Kollektenempfehlungen der EKD

2010: EKD-Kollekte für besondere gesamtkirchliche Aufgaben

Verwendungszweck

Evangelium und Kirche in den Medien

Text für eine Kanzelabkündigung

Der grundlegende Auftrag der Kirche ist es, das Evangelium unter die Leute zu bringen. Zu jeder Zeit hat sie sich zur Erfüllung dieses Auftrags der jeweils modernen Medien bedient. Dynamik und Ausbreitung der Reformation des 16. Jahrhunderts wären nicht möglich gewesen ohne die Erfindung und die zielstrebige Nutzung des Buchdrucks. Was damals der Buchdruck war, ist heute vor allem das Internet. Das bedeutet keine Geringschätzung der bewährten Medien: Druckerzeugnisse, Film, Hörfunk usw. Aber eine missionarische Kirche muss gerade in denjenigen Medien präsent sein, die die Menschen von heute vorrangig nutzen. Das kostet nicht zuletzt Geld. Darum erbitten wir heute Ihre Kollekte. Es geht um die Präsenz des Evangeliums und der Kirche in den Medien.

Hintergrundinformationen

Kommunikation und Öffentlichkeit sind Schlüsselbegriffe, um Auftrag und Aufgabe der evangelischen Kirche zu beschreiben. Denn die Verkündigung des Evangeliums, aus der Glaube und Kirche entstehen, ist ein Kommunikationsgeschehen. Die evangelische Kirche hat sich dieses Zusammenhangs wegen auch stets für Modernisierungsprozesse in der öffentlichen Kommunikation interessiert. Das bedeutet nicht, dass sie sich von den klassischen Formen der öffentlichen Kommunikation gelöst hat. Als Kirche der Bibel und der viva vox evangelii bleibt sie vielmehr der Lese- und der Hörkultur von Grund auf verpflichtet. Aber die sich permanent wandelnde Medien- und Informationsgesellschaft verstärkt die Verpflichtung der Kirche, die ihr anvertraute gute Nachricht als eine öffentliche, an die ganze Gesellschaft gerichtete Botschaft zu verkünden. Weil die Medien eine Schlüsselfunktion für die individuelle Wahrnehmung und für den Aufbau von Lebensorientierung und Weltbild haben, muss die evangelische Publizistik alles daran setzen, ihre Kräfte zu konzentrieren und ihre Aufgaben mit neuen Ideen zu verwirklichen.

Heute ist neben Druckerzeugnissen, Hörfunk, Fernsehen und Film vor allem das Internet das Mittel der Kommunikation schlechthin. Die evangelische Kirche war von Anfang an auch im World Wide Web präsent. Sie hat ihr Angebot jetzt noch einmal deutlich erweitert und das Multimediaportal evangelisch.de entwickelt. Damit ist es schon ansatzweise gelungen, die vielfältigen evangelischen Internetangebote der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), ihrer Gliedkirchen und Werke besser auffindbar zu machen und weiter zu profilieren. Diese Entwicklung muss sich fortsetzen und verstärken.

Im Multimediaportal evangelisch.de, aber auch in den ZDF-Gottesdiensten, in ihrem Engagement bei Bibel.TV und dem Jugendsender [true:] young television, in der Fernsehtalkshow „Tacheles – Die Zehn Gebote“ bei Phoenix, in Sendungen bei Sat1 und RTL, in der Beteiligung an Kinoproduktionen wie „Bonhoeffer“ und „Luther“ sieht die EKD eine große missionarische Chance, um einen Beitrag zur Vermittlung des christlichen Glaubens zu leisten. Mit diesen Medienaktivitäten erreicht die evangelische Kirche bereits ein Millionenpublikum. Vor dem Hintergrund der beschriebenen Herausforderungen aber wachsen die Ansprüche an die evangelische Medienarbeit beständig.



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