Kollektenempfehlungen der EKD

2011: EKD-Kollekte für das Diakonische Werk der EKD

Verwendungszweck

Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung

Text für eine Kanzelabkündigung

Am 5. Februar hat der Präsident des Europäischen Parlamentes Jerzy Buzek das "Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung" für das Diakonische Werk der EKD offiziell eröffnet.

Die Diakonie setzt sich auf vielfältigste Weise für die Linderung und Bekämpfung von Armut ein. Mit ihren Beratungsangeboten hilft sie von Armut bedrohten Menschen ihre Rechte im Sozialstaat wahrzunehmen. Durch berufliche Integration gibt sie insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit aus typischen Armutskarrieren auszubrechen. Über Tafeln, "Umsonstläden" und viele weitere Angebote lindert sie Armut, jedenfalls zeitweise. In vielen Projekten bietet sie dabei Möglichkeiten, sich mit freiwilligem Engagement einzubringen und baut so Brücken über soziale Gräben hinweg. Mit Ihrer Kollekte unterstützen Sie diesen wichtigen Arbeitsschwerpunkt des Diakonischen Werkes der EKD in diesem Jahr.

Pfarrer Klaus-Dieter Kottnik
Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland

Hintergrundinformationen

Deutschland ist ein Land, in dem das Risiko unter Armut zu leiden wächst und die Kluft zwischen arm und reich immer größer wird. Dieser Zustand wird sogar von einem Teil der Intellektuellen gerechtfertigt - wenn man etwa an die Äußerung des Karlsruher Philosophen Peter Sloterdijk denkt.

Im Gegensatz dazu drängt das Diakonische Werk der EKD die Politik an armutsverhindernden Strukturen zu arbeiten. Es setzt sich dafür ein, einen gesellschaftlichen Konsens zu erreichen über die Notwendigkeit Armut und soziale Ausgrenzung zu bekämpfen.

Armut ist ein Thema, das uns als Diakonie in Deutschland nicht erst seit diesem Jahr bewegt. Das Bundessozialgericht hat die Hartz-IV-Regelsätze für Kinder als verfassungswidrig bezeichnet und dieser Auffassung ist das Bundesverfassungsgericht gefolgt. Dabei haben sich die Gerichte wesentlich auf eine Untersuchung des Diakonischen Werkes gestützt.

In einer längeren Untersuchung hat das Diakonische Werk nachgewiesen, dass sich die Rechtsstellung armer Menschen in den letzten Jahren laufend verschlechtert hat. In weiteren Analysen konnte das Diakonische Werk verdeutlichen, dass insbesondere arme Menschen durch Krankheit und chronische Leiden erheblich stärker in ihrer Lebensqualität eingeschränkt werden als andere Bevölkerungsgruppen. Armut ist in unserem reichen Land schlicht skandalös. Insofern wird das Diakonische Werk das "Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung" dazu nutzen, dieses Thema auf vielen Ebenen in den politischen Diskurs zu bekommen.



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