Kirchentag macht Umwelt und Klimawandel zum Thema

Treffen in Hannover soll umweltfreundlichstes Großereignis sein

Hannover (epd). Schon seit Jahren sei der Deutsche Evangelische Kirchentag die umweltfreundlichste Großveranstaltung weltweit, sagt Organisationsleiter Tilman Henke. Beim Treffen in Hannover vom 25. bis 29. Mai mit rund 100.000 Dauerteilnehmern wird die Umwelt auch zu einem der wichtigsten Themen: Auf dem Messegelände findet ein Klimamarkt statt und 80.000 blaue Schals verkünden «Kirchentag für Klimaschutz». Auch das Motto des Großereignisses mahnt zur Nachhaltigkeit: «Wenn dein Kind dich morgen fragt...»

Umweltfreundlich ist traditionell schon die Anreise vieler Besucher zum Kirchentag: Busse und Bahnen, diesmal vier Sonderzüge, bringen mehr als 90 Prozent der Teilnehmer in die «Expo- und Messestadt». Die Organisatoren rechnen mit 800 anreisenden Reisebussen. Der Teilnehmerausweis gilt als Fahrkarte für Busse und Bahnen im Großraum. So werden auch Zehntausende täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Innenstadt und Messegelände pendeln. An beiden Endpunkten verleiht der Kirchentag Fahrräder.

Die Teilnehmer können selbst etwas für die Ökobilanz des Kirchentages tun. In vielen der Gemeinschaftsquartiere in Schulen wird das Frühstück «öko-fair» organisiert, also mit Lebensmitteln aus biologischer Erzeugung und fairem Handel. Auf der Messe und bei den Bühnen in der Innenstadt gibt es ökologisch orientierte Verpflegung. Mülltrennung ist ein Gebot, ebenso wie der Verzicht auf Einwegverpackungen und auf Werbematerialien, die gleich im nächsten Papierkorb landen.

Für die Arbeit des Zentralbüros in Fulda, den 29. Kirchentag 2001 in Frankfurt am Main und den Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin gab es ein Umweltcontrolling. Mit der Wahl eines «grünen» Stromanbieters, mit Investitionen in regenerative Energie und einer eigenen Fotovoltaik-Anlage in Fulda ist das Ziel einer emissionsfreien Stromversorgung nach Angaben des Kirchentages zu 94 Prozent erreicht.

Dennoch bleibt einiges zu tun, bilanziert das Umwelt-Controlling streng: Die Teilnehmer verbrauchen zu viel Strom und werden zum Energiesparen angehalten. An Papier will der Kirchentag sparen und auch an Kraftstoff - die Fahrer der 100 Autos umfassenden Fahrzeugflotte in Hannover haben Spritspar-Kurse absolviert. Notwendige Flugreisen werden mit Ausgleichszahlungen an die Initiative «atmosfair» kompensiert. Das Controlling geht bis in die Einzelheiten: Zu viele Batterien würden verbraucht, zu wenige Papphocker am Ende verkauft.

Experten von Umwelt- und Energieorganisationen informieren beim «Klimamarkt» außerdem darüber, was man sonst noch tun kann. Zum Angebot gehören Schnupperwochen beim Car-sharing, Startguthaben für Öko-Strom, Rabatt auf eine Sparlampe oder ein Heizkostengutachten für die eigene Wohnung. (Burkhart Vietzke, epd)



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