Kollektenempfehlungen der EKD

2012: EKD-Kollekte für das Diakonische Werk der EKD

Verwendungszweck

  • Diakonie - Anwalt und Hilfen für Familien

Text für eine Kanzelabkündigung

Viele Familien in Deutschland sind im Alltag hohen Belastungen ausgesetzt, sei es, dass der Vater oder die Mutter von Arbeitslosigkeit betroffen sind oder das Familieneinkommen nicht zum Leben ausreicht, sei es, dass die Familie sich nur noch am Wochenende sieht, weil der Arbeitsplatz des Vaters weit weg ist, sei es, dass die Mutter allein für ihre Kinder sorgen muss.

Die meisten Väter und Mütter wollen ihren Kinder gute Eltern und einander verläßliche Partner sein. Zwischen den eigenen Idealen und dem schwierigen Alltag sehen sie sich aber oft einer Zerreißprobe ausgesetzt. Leidtragende sind in jedem Fall die Kinder.

Diakonie und Kirche sind mehr denn je gefragt, Erwachsene wie Kinder dabei zu unterstützen, ihren Alltag zu bewältigen und einen Ausweg aus schwierigen Lebensumständen zu finden. Kirche und Diakonie leisten mit ihren Angeboten in 600 Beratungsstellen umfassende Hilfe, für Leib und Seele. Sie sind darin ein unverzichtbarer Dienst am Menschen. Dafür bitten wir Sie herzlich um Ihre Mithilfe.

Pfarrer Johannes Stockmeier
Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland

Hintergrundinformationen

Kinder haben nicht zwangsläufig schlechte Zukunftschancen, nur weil wenig Geld in der Familie vorhanden ist. Vielen Eltern gelingt es, auch unter schwierigen materiellen Voraussetzungen gut für ihre Kinder zu sorgen. Eltern verzichten eher auf Urlaub, auf Bekleidung für sich selbst oder eigene Freizeitaktivitäten, als dass sie bei Kinderbekleidung oder Schulmaterial sparen.

Zugleich ist Armut aber ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklungs- und Bildungsmöglichkeiten von Kindern. Wenn Familien kein Geld für das Nötigste haben, wenn die Eltern gar keinen Ausweg mehr aus ihren Problemen sehen können und selbst überfordert sind, können sie auch ihre Kinder nicht gut fördern und unterstützen.

Armut ist mehr und anderes als nur Mangel an Geld. Armut heisst oft auch, für sich und die Kinder keine Zukunftsperspektiven zu sehen, sich missachtet und aus der Gesellschaft ausgegrenzt fühlen. Menschen in schwierigen Lebenslagen brauchen praktische Hilfe und sie brauchen Orte, an denen sie sich ihre Ängste und Sorgen „von der Seele“ reden können, an denen sie Gehör finden und Wertschätzung erleben und für sich wieder Hoffnung schöpfen können. Kirche und Diakonie leisten solch umfassende Hilfe an Leib und Seele.

Die kirchlich-diakonischen Familien- und Lebensberatungsstellen unterstützen Menschen dabei, einen Ausweg aus ihren Problemen finden und Konflikte und Krisen in der Partnerschaft oder Familie zu bewältigen. In strukturschwachen Gebieten mit hoher Arbeitslosigkeit und Abwanderung verstärkt die Diakonie dieses Beratungsangebot, für Erwachsene und Kinder, für Einzelne, Paare und Familien.

Ganz besonders alleinerziehende Mütter sind in hohem Masse von Armut bedroht – und damit auch ihre Kinder. Sie haben oft genug keine abgeschlossene Ausbildung und deshalb auch nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt und sind auf auf staatliche Leistungen angewiesen. Diakonische Einrichtungen bieten hier konkrete Hilfe beispielsweise durch Ausbildungsangebote für junge Mütter, die ihnen dabei helfen, dass sie sich eine eigene Existenz aufbauen und selbst für ihre Kinder sorgen können.

Kirche und Diakonie sind sich ihrer gesellschaftlichen Mitverantwortung bewusst und verstehen sich als kritische Begleiter der Politik. Diakonie leistet in der Tradition Johann Hinrich Wicherns profilierte und umfassende soziale Arbeit, die dazu beiträgt, dass Erwachsene wie Kinder für sich eine Zukunftsperspektive entdecken können.



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