In der Helferkneipe herrscht Narrenfreiheit

Wie Pfadfinder und Pfadfinderinnen vom Kirchentag entspannen können

"Nehmt euch nun noch einen Keks, legt die Füße hoch und fühlt euch in euerer Helferkneipe wie Zuhause!" So werden die 4500 Helfer und Helferinnen des Kirchentages auf ihrer eigenen Webseite in Halle 10.1 eingeladen. In der so genannten Helferkneipe ruhen sie sich aus, spielen Kicker oder finden den Partner fürs Leben.

In der Helferkneipe gibt es keine Kirchentagsbesucher: sie ist von Helfern für Helfer da. Viele von ihnen sind junge Pfadfinder, die fünf Tage lang Fahnen aufhängen, Kurier fahren oder Pappschilder hochhalten. Sie kommen her, um sich vom Stress zu erholen und Spaß zu haben. Eine gewöhnliche Kneipe ist die Helferkneipe dabei nicht. Alkohol und Zigaretten sind tabu. Dafür reicht das Angebot weiter.

Wie zu Hause sollen sich die Helfer und Helferinnen hier fühlen und so dürfen sie sich auch benehmen: "Wir sind für alles zu haben", sagt Bly. Der 21-jährige Hamburger stellt sich wie die meisten Pfadfinder nur mit seinem Spitznamen vor. Auf seinem ersten Kirchentag vor genau zehn Jahren hatte er noch Brötchen geschmiert, jetzt leitet er die Kneipe als Vizechef. "Du kannst auch Helferkneipenkomplizevize zu mir sagen." Den Helfern und Helferinnen stehen mehrere Räume in der Kneipe zur Verfügung. Im "Wohnzimmer" kann man sich unterhalten und eine Runde Skat spielen. Nebenan im "Salon" gibt es am Donnerstag und Freitag Abend Musik und Tanz.

Die Kantine liefert dazu "feinste Kaffeehaus-Spezialitäten" – soviel sich auf drei Herdplatten eben zubereiten lässt. In der "Chillout-Area" können sich erschöpfte Helfer kurz hinlegen. Im "Arbeitszimmer" finden die Helfer und Helferinnen an der Pinwand neben Wohnungen und Fundsachen auch eine Rubrik für Kontakt suchende Singles. Das Foto eines jungen Mannes hängt schon zwei Tage vor Beginn des Kirchentages dort.

Das 'Wohnzimmer' der Helferkneipe

Blys Hamburger Jungs haben das alles am Samstag aufgebaut. Am Tag vor der Eröffnung fehlen eigentlich nur noch die Hängematten für die Chillout-Area. Die meisten Helfer haben kaum die Zeit, an Veranstaltungen des Kirchentages teil zu nehmen. Daher finden parallel in der Helferkneipe sogar Diskussionsrunden zu den drei Hauptthemen des Kirchentages statt: "Die Welt ist wie eine WG, in der sich keiner für das Aufräumen verantwortlich fühlt", so wird zum Thema "Wie sollen wir handeln?" eingeladen. Die Pfadfindergruppe beginnt und beendet zudem jeden Tag mit einer gemeinsamen Andacht. Die Kneipe wird damit auch ein Stück zur Kirche.

Die Jungs pausieren gerade mit dem Aufbau und genießen lässig die Aussicht vom Salon auf das Messegelände. Probleme mit der Helferkneipe wird es Blys Ansicht nach keine geben. "Allerdings werden die Füße in der Chillout-Area wohl ganz schön stinken."

Zur Website der Helferkneipe
http://www.helferkneipe.de/



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