Besonderes Kirchgeld in glaubensverschiedenen Ehen

Das Besondere Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe ist eine besondere Form der Kirchensteuer. Sie betrifft Kirchenmitglieder, deren Ehepartner keiner Religionsgemeinschaft angehören oder einer, die keine Steuern erhebt.

Hat das Kirchenmitglied keine eigenen oder im Vergleich zum Ehepartner geringere steuerpflichtige Einkünfte, wird die Abgabe nach dem so genannten Lebensführungsaufwand berechnet. Dieser drückt sich typisierend im gemeinsam zu versteuernden Einkommen der Ehepartner aus. Dadurch zahlt das Kirchenmitglied entsprechend seinen individuellen Möglichkeiten (seiner Leistungsfähigkeit) Kirchgeld, das an Stelle der regulären Besteuerung mit 8% oder 9% tritt. Bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage ist § 51a EStG zu berücksichtigen.

Eine Ausnahme der Regelung tritt in einigen Bundesländern dann ein, wenn der glaubensverschiedene Ehepartner einer Religionsgemeinschaft angehört, die zwar Abgaben erhebt, diese aber nicht über das Finanzamt einzieht. Das besondere Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe kann dann angerechnet werden.

Das Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe wird im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung berechnet und erhoben; Vorauszahlungen können festgesetzt werden. Bemessungsgrundlage ist das gemeinsam zu versteuernde Einkommen der Ehepartner (nach § 2 Abs. 5 EStG). Demnach liegt die steuerliche Belastung meist zwischen 0,3% und 1,2% des zu versteuernden Einkommens. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung kann das Kirchgeld als Sonderausgabe abgezogen werden. Eventuell entrichtete Kirchenlohnsteuer wird auf das besondere Kirchgeld angerechnet.

Das Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe wird von den evangelischen Landeskirchen, römisch-katholischen Diözesen und der altkatholischen Kirche in den folgenden Bundesländern erhoben: in Baden-Württemberg (nur ev.); Bayern (nur ev.); Berlin; Brandenburg; Bremen; Hamburg; Hessen (auch Freirel. Gemeinde Mainz u. Offenbach, jüd. Gemeinden Frankfurt, Bad Nauheim, Darmstadt, Fulda, Gießen Kassel, Offenbach); Mecklenburg-Vorpommern; Niedersachsen; Nordrhein-Westfalen (nur ev.); Rheinland-Pfalz (ev. und Bistum Limburg, Mainz, Speyer, Trier, Freireligiöse Gemeinde Mainz); Saarland (ev. und Bistum Speyer und Trier); Sachsen; Sachsen-Anhalt; Schleswig-Holstein; Thüringen

Die Bemessungsgrundlage ergibt sich aus folgender Tabelle:

 

Bemessungsgrundlage
(Gemeinsam zu versteuerndes Einkommen nach § 2 Abs. 5 EStG)

jährliches besonderes Kirchgeld

 Stufe

 Euro

 Euro

1

30.000 - 37.499

96

2

37.500 - 49.999

156

3

50.000 - 62.499

276

4

62.500 - 74.999

396

5

75.000 - 87.499

540

6

87.500 - 99.999

696

7

100.000 - 124.999

840

8

125.000 - 149.999

1.200

9

150.000 - 174.999

1.560

10

175.000 - 199.999

1.860

11

200.000 - 249.999

2.220

12

250.000 - 299.999

2.940

13

300.000 und mehr

3.600


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Publikationsdatum dieser Seite: 30.06.2014 12:09