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KULTURKIRCHEN Eine Reise durch Deutschland
Alle Kirchen sind immer auch kulturelle Orte - und manche schöpfen daraus ihre geistliche Kraft: Kulturkirchen, die im Miteinander von Kirche und Kultur neue Freiräume finden. Ihre Besonderheit ist die Vielfalt der eingeschlagenen Wege, ihre Gemeinsamkeit die Weite des Horizonts. Ihnen haben die Kulturbeauftragte des Rates der EKD Petra Bahr, der Kunsthistoriker Klaus-Martin Bresgott und der Theologe Hannes Langbein ein Buch gewidmet, das auf der Suche nach beispielhaften Modellen kirchlicher Kulturarbeit geschichtsträchtige Regionen, leidenschaftliche Menschen und außergewöhnliche Ideen für ein kreatives Christentum findet.
Der Predigtband "Freiheit im Dialog" versammelt 17 Dialogpredigten der gleichnamigen Predigtreihe, die das Kulturbüro der EKD und die Kulturstiftung St. Matthäus vom 12. April bis 31. Mai und vom 27. September bis 22. November in der St. Matthäus-Kirche im Berliner Kulturforum veranstalteten: Immer zwei Personen aus Ost und West, Theologinnen und Politiker teilten sich die Kanzel, um vor dem Hintergrund biblischer und je eigener Freiheitserfahrungen öffentlich über politische und persönliche Freiheitsspielräume nachzudenken.
Mit Illustrationen der amerikanischen Künstlerin Elizabeth Ferrill
Der von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe der FEST erarbeitete Band zu Grundkonstellationen des Lebensbegriffes arbeitet exemplarisch heraus, wie in der europäischen Kulturgeschichte vom Leben geredet wurde, wann und weshalb der Lebensbegriff an Bedeutung gewann und warum die Rede vom Leben mit einer eigenen Konfliktgeschichte verbunden ist. Von besonderem Interesse sind dabei jene Diskussionen, die für christliche Traditionen direkt oder latent relevant wurden.
Was hätte Johann Hinrich Wichern wohl von Fräulein Hoffnung gehalten? Oder von Fräulein Liebe. Dass Tugenden Menschen das Gute nicht durch autoritäre Lehre oder äußerliche Gewöhnung, sondern aus innerer Freiheit ermöglichen, das bewegte Wichern. Ihm, dem ein soziales Lernen aus und in Freiheit zeitlebens am Herzen lag, war die Predigtreihe "Kennen Sie Fräulein Hoffnung?" über die Tugenden in der Berliner St. Matthäus-Kirche gewidmet, zu der neun Predigerinnen und Prediger ihren je eigenen Zugang zu einer der christlichen Tugenden gesucht und gefunden haben.
Paul Gerhardts Lieder sind Predigten von großer poetischer und theologischer Kraft. Gehalten wurden diese ausgewählten Predigten in der St. Matthäus-Kirche im Berliner Kulturforum als Bestandteil eines umfangreichen Festprogramms, das die Kulturstiftung St. Matthäus und das Kulturbüro der EKD 2007 gemeinsam ausgerichtet haben. Den Predigten sind Kunstwerke wie literarische Texte beigefügt.
Die Buchreihe »Protestantismus und Kultur« ist ein Forum der Begegnung zwischen Kirche und Kultur. Hier werden kulturpolitische und ästhetisch-religiöse Themen kritisch und konstruktiv diskutiert entschieden in der Sache und inhaltlich wie formal auf hohem Niveau. Der zweite Band der Reihe mit dem Titel »Protestantismus und Dichtung« lotet das Verhältnis von Religion und Poesie aus und lässt beide Seiten zur Sprache kommen.
In "Vater unser" setzen sich Schriftsteller, Theologen und Grenzgänger aus anderen Disziplinen mit dem zentralen Gebet des Christentums auseinander. Eine Einübung ins Christentum. Hg. von Petra Bahr und Joachim von Soosten. Mit Texten von Jürgen Flimm, Margot von Renesse, Christoph Markschies u. a.
Die Buchreihe »Protestantismus und Kultur« will ein Forum der Begegnung sein zwischen Kirche und Kultur. Hier werden kulturpolitische und ästhetisch-religiöse Themen kritisch und konstruktiv diskutiert - entschieden in der Sache und inhaltlich wie formal auf hohem Niveau. Der erste Band der Reihe geht der Frage nach, welche kulturellen Grundbegriffe Europa im Innersten zusammenhalten.
Nicht nur die Kirche, sondern auch Künstler von heute beschäftigen sich mit Paul Gerhardt. So dichten u.a. Friederike Mayröcker und Durs Grünbein auf seinen Spuren, und bildende Künstler wie Harald Gnade u.a. lassen sich von "Oh Haupt voll Blut und Wunden" inspirieren. Ein Kunstband voller Phantasie und Poesie!
