Luther - der Film

Martin Luther - Sein Leben

Luther (Joseph Fiennes) und Katharina von Bora (Claire Cox)


1483
:
Martin Luther wird im thüringischen Eisleben als Sohn des Bergmanns Hans Luther und seiner Frau Margarethe, geb. Ziegler, geboren.

1501:
Luther immatrikuliert sich an der Universität Erfurt. Beginn des damaligen Grundstudiums der freien Künste, später der Rechte.

1505:
Martin Luther wird auf dem Weg nach Erfurt während eines Gewitters fast von einem Blitz erschlagen. Dankbar für die Rettung gelobt er, Mönch zu werden. Am 17. Juli nimmt ihn das Erfurter Augustiner-Kloster als Novizen auf.

1506:
Luther wird zum Priester geweiht. Am 2. Mai liest er seine erste Messe (Primiz). Der Generalvikar Johann von Staupitz rät Luther zum Studium der Theologie.

1508:
Im Herbst legt Luther sein endgültiges Mönchsgelübde ab. Beginn starker innerer Glaubenskämpfe.

1508:
Im Wintersemester hält Luther auf Vermittlung von Staupitz’ an der renommierten Universität zu Wittenberg vertretungsweise die Vorlesungen über Moralphilosophie.

1510:
Im November schickt von Staupitz Martin Luther gemeinsam mit einem Ordensbruder nach Rom, um dort über Angelegenheiten des Augustiner-Ordens zu verhandeln.

1511:
Martin Luther wird ins Kloster von Wittenberg versetzt. Er übernimmt an der dortigen Universität den bisher von Staupitz betreuten Lehrstuhl für Theologie.

1512:
Luther promoviert zum Doktor der Theologie.

1513:
Im Frühjahr macht Luther (nach seiner eigenen Schilderung) die reformatorische Entdeckung im Turm des Schwarzen Klosters zu Wittenberg (Turmerlebnis). Die neue Erkenntnis am Begriff der Gerechtigkeit Gottes sei ihm im Zusammenhang mit der Bibelstelle Römer 1,17 aufgegangen. Die Datierung der reformatorischen Entdeckung wird historisch auf den Zeitraum 1513-1518 datiert.

1517:
In einem Schreiben an die Bischöfe von Mainz und Magdeburg prangert Luther die Ablasspredigten des Johann Tetzel an; seinen Briefen legt er 95 Thesen bei, die sich gegen den Ablasshandel wenden. Die Thesen werden auch an der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen und finden schnelle Verbreitung sowie unerwartet starke Resonanz.

1518:
In einer auf Deutsch verfassten, leicht verständlichen Schrift erklärt Luther seine (eher für die wissenschaftliche Diskussion gedachten) Thesen; beim einfachen Volk wächst Luthers Popularität.
Am 7. August wird Luther nach Rom befohlen, da der Vatikan die Thesen für ketzerisch hält. Luther leistet der Aufforderung nicht Folge. Daraufhin zitiert ihn der päpstliche Legat Cajetan zu einer Unterredung nach Augsburg; dort verweigert Luther den geforderten Widerruf seiner Thesen.
Von Staupitz entlässt Luther aus seiner Gehorsamspflicht gegenüber dem Augustiner-Orden, um ihn vor der Inquisition zu schützen. Luther trägt jedoch weiterhin die Mönchskutte. Er flüchtet von Augsburg nach Wittenberg, Cajetan verlangt Luthers Auslieferung. Im Dezember lehnt Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen es gegenüber Papst Leo X. ab, Martin Luther der kirchlichen Gerichtsbarkeit in Rom zu überstellen.

1519:
Karl V. wird zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt.
Während eines Disputes bestreitet Luther die Unfehlbarkeit des Papstes.

1520:
Der Papst erlässt die Bulle "Exsurge Domine" mit der Androhung des Bannes gegen Luther. Im Oktober werden in einigen deutschen Städten die Schriften Luthers auf den Scheiterhaufen geworfen. Luther verbrennt daraufhin zwei Monate später in Wittenberg öffentlich die päpstliche Bann-Bulle.

1521:
Über Luther wird endgültig der Bann verhängt. Im Februar fordert der päpstliche Gesandte Aleander vom Kaiser den Vollzug der Verurteilung. Im März wird Luther vor den Reichstag in Worms geladen. Am 17. und 18. April verteidigt Luther seine Schriften und Ideen vor dem Reichstag; den geforderten Widerruf leistet er nicht. Zwar kann Luther am 26. April unter kaiserlichem Geleit Worms verlassen, kurz darauf werden jedoch durch das Wormser Edikt seine Lehren verboten, die Reichsacht wird über ihn verhängt. Er findet Zuflucht auf der Wartburg; im Dezember beginnt er dort die Übersetzung des Neuen Testaments, die er in elf Wochen fertig stellt.

1522:
Im September erscheint, ohne Nennung des Übersetzers, Luthers "Das Neue Testament Deutsch".

1523:
Der Reformationsgedanke verbreitet sich: Nonnen und Mönche treten aus ihren Klöstern aus. In Brüssel wird ein Anhänger Luthers verbrannt.

1524:
Beginn der Bauernaufstände. Im Oktober legt Luther endgültig die Mönchsrobe ab.

1525:
