Kollektenempfehlungen der EKD

2012: EKD-Kollekte für Ökumene und Auslandsarbeit

Verwendungszweck:

  • "Versöhnte Verschiedenheit - Einheit in Vielfalt": Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2013 in Busan / Südkorea

Text für eine Kanzelabkündigung

Gemeinschaft erfordert Begegnung. Dies gilt auch für die weltweite Gemeinschaft der Kirchen. Kirchen aus verschiedenen Teilen der Welt und aus unterschiedlichen Traditionen können ihre Verbundenheit erleben, ihre Gemeinsamkeiten stärken und Unterschiede geschwisterlich gestalten.

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) bietet Raum für eine solche Begegnung. In ihm sind rund 350 Kirchen protestantischer, anglikanischer und orthodoxer Prägung aus aller Welt zusammengeschlossen. Die alle sieben Jahre stattfindende Vollversammlung des ÖRK findet 2013 in Busan, Südkorea, statt. Dort werden zentrale Fragen des gemeinsamen Zeugnisses der Kirchen bearbeitet und weitreichende Beschlüsse gefasst.

Es wird um ein gemeinsames Zeugnis für einen "gerechten Frieden" gehen. Die Not verfolgter und bedrängter Christen ruft nach verstärkten Formen von Unterstützung und Anwaltschaft. Ein gemeinsames Verständnis von Mission soll erarbeitet werden. Strategien zum Dialog mit den Pfingstkirchen, die weitgehend nicht zum ÖRK gehören, werden gesucht. Schließlich geht es um Perspektiven des Dialoges mit den Weltreligionen.

Mit der Kollekte will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) die Vorbereitung und Durchführung dieser wichtigen Vollversammlung unterstützen.

Hintergrundinformationen

Im Rhythmus von sieben Jahren findet die Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) statt. Die Vollversammlung ist "das oberste Leitungsorgan" des ÖRK. Ihre Aufgabe ist die Überprüfung der Programme und die Festlegung der allgemeinen Ausrichtung der Arbeit des ÖRK sowie die Wahl des Präsidiums und des Zentralausschusses. Letzterer ist das Leitungsorgan des ÖRK in der Zeit zwischen den Vollversammlungen.

In Ausschüssen und Geschäftssitzungen wird die Vollversammlung für die nächsten sieben Jahre wichtige thematische und strategische Beschlüsse fassen. Es wird auch um eine Weiterentwicklung ihrer inneren Verfassung gehen. Darüber hinaus wird die Versammlung durch gemeinsame gottesdienstliche Feiern und vor allem durch die Begegnung und den Austausch unter den mehreren tausend Besuchern und -innen geprägt, die nicht unmittelbar dem Beschlussgremium der Vollversammlung angehören. Diese Begegnungen und Gottesdienste drücken eine christliche Gemeinschaft des ÖRK aus, die weit über die unmittelbare Mitgliedschaft in den Entscheidungsgremien hinausgeht und eine Brücke baut zu vielen Kirchen, die dem ÖRK (noch) nicht angehören.

Die 10. ÖRK-Vollversammlung wird von 2. bis 13. Oktober 2013 im südkoreanischen Busan stattfinden. Der Veranstaltungsort bietet besondere Chancen für einen verstärkten Dialog mit den evangelikalen Kirchen und den Pfingstkirchen, die in Korea und Asien die kirchliche "Landschaft" stark prägen. Auch bieten sich günstige Bedingungen für das interreligiöse Gespräch, weil die Kirchen in Busan dem Buddhismus und Konfuzianismus begegnen.

Da Korea ein geteiltes Land ist, wird das Friedensthema einen weiteren Schwerpunkt bilden. Auf der Tagesordnung werden ebenso die Bewahrung der Schöpfung mit der zentralen Frage der Erderwärmung stehen sowie die Gestaltung eines gerechten Wirtschaftens. Vorbereitet wird dieser Teil der Arbeit der Vollversammlung durch die in 2011 abgeschlossene Dekade zur Überwindung von Gewalt und durch die Ergebnisse der Internationalen Friedenskonvokation für einen "gerechten Frieden" in 2011 in Kingston, Jamaica. Dafür hat sich die EKD in den vergangenen Jahren besonders engagiert.

Die Lage von bedrängten und verfolgten Christen und das Eintreten für das Menschenrecht auf Religionsfreiheit werden angesichts der bedrückenden Zunahme von Gewalt gegen Christen von besonderer Bedeutung sein. Schließlich wird die Diskussion um ein gemeinsames Missionsverständnis eine zentrale Rolle spielen. Ebenfalls von großer Bedeutung wird die Rolle des ÖRK für den weltweiten interreligiösen Dialog sein. Hier hat der ÖRK mit einer Begegnung von hochrangigen Vertretern muslimischer Organisationen im November 2010 eine neue Initiative ergriffen. Auch hier kann die EKD mit ihren Erfahrungen Wesentliches beitragen.

Damit diese Vollversammlung stattfinden kann, wurden alle Mitgliedskirchen gebeten, sich an den Kosten zu beteiligen. So kann die Teilnahme von kleinen und armen Kirchen gefördert und die inhaltliche Vorbereitung vorangetrieben, können Materialien erstellt und die Versammlungsorte gestaltet werden. Auch soll ermöglicht werden, durch moderne Medien Menschen in aller Welt aus der Entfernung an den Veranstaltungen teilhaben zu lassen.

Die EKD hat die Versammlung bereits 1999 und 2006 finanziell unterstützt. Die Vollversammlung des ÖRK wird auch uns bereichern und stärken. Wir bitten daher in Solidarität mit den christlichen Geschwistern in aller Welt um diese Kollekte.



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