Kirchen-Markt für Kinder und die Zukunft
"Markt der Möglichkeiten" präsentiert die Bandbreite der evangelischen Arbeit
26. Mai 2005
Hannover (epd). Angeboten werden handliche Puppen für biblische Geschichten, Konzepte für Kinderbibelwochen und neue Texte für den Kindergottesdienst. "Die Kinder werden heute nicht mehr geschickt, wir müssen um sie werben", sagt Susanne Fuest von "Kirche mit Kindern". Ihre Initiative trifft mit ihrem Angebot das Kirchentagsmotto "Wenn dein Kind dich morgen fragt..." punktgenau. Insgesamt 750 Gruppen präsentieren ihre Stände auf dem "Markt der Möglichkeiten" des 30. Deutschen Evangelischen Kirchentages in Hannover.
Zwei große Messehallen sind notwendig, um die vielen Angebote zum kirchlichen Leben unterzubringen. "Glauben", "Leben" und "Handeln" sind die drei Themenbereiche. Dass der Bereich Handeln der größte ist, hält Marktleiterin Amalie von Schintling-Horny für folgerichtig.
"Handeln lässt sich konkreter darstellen als Glauben." Neben der Arbeit mit Kindern sind vor allem Themen wie Ökologie, Dritte Welt und Globalisierung vertreten. Gefragt ist der Markt auch bei der Prominenz: Bundeskanzler Gerhard Schröder, CDU-Chefin Angela Merkel und Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) haben einen Rundgang angekündigt.
Der Reiz dieses Kirchenmarktes liegt in der großen Bandbreite der Gruppen, Organisationen und Initiativen, die sich der evangelischen Kirche verbunden fühlen: Tierschützer, Seniorentanz, christliche Polizisten, Aussiedlerhilfe, Telefonseelsorge, "Brot für die Welt", Binnenschiffer-Gemeinden und Seelsorge auf Gran Canaria. Weltweit arbeiten die Initiativen für Straßenkinder im ägyptischen Alexandria, palästinensische Flüchtlinge, Tschernobyl-Kinder und Tsunami-Opfer auf Sri Lanka. Wer sich am Ende die Füße wund gelaufen hat, kann sie sich in den "Oasen" der Bremer Kirchengemeinden massieren lassen.
Schon Tradition hat das friedliche Nebeneinander der verschiedenen Gruppen, auch wenn sich ihre Interessen widersprechen. Neben der Anti-Atomkraft-Initiative Gorleben befindet sich der Stand von RWE, die für einen Energie-Mix mit Atomkraft werben. Die Militärseelsorge befindet sich in Nachbarschaft der Friedensinitiativen und die evangelischen Unternehmer präsentieren ihre Arbeit direkt neben dem Deutschen Gewerkschaftsbund. Nur bei den Parteien wird anscheinend angesichts des bevorstehenden Wahlkampfes Distanz gewahrt: Der "Ev. Arbeitskreis der CDU/CSU" steht in deutlicher Entfernung von den "Christen in der SPD".
