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"Im Bemühen um Frieden nicht nachlassen"

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Mit einer gemeinsamen Erklärung haben die Evangelische Landeskirche Anhalts und deren Partnerkirche in den USA vor einem Krieg gegen den Irak gewarnt. Unterzeichnet ist der Appell, den wir nachfolgend dokumentieren, von Kirchenpräsident Helge Klassohn und dem leitenden Geistlichen der Pennsylvania Southeast Conference der United Church of Christ (UCC), Russell Mitman:

Die Kirchenleitung der Evangelischen Landeskirche Anhalts hat in ihrer Tagung am 29. Januar die Krise und den Konflikt um den Irak mit der Gefahr eines Krieges beraten. Mit tiefer Sorge verfolgen wir den Konflikt mit der Regierung des Irak und die Vorbereitungen für einen Krieg im Mittleren Osten.

Wir sind dankbar für die Gemeinschaft mit vielen Schwestern und Brüdern in den Kirchen der USA im Eintreten für die Bewahrung des Friedens. Gemeinsam mit unseren Schwestern und Brüdern in den USA wissen wir uns in unserem Glauben und Gewissen an das Wort unseres Herrn Jesus Christus zur Überwindung der Gewalt und zum Stiften und Bewahren des Friedens auf Erden gebunden. Gemeinsam werden wir im Gebet um den Frieden als Gabe und Aufgabe Gottes in der Welt nicht nachlassen.

Wir appellieren an die Mitglieder der UN und insbesondere an die Regierungen der Mitgliedsstaaten des UN-Sicherheitsrates, in ihren Bemühungen um die Erhaltung des Friedens nicht nachzulassen. Wir unterstützen die Anstrengungen der UN, die Verbreitung und den Einsatz von atomaren, bakteriologischen und chemischen sogenannten "Massenvernichtungswaffen" zu verhindern. Der internationale Handel mit Stoffen und technischen Ausrüstungen zur Herstellung solcher Waffen muss unter der Autorität der UN auch weiterhin strikt unterbunden werden.

Wir bitten die politisch Verantwortlichen insbesondere in den USA und den anderen Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, bei ihren Überlegungen und Planungen für ein militärisches Vorgehen gegen den Irak sich auch die Leiden der Opfer eines Krieges vor Augen zu führen. Mit Sorge und Grauen denken wir an die durch Kriege verursachten menschlichen Leiden. Nachdrücklich müssen alle politischen und diplomatischen Möglichkeiten zur Konfliktlösung ohne Krieg weiterhin ausgeschöpft werden. Wir erwarten von den politisch Verantwortlichen, dass sie sich auch gegen Gewalt, Unrecht und Terrorismus das Recht und die Kraft des gemeinsamen Willens zur Bewahrung von Frieden und Gerechtigkeit und zum Schutz insbesondere der unschuldigen Kinder einsetzen. Krieg bringt nach der Erinnerung und Erfahrung unserer Völker immer Zerstörung von Recht, Kultur und Menschlichkeit mit sich. Die Institutionen der UN und die internationale Rechtsordnung müssen weiter gestärkt werden, um Gewaltregimen wie im Irak und internationalen Rechtsbrechern und Terroristen mit Entschlossenheit, Augenmaß und Verhältnismäßigkeit im Einsatz der Mittel begegnen zu können. Wir wollen weiter darauf achten, dass wir uns an die Sprache und den Geist des Krieges nicht gewöhnen und das eigentlich Undenkbare und Unerträgliche nicht für gegeben und normal halten. Wir erinnern uns dankbar daran, welche große Bedeutung die christliche Friedensbotschaft und der Verzicht auf Gewalt für den Fall der Mauer und die Wiedergewinnung von Recht und Freiheit in Ostdeutschland im Jahre 1989 hatten.

Die Verbundenheit im christlichen Zeugnis für den Frieden mit unseren amerikanischen Freunden und Partnern kommt auch bei dem Pastoralkolleg von Pfarrern und Pfarrerinnen aus der Evangelischen Landeskirche Anhalts und ihrer Partnerkirche in den USA, der Pennsylvania Southeast Conference der United Church of Christ vom 24. Januar bis 9. Februar 2003 in Pennsylvania/USA, zum Ausdruck.

So bitten wir die Gemeinden in Pennsylvania und im Bereich der Evangelischen Landeskirche Anhalts, in ihrem Gebet und ihrem öffentlichen Einsatz für den Frieden aus der Bindung an das Wort unseres Herrn Jesus Christus beharrlich und deutlich zu bleiben. Jesus Christus sagt: "Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen." (Matth. 5,9)


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