Tief in die Idee der Menschenwürde ist eine religiöse Spur eingezeichnet. Zugleich ist die Würde des Menschen der Zentraltitel in der säkularen Verfassungsordnung. Wie paßt das zusammen? Verfassungsjuristen und evangelische Theologen geben in diesem Band Antworten und klären auf: über Ideengeschichte, über kulturtheoretische Kontexte, über Grenzen, Aporien und Paradoxien der Würde.
Die evangelische Kirche versteht sich als Teil der Kultur. Diese Teilhabe fordert vor allem einen eigenen, unverwechselbaren Beitrag. Dies ist eines der Ergebnisse des Konsultationsprozesses "Protestantismus und Kultur", den die EKD zwischen 1999 und 2002 durchgeführt hat. Die Auswertung zum Konsultationsprozess "Protestantismus und Kultur" ist nun als Buch erschienen.
CD-Produktionen
Werke von Praetorius, Bach, Kaminski, Schöne, Jennefelt und anderen. Die CD zum Themenjahr "Reformation und Freiheit".
Das Athesinus Consort Berlin hat verschiedene Künstler unterschiedlicher Sparten eingeladen, gemeinsam zum Thema der Freiheit zu musizieren und der Ermutigung zur Freiheit eine Stimme zu geben. Herausgekommen ist eine CD, die alles andere als beliebig ist, sondern vielstimmig einlädt zu hören und zu erleben: mit Pascal von Wroblewsky erklingt der Take-6-Klassiker "A Quiet Place", Gerhard Schöne steuert unter anderem seine Kontrafakturen zu Bachchorälen bei. Das Athesinus Consort öffnet die Ohren für neue Interpretationen Bachs und Praetorius'. Ein innehaltendes "Mensch, werde wesentlich" von Heinrich Kaminski lässt ebenso aufhorchen wie die kongenialen Klänge des Schweden Thomas Jennefelt. Saxofonist Uwe Steinmetz und Percussionist Michael Metzler sind weit mehr als Begleiter. In ihren Improvisationen erklingen die Spielräume der Freiheit.
O Heiland, reiß die Himmel auf, vergessene Strophen der Weihnacht, edition chrismon 2010
Wie viele Strophen hat "Stille Nacht"? - Drei sind es. Nein! Sechs Strophen hat "Stille Nacht". Nur passen drei davon leider nicht in das übliche Klischee vom "holden Knaben im lockigen Haar", deshalb sind sie aus Liederbüchern und Gesangsaufnahmen völlig verschwunden. Diese und andere textliche wie musikalische Überraschungen präsentiert das Athesinus Consort aus Berlin unter der Leitung des mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Klaus-Martin Bresgott auf der CD "O Heiland, reiß die Himmel auf".
Monografien
Haltung zeigen. Ein Knigge nicht nur für Christen, Gütersloh 2010
Dieser »Knigge« versteht sich als ein unterhaltsamer Leitfaden für ein Mensch- und ein Christsein mit Stil und Sinn fürs gute Leben. Tugenden sind nicht einfach da, sie müssen immer wieder trainiert werden. Mit diesem Buch lassen sich die Schätze des Christentums entdecken und gewinnbringend nutzen von Menschen, deren Haltung anderen Halt gibt und Hoffnung auf ein besseres Leben macht.
Die Versöhnungskirche in Berlin-Wedding stand einst mitten im Todesstreifen der innerdeutschen Grenze - bis sie die DDR-Regierung noch 1985 sprengen ließ. An ihrer Stelle entstand zur Jahrtausendwende die Versöhnungskapelle als Teil der Gedenkstätte Berliner Mauer und geistlicher Ort lebendigen Gedenkens. Petra Bahr beleuchtet Hintergründe und Entwicklungen dieser wechselvollen Geschichte.
Paul Gerhardt, im März 1607 in Sachsen geboren, einer der bedeutendsten Barockdichter - und einer, dessen Texte und Lieder heute noch lebendig sind: eine einzigartige Wirkungsgeschichte. Mit Gerhardts Liedern schlafen die Kinder besser ein, Erwachsene fühlen sich stärker und Alte leben gelassener. Wer war der Mann, der 4 seiner 5 Kinder und seine Frau verlor und "Geh aus mein Herz und suche Freud" dichtete? - Die Biografie zum Paul-Gerhardt-Jahr.
Wie wird das schlechthin Undarstellbare sinnlich darstellbar? Petra Bahr zeigt in ihren Studien zur historischen Semantik des Darstellungsbegriffs zwischen 1750 und 1800, daß diese Frage das 18. Jahrhundert nicht nur in ästhetischer, sondern auch in religionstheoretischer Perspektive beschäftigt.