Kollektenempfehlungen der EKD

2011: EKD-Kollekte für besondere gesamtkirchliche Aufgaben

Verwendungszweck

Für den Dienst der Kirche an Menschen unterwegs

Text für eine Kanzelabkündigung

Wir erbitten heute Ihre Spende für zwei Zwecke:

  • die Verstärkung des kirchlichen Dienstes für Menschen im Urlaub und
  • die Intensivierung der kirchlichen Arbeit mit Flüchtlingen.

Menschen im Urlaub und Menschen auf der Flucht haben eines gemeinsam: Sie sind unterwegs. Aber die beiden Situationen könnten nicht unterschiedlicher sein - und gerade deswegen werden diese kirchlichen Aufgaben zusammen Ihrer Freigiebigkeit ans Herz gelegt. Unsere Kirche soll und will für beide da sein:

  • für die, denen es gut geht und die sich ihres Lebens freuen, und
  • für die, denen es dreckig geht und die keiner haben will.

Hintergrundinformationen

  1. Kirche in Urlaubssituationen

    Ferien und Urlaub sind für viele die wichtigste Zeit im Jahr. Auch Menschen, die im Alltag kaum Kontakt zu Kirche haben, sind hier offen für Fragen nach Glaube, Gott, geistlicher Geborgenheit. Die Kollekte dient dazu, dieser Nachfrage durch ein breites kirchliches Angebot im Urlaub zu entsprechen. Ehren- und Hauptamtliche sollen für die Tätigkeit qualifiziert, gelungene Modelle vernetzt und neue ansprechende Angebote entwickelt werden. Dabei ist speziell die Unterstützung solcher Urlaubsregionen im Blick, in denen dieser Auftrag auf Grund der vorhandenen kirchlichen Möglichkeiten bisher kaum wahrgenommen werden kann.

    Der Bereich des spirituellen Tourismus bzw. geistlichen Reisens nimmt - wie verschiedene Erhebungen zeigen - im Bereich des Tourismus eine immer größere Bedeutung ein. Verbunden mit dem Trend zu einem stärkeren Inlandstourismus bietet sich der evangelischen Kirche hier eine besondere missionarische Möglichkeit. Das Wesen von Religion als "Unterbrechung" wird im Urlaub in besonderer Weise erfahrbar. Dies wird durch die touristische Bedeutung, die den Reformationsstätten im Zuge der 500jährigen Reformationsjubiläen in den kommenden Jahren zukommt, noch unterstrichen; die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) ordnet diesen Anlass für Deutschland als "Stammland der Reformation" in der gleichen Kategorie wie die Fußballweltmeisterschaft ein.

    Die kirchliche Begleitung schwankt jedoch auf Grund der sehr unterschiedlichen kirchlichen Infrastruktur in den einzelnen Urlaubsregionen. Mit den Kollektenmitteln sollen Möglichkeiten gefördert und neu geschaffen werden, die mit Konzeptionen, Materialien und Vernetzungen die Arbeit in diesem Handlungsfeld trägt und unterstützt.

  2. Kirche bei den Flüchtlingen

    Noch immer sehen sich viele Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen – auf der Flucht vor Krieg, Gewalt oder Hunger. Ihre Situation ist geprägt von Leid und Hoffnungslosigkeit.

    Politischer Einsatz für Flüchtlingsrechte und für den Zugang von Flüchtlingen zu gesellschaftlichen Einrichtungen bildet dabei den Schwerpunkt der mit dieser Kollekte geförderten Arbeit. In Zeiten leerer Kassen ist die Unterstützung kirchlicher und der Kirche nahe stehender Vorhaben umso wichtiger, die in Bereichen wie etwa des Bleiberechts oder der Europäisierung des Asylrechts kurzfristig durchgeführt werden müssen. Durch diese Unterstützung ist die Kirche in der Lage, mit hoher Flexibilität auf die sich stetig verändernden rechtlichen Rahmenbedingungen für Flüchtlinge zu reagieren.

    In den letzten Jahren war es dank solcher Kollekten beispielsweise möglich, Veranstaltungen der Bundesarbeitsgemeinschaft "Asyl in der Kirche" ebenso zu fördern wie eine Tagung zum europäischen Asylrecht. Neben der Unterstützung akuter Maßnahmen zum Flüchtlingsschutz und der Verteidigung von Flüchtlingsrechten gehört auch die Arbeit des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses für die Interkulturelle Woche in dieses Handlungsfeld. Bundesweit beteiligen sich daran jedes Jahr rund 270 Kirchengemeinden und Kommunen mit über 3.000 Veranstaltungen.



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