Dietrich Bonhoeffer
Filme
Bonhoeffer - Die letzte Stufe
Eine deutsch-amerikanisch-kanadische Koproduktion mit Ulrich Tukur als Dietrich Bonhoeffer, Regie Eric Till
Der Film BONHOEFFER entstand von 03. Mai bis 12. Juni 1999 in Prag, Toronto, Berlin und Brandenburg, Filmstart in Deutschland: 24. August 2000. Der Film erhielt unter anderem die "Goldene Nymphe" beim 40. Internationalen TV Festival im Februar Monte Carlo, dem wichtigsten Filmfest für den Fernsehfilm in Europa und den One-Future-Preis 2000 beim Filmfest München.
Kurzinhalt
Der Film beginnt kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges mit der Rückkehr Dietrich Bonhoeffers aus dem sicheren Amerika nach Deutschland. Über seinen Schwager Hans von Dohnanyi, arbeitet er als ökumenischer Kurier der Widerstandsgruppe innerhalb der deutschen Spionageabwehr, mit dem Ziel, das Naziregime mit den Mitteln politischer und militärischer Konspiration zu bekämpfen. Das "heilige Leben", das er sich einmal vorgenommen hat, ist das nicht. Der Bekenner wird zum Verschwörer, wäre selbst zum Attentat auf Hitler bereit. Dietrich Bonhoeffer lernt Maria von Wedemeyer kennen. Sie verlieben sich, doch noch vor der offiziellen Verlobung wird er von der Gestapo verhaftet. Die Chance zur Flucht schlägt er aus. Bonhoeffer besteht darauf, dass es Situationen geben kann, in denen ein Christ aus Liebe zum Nächsten schuldig werden muss - ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben.
Besetzung
Dietrich Bonhoeffer - Ulrich Tukur
Maria von Wedemeyer - Johanna Klante
Manfred Roeder - Robert Joy
Hans von Dohnanyi - Ulrich Noethen
Christel von Dohnanyi - Tatjana Blacher
Sabine Leibholz - Susanne Lothar
Gerhard Leibholz - Dominique Horwitz
Eberhard Bethge - Justus von Dohnanyi
Inhalt
Deutschland, 1939. Seit der Machtergreifung Hitlers 1933 durchdringen die Nazis zunehmend alle Zweige der deutschen Gesellschaft. Von dieser schleichenden Okkupation bleibt auch die Kirche nicht verschont. Pastor Dietrich Bonhoeffer (Ulrich Tukur), treu in seinem Glauben an Gott und enthusiastisch im Verfechten christlicher Ideale, sieht den offensichtlichen Kniefall der christlichen Kirche vor dem Nazi-Regime mit großer Sorge.

Vor Gläubigen der Bekennenden Kirche - darunter auch Pastor Martin Niemöller - predigt er in einer Berliner Kirche seine Interpretation der christlichen Lehre. Für Dietrich Bonhoeffer existiert nur ein "Führer" und der ist nicht von dieser Welt: Jesus Christus. Das konspirative Treffen wird von der Gestapo unter Führung des Militär-Richters Manfred Roeder (Robert Joy) gesprengt. Es folgt die Verhaftung Martin Niemöllers. Dietrich Bonhoeffer darf fortan weder in der Öffentlichkeit predigen noch seine Schriften verbreiten und er steht unter besonderer Beobachtung der Gestapo.
Im Finkenwalder Seminar, nahe Berlin, klärt Bonhoeffer seine Studenten über dieses Verbot auf und beschönigt auch die Situation der jungen Theologen nicht. Wer sich der Gefahr nicht gewachsen fühlt, soll das Seminar verlassen. In der Dämmerung sieht Dietrich Bonhoeffer, wie einige seiner Schüler sich auf die Heimreise machen. Von den Nürnberger Rassengesetzen bleibt auch Bonhoeffers engster Familienkreis nicht verschont. Seine Zwillingsschwester Sabine (Susanne Lothar) ist mit Gerhard Leibholz (Dominique Horwitz), einem Juden, verheiratet. Bonhoeffer legt ihnen nahe, das Land schnellstmöglich zu verlassen. Er ist der festen Überzeugung, dass Adolf Hitler seine Drohungen gegen das jüdische Volk wahr macht und den martialischen Worten grausame Taten folgen werden.
