Dietrich Bonhoeffer

Buchtipps

Einen Platz in der Welt haben

Dietrich Bonhoeffer entdecken

Werner Milstein

Cover 'Einen Platz in der Welt haben'


Kurzinfo:

Dietrich Bonhoeffer: Vorbild - Idol - Held? Werner Milstein begibt sich auf die Spurensuche und Erzählt den Lebensweg Dietrich Bonhoeffers von der behüteten Kindheit in Breslau bis  zur Hinrichtung am 9. April 1945. Dabei wird deutlich, wie brisant die Frage nach politischer Verantwortung und konsequenter Lebensgestaltung auch heute noch ist. Eine spannend erzählte Biografie für junge Erwachsene ab 14 Jahren mit zahlreichen Fotos und Dokumenten (siehe pdf-Leseprobe 1. Kapitel)

1. Auflage 2005
Gütersloher Verlagshaus
96 S. mit 68 Fotos Kt.
EUR 7,95
ISBN 3-579-07150-5

Leseprobe: 1. Kapitel
"Ein Fundament haben" - Die Kindheit

Leseprobe.pdf (mit freundlicher Genehmigung des Gütersloher Verlagshauses)


Rezension:

Genau das, was der Untertitel verspricht, leistet dieses Büchlein von Werner Milstein: Dietrich Bonhoeffer entdecken.

Einfach, spannend, reich bebildert erschließt der Autor auf fast 100 Seiten das Leben Bonhoeffers – und dies in einer Sprache, die auch für Schüler/-innen der Sekundarstufe I verständlich ist. Die wichtigsten Zitate, Gedichte Aussagen Bonhoeffers haben in den einzelnen Kapiteln ihren Platz gefunden: 

  • „Boden unter den Füßen haben“ (seine bürgerliche Herkunft),
  •  „Ich habe in den Negerkirchen das Evangelium predigen gehört“ (über die ökumenischen Erfahrungen, die ihn zum Theologen gemacht haben, der er war)
  • „Dem Rad in die Speichen fallen“ (die Kirche vor der Judenfrage 1933),
  • „Wer Gott finden will, der muss mit unter dieses Kreuz Christi, wie es die Bergpredigt fordert“ (über Bonhoeffers Predigerseminar in Finkenwalde) und
  • „den wildgewordenen Fahrer eines Autos stoppen“ (sein Motiv für den Widerstand gegen Hitler).

Einige Gedichte und Gebete

  •  „Gott zu dir rufe ich am frühen Morgen“,
  •  „Wer bin ich?“
  •  „Von guten Mächten“, u.a.

sind grau hinterlegt hervorgehoben. Hier wären etwas mehr Zitate sinnvoll gewesen. Damit wäre auch mehr von der Ambivalenz dieses „evangelischen Heiligen“ zu zeigen gewesen.

Die absolute Stärke dieses Buches sind aber die vielen Bilder, oft sogar auf jeder Seite eines, die die damalige Welt Bonhoeffers sichtbar machen. Hier geht diese Einführung über das schöne Buch von Renate Wind („Dem Rad in die Speichen fallen“) hinaus.

Sowohl für Mittelstufenschüler, für Konfirmanden wie auch Oberstufenschüler kann das Buch als problemlos selbständig zu lesende einführende Lektüre herzlich empfohlen werden. Für das Thema „Vorbilder“ und für einen biographischen Zugang zum Thema „Kirche und Nationalsozialismus“ ist das Büchlein als Ganzschrift geeignet.

Harmjan Dam
(zuerst erschienen in: Schönberger Hefte, 5/2005, mit freundlicher Genehmigung des Autoren).



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