eröffnet mit einem "Begrüßungstag" am 23. Juli ihr Kirchencafé. Den Athleten und Besuchern im Zeichen der Ringe, die Ruhe und Abkühlung suchen, soll hier an Atlantas "Peachtree", der Hauptflaniermeile, Gelegenheit gegeben werden, sich kostenlos auszuruhen und miteinander ins Gespräch zu kommen.


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Publikationsdatum dieser Seite: Mittwoch, 4. April 2012 14:48