Die Reichskristallnacht bestätigt Bonhoeffers Befürchtungen. Systematisch werden jüdische Einrichtungen von den Nazis zerstört und jüdische Mitbürger misshandelt. Dietrich Bonhoeffer erfährt von diesem Verbrechen in Amerika. Er ist einer Einladung des "N.Y. Union Theological Seminary" gefolgt. Frank Fischer (Blu Mankuma), ein Freund aus gemeinsamen Studientagen, will ihn überreden, bis zum Ende der Naziherrschaft in New York zu bleiben. Doch Dietrich Bonhoeffer findet keine Ruhe im Exil, " wenn nur die Zweifel am eigenen Weg überwunden wären". Er fühlt sich entwurzelt und zur Untätigkeit verdammt, während in Deutschland Hilfe so notwendig erscheint. In den USA in Sicherheit zu bleiben, ist für ihn Verrat an der christlichen Mission.
Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges kehrt Dietrich Bonhoeffer auf einem der letzten Passagierschiffe in seine Heimat zurück. In Deutschland ist die Situation noch beklemmender geworden. Das Finkenwalder Seminar ist verwaist, von der Gestapo gewaltsam geschlossen. Gute Freunde wurden verhaftet, andere leben im Untergrund und arbeiten im Widerstand.
Der Zweite Weltkrieg beginnt mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen. Hans von Dohnanyi (Ulrich Noethen), der Mann seiner Schwester Christel (Tatjana Blacher) überzeugt Bonhoeffer, als Kurier für die Widerstandsgruppe innerhalb der deutschen Spionageabwehr zu arbeiten und dem Widerstand gegen Hitler aktiv beizutreten. Das zähe Ringen zwischen christlichen Idealen und praktischer Notwendigkeit stürzt Dietrich Bonhoeffer in eine ernste Krise. Er kommt zu der Erkenntnis, dass es moralisch verwerflicher ist, böse zu sein als Böses zu tun.
Dietrich Bonhoeffer tritt dem Widerstand um General Hans Oster (Christian Doermer) und Admiral Canaris (Borisvoj Navratil) bei. Während eines Aufenthalts bei Ruth von Kleist-Retzow (Rosemarie Fendel) trifft Bonhoeffer deren Enkelin Maria von Wedemeyer (Johanna Klante) wieder. Er ist seltsam berührt von dem blutjungen Mädchen, das mit einer beneidenswerten Unbekümmertheit ihr Leben meistert. Bei amerikanischer Musik, die als entartet galt, sind ihre Gefühle zueinander nicht mehr zu verleugnen. Die Verlobung erfolgt schriftlich, man will sich ein Jahr Bedenkzeit geben, um die Liebe zu prüfen. Ein erstes Attentat auf Hitler, das von Gersdorf (Patrick Fichte) aus der Gruppe um Admiral Canaris ausführen sollte, mißlingt. Im Rahmen der Ermittlungen veranlaßt die Gestapo eine Verhaftungswelle, der auch Bonhoeffer zum Opfer fällt. Sie haben nichts gegen ihn in der Hand, denn die sogenannten "Zossener Akten", die Namen und Maßnahmen der Widerstandsgruppe innerhalb der "Abwehr" dokumentieren, konnten rechtzeitig versteckt worden. Aber der Militär-Richter Manfred Roeder verdächtigt Bonhoeffer schon lange, ohne Beweise in der Hand zu haben. Bonhoeffer durchsteht die unzähligen Verhöre und Erniedrigungen, ohne die Gesinnungsgenossen oder sich selbst zu belasten. Sein Glaube wird auf eine harte Probe gestellt. Der einzige Kontakt zur Außenwelt ist Maria. Ihre Liebe findet auf engstem Raum unter den Augen der Gestapo statt. Als Roeder nach dem Scheitern des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 die geheimen Dokumente der "Abwehr" in die Hände fallen, wird Bonhoeffers Position unhaltbar. Die Repressionen nehmen zu.
In dieser Zeit verfasst Dietrich Bonhoeffer - von Zweifeln geplagt - wesentliche Texte zu einer praxisorientierten christlichen Lehre, die noch heute Gegenstand heftiger Debatten sind. Maria unternimmt einen letzten verzweifelten Versuch, ihren Geliebten zu befreien. Doch Bonhoeffer lehnt es ab zu fliehen. Für ihn steht fest, dass "das Leben dort sein kann, wo man es verliert". Dietrich Bonhoeffer wird in das Konzentrationslager Flossenbürg verlegt. Von dort geht er seinen letzten Gang...
Texte und Bilder mit freundlicher Genehmigung der © NFP/Sandor Domonkos.
Weitere Bilder mit Genehmigung der Matthias Film.
Dort ist der Film als Medium für den Unterricht als VHS- oder DVD-Video ausleihbar unter www.matthias-film.de.
Als Homevideo ist er erhältlich als VHS oder DVD.