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Aktuelles
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Einsatz fast rund um die Uhr Das "Bibelmobil" machte Ende Januar auch in Güsten Station |
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Schulkinder aus Güsten blättern eifrig in den verschiedenen
Bibelausgaben. |
Die beiden Mädchen drücken sich schon eine ganze Zeit um den Doppeldecker-Bus, dann gehen
sie endlich rein. "Du warst doch heute Morgen schon da, mit der Schule", sagt Stefan Naumann,
Mitarbeiter beim "Bibelmobil" der Evangelischen Hauptbibelgesellschaft. "Ja, aber ich nicht",
meint das andere Mädchen - und dann geht schon das Gespräch los. Die eine hat
Religionsunterricht in der Schule und geht in die Christenlehre, die andere hat auch
Religionsunterricht, aber noch eine Menge Fragen. "Wer ist der denn?", sagt sie und tippt auf
eine Darstellung des Gekreuzigten aus Lateinamerika, die so gar nicht dem Jesus-Klischee
entspricht, das ein anderes Bild direkt nebenan bedient. Dass beides dasselbe meint, nur aus
der Perspektive der unterschiedlichen Lebenssituation des Künstlers gesehen, das begreifen
die Kinder dann aber ganz schnell.
Neben der Ausstellung und den Filmen interessiert die Leute immer auch der Büchertisch, an
dem man auch originelle Dinge erwerben kann, zum Beispiel Chip-Karten mit Bibelworten oder
einen Kugelschreiber mit der Aufschrift "Und wenn es Gott nun doch gibt?"
Das »Bibelmobil« gibt es seit 1991, doch dieser Bus ist erst seit 1999 im Dienst.
Übrigens sollte sich auch beeilen, wer das Bibelmobil für nächstes Jahr einladen möchte: Für
2004 ist das erste Halbjahr ebenfalls gut belegt. Für die Mitarbeiter ist eben jedes Jahr
ein "Jahr der Bibel".
Das "Bibelmobil" unterwegs im "Jahr der Bibel", Station Güsten in Anhalt. Am Vormittag des
29. Januar waren sieben Schulklassen da, am Nachmittag strömen nach einer Zeit der Ruhe die
Frauenhilfe, eine katholische Gruppe aus dem Mansfelder Land und einige Hort-Kinder
gleichzeitig herbei. Und auch eine Lehrerin kommt zurück, sie bringt eine Flasche Wein vorbei,
weil sie die Unterrichtseinheit im Bus so gut fand. "Eigentlich gehört dieses Wissen zur
Allgemeinbildung und zur Kultur", sagt sie, "und das meine ich ernst - obwohl ich nicht in
der Kirche bin." 113 Kinder hatten die Bibel-Mobil-Leute am Vormittag in ihrem Bus. Sie
haben mit ihnen über die Entstehungsgeschichte der Bibel und über "Kirchliche Feste und
Feiertage" gesprochen. Dass Kinder nachmittags wiederkommen, ist auch anderswo keine
Seltenheit. Aber es kommen überall auch Passanten vorbei, die einfach ein Gespräch suchen,
die reden wollen oder Stellung beziehen. Selten geworden sind Unmutsäußerungen, mit denen
die Mitarbeiter in den ersten Jahren durchaus leben mussten. Das "Bibelmobil" ist ausgebucht
für das Jahr 2003, ausnahmsweise auch verstärkt für die Altbundesländer.
Und erstmals soll der Bus auch auf der Leipziger Messe stehen, am Stand der Evangelischen
Hauptbibelgesellschaft, die das Projekt trägt. Es hat 1991 mit ABM-Mitarbeitern begonnen,
inzwischen gibt es vier hauptamtliche Leute, von denen immer drei im Bus unterwegs sind,
einer hat dann Gelegenheit, frei zu machen. Denn der Einsatz fern der Heimat geht ja rund um
die Uhr. Geschlafen wird meist in Quartieren, die die einladende Kirchengemeinde zur Verfügung
stellt, "ganz selten mal im Hotel, und das meist nur, wenn der Hotelbesitzer Gemeindemitglied
ist", sagen Ulrich Idziaschek und Frank Nachtigall, die schon von Anfang an beim "Bibelmobil"
dabei waren. Einer von ihnen ist studierter Theologe, der "Neue" Stefan Naumann aus Görlitz
dagegen ist gelernter Kfz-Meister und erst am 1. Januar zugestiegen. Er habe sich das gut und
lange überlegt, meint er, aber er habe auch vorher schon lange Zeit ehrenamtlich Gemeindearbeit
gemacht und es sei ihm einfach ein großes Anliegen, Wissen über die Bibel und auch die
christliche Botschaft unter die Menschen zu bringen.
Ursula Schabert

© 1999-2003 Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen