Kirchensteuer bei Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge ab 2009 bzw. 2015

Für Erträge aus im Privatvermögen gehaltenen Kapitalanlagen (z.B. Zinsen, Dividenden) gilt mit Beginn des Jahres 2009 ein neues Erhebungsverfahren und ein gesenkter Steuersatz (Abgeltungsteuer).

Die Besteuerung von Kapitalerträge erfolgt danach grundsätzlich im Wege des direkten Steuerabzugs durch die die Kapitalerträge auszahlenden Stellen (i.d.R. die Banken). Dabei werden die Kapitalerträge, soweit sie über den Sparerpauschbeträgen liegen, nur noch mit 25 Prozent (statt bisher maximal 45 Prozent) zuzüglich Solidaritätszuschlag und bei bestehender Kirchenmitgliedschaft mit Kirchensteuer belastet. Die steuermindernde Wirkung des Sonderausgabenabzugs für die Kirchensteuer ist beim Steuerabzug berücksichtigt.

Für den Einbehalt der Kirchensteuer geben die Kirchenmitglieder bei der Bank bzw. den Banken ihre Religionszugehörigkeit an. Die Bank hält dafür Antragsformulare bereit. Die Bank behält dann die Kirchensteuer auf die Abgeltungsteuer ein und führt sie an die zuständige Landeskirche ab. Somit wird der Kirchensteuerabzug dann endgültig und anonym, d.h. ohne Benennung des Steuerpflichtigen seitens der Banken vorgenommen. Teilt das Kirchenmitglied seiner Bank bzw. den Banken die Religionszugehörigkeit nicht mit, müssen die Kapitalerträge zur Festsetzung der Kirchensteuer weiterhin im Rahmen der Einkommensteuererklärung durch das Kirchenmitglied angegeben werden.

Ab dem Jahr 2015 erhält die abzugsverpflichtete Stelle die Religionszugehörigkeit unter strenger Beachtung des Datenschutzes direkt aus dem ELSTAM-Verfahren der Finanzverwaltung mitgeteilt. Dies entspricht dem verfassungsgerichtlich anerkannten Verfahren beim Einbehalt der Kirchenlohnsteuer durch den Arbeitgebern.

Downloads


EKD Logo
Evangelische Kirche in Deutschland
Copyright ©2014 Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) | Datenschutz | Impressum
Publikationsdatum dieser Seite: 30.06.2014 11:57