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Informatives
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Als vor 1000 Jahren Deutschland "in der Wiege lag", kamen aus dem
Gebiet der heutigen Kirchenprovinz Kaiser und Könige. Das Grab Heinrichs
I. findet sich in der Stiftskirche zu Quedlinburg und das Ottos des Großen
im Magdeburger Dom. Ottos Herz allerdings wurde einst in der jetzigen Kirchenruine
Memleben nahe Naumburg beigesetzt. Dieses Stammgebiet der Sachsenherrscher war
ein Sammelbecken vielfältiger Siedlungs- und Kulturströmungen, die eine
der bedeutendsten deutschen Kunstlandschaften mit Bau- und Kunstdenkmälern
von hohem Rang hervorbrachten. Der Magdeburger Erzbischof hatte Einfluss; auf die
Bistümer Halberstadt, Naumburg-Zeitz, Brandenburg, Havelberg, Merseburg
und Meißen. Sieben mittelalterliche Dome sind seit der Reformationszeit
evangelische Kirchen der Kirchenprovinz. Deren älteste Kirche in Rohr geht
auf die Zeit Karls des Großen zurück. In den Kirchen der über
2000 Gemeinden der Landeskirche gibt es viele bekannte und unbekannte Kunstschätze.
Ein Jahrhundert danach durchzog der Dreißigjährige Krieg weite Gebiete
in diesem Bereich und verwüstete sie. In Lützen liegt das Grab des Schwedenkönigs
Gustav Adolf. Ende des 17.Jahrhunderts wanderten hugenottische Glaubensflüchtlinge
ein, deren Nachfahren bis heute in den reformierten Gemeinden der Kirchenprovinz
zu Hause sind.
Im 18.Jahrhundert wurde Halle, die heutige größte Universitätsstadt
der Region, zum Zentrum des Pietismus und der evangelischen Aufklärung.
Damals gründete der Theologe August Hermann Francke die Franckeschen Stiftungen.
Bis heute werden an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg viele
Pfarrer der Kirchenprovinz ausgebildet.
1817 entstand in Preußen durch Befehl des Königs die Evangelische
Kirche der Union, damals Altpreußische Union genannt. Damals wurde auch
das Magdeburger Konsistorium als zentrale kirchliche Verwaltungsbehörde
für die Provinz Sachsen festgelegt. Und ein Jahr später wurden die
Universitäten Erfurt und Wittenberg geschlossen. Etwa 30 Jahre später
gab Johann Hinrich Wichern 1848 auf dem Kirchentag in Wittenberg starke Impulse
für die Diakonie. In der Zeit des Nationalsozialismus machte sich eine
kleine Schar bekennender Christen unter den jungen Theologen von der offiziellen
deutsch-christlich geprägten Kirche unabhängig und schloß sich
zu einer Bruderschaft "Junge Brüder" zusammen. Sie stand den Gemeinden
der Bekennenden Kirche zur Verfügung und wurde besonders begleitet von Ludolf
Müller, Heiligenstadt, dem Präses der Synode der Bekennenden Kirche in
der Kirchenprovinz (er wurde erster Nachkriegsbischof der Kirchenprovinz) und von
Wolfgang Staemmler, Großkugel dem späteren Wittenberger Propst.
Aber auch die Lutherstädte Eisleben, Erfurt und Wittenberg liegen hier.
In Erfurt studierte Luther an der schon 1392 gegründeten Universität
und lernte den Kreis der dortigen Humanisten kennen. Später lehrte er an
der neugegründeten Universität Wittenberg, zusammen mit Philipp
Melanchthon und anderen Reformatoren. Von dort sandte er seine 95 Thesen an
seinen Dienstherren, den Magdeburger Erzbischof Kardinal Albrecht. Magdeburg wurde
später zu "Unseres Herrgotts Kanzlei".
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