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Friedensaktionen in Sachsen-Anhalt verzeichnen wachsenden Zulauf |
Ein Kreuz aus Menschen und Lichtern auf den Erfurter Domstufen am vergangenen Sonntag
um 19 Uhr und ein vielstimmiges »Dona nobis pacem - Gib uns Frieden«. Das soll seine
Fortsetzung an den kommenden Sonntagen finden in der Landeshauptstadt und vielleicht auch
anderswo. Ein Kreuz als Versöhnungs- und Friedenszeichen, das der Hoffnung auf eine
friedliche Lösung des Irak-Konfliktes Ausdruck verleiht. |
Immer mehr Menschen in Anhalt und der Kirchenprovinz Sachsen unterstützen die Forderungen
nach einer friedlichen Lösung des Irak-Konfliktes. Bei einer erstmals in Magdeburg abgehaltenen
Mahnwache protestierten am vergangenen Montag rund 300 Menschen gegen einen drohenden Krieg
im Irak. In Halle beteiligten sich zeitgleich mehr als 800 Menschen an einer Kundgebung im
Anschluss an ein Friedensgebet in der Marktkirche.
Bei der einstündigen Veranstaltung in der Landeshauptstadt forderten mehrere Sprecher von der
US-Regierung eine Abkehr von ihren Kriegsplänen und eine politische Lösung unter dem Dach der
Vereinten Nationen. Terror dürfe nicht mit Krieg beantwortet werden, sagte die Magdeburger
Superintendentin Waltraut Zachhuber.
Vorausgegangen war ein "Magdeburger Aufruf gegen den Krieg" von Kirchen, Gewerkschaften,
Friedensgruppen und Parteien. "Wir wollen uns nicht sehenden Auges in einen Krieg gegen den
Irak hinein treiben lassen", heißt es darin. Initiatoren der Kampagne sind unter anderem das
"Bündnis gegen Rechts", der DGB, der Kirchenkreis, die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt
und die SPD.
Der Pfarrkonvent des Kirchenkreises hat sich darüber hinaus darauf geeinigt, an kirchlichen
Gebäuden Plakate oder großformatige Schilder mit dem Schriftzug "Nein zum Krieg im Irak"
anzubringen. Damit stellten sich die Mitarbeiter hinter die gemeinsame Erklärung der
Kirchenprovinz und ihrer amerikanischen Partnerkirche, deren Überschrift "Krieg ist keine
Antwort! Frieden ist der Weg zu Frieden!" zugleich auch Programm sei.
Zur gleichen Zeit wurde in Halle die Reihe der montäglichen Friedensgebete in der Marktkirche
fortgesetzt. An einer anschließenden Demonstration beteiligten sich etwa 800 Bewohner der
Saalestadt. Veranstalter war ein "Aktionsbündnis für den Frieden". Die Friedendemonstrationen
in Halle und Magdeburg sollen jeweils montags fortgesetzt werden.
Auch in Wittenberg hat die Kirchengemeinde am vergangenen Dienstag ihren Protest gegen eine
drohenden Krieg im Irak fortgesetzt. Im Anschluss an das Friedensgebet in der Stadtkirche
waren die Einwohner der Lutherstadt und der Umgebung von Vertretern verschiedener Wittenberger
Einrichtungen "aus Sorge um den Erhalt des Friedens im Nahen Osten" zu einer "Versammlung
der Kriegsunwilligen" auf dem Marktplatz aufgerufen. Dabei wurde unter anderem eine
Resolution von deutschen und französischen Intellektuellen und Wissenschaftlern verlesen
sowie zur Großdemonstration am 15. Februar in Berlin eingeladen. Als Zeichen der Hoffnung
und der Sehnsucht nach Frieden hatten die Teilnehmer brennende Kerzen mit zur Versammlung
gebracht.
Weitere regelmäßige Mahnwachen und Friedensgebete gibt es in Sachsen-Anhalt unter anderem
noch in Dessau, Bernburg, Stendal, Calbe und Wernigerode.
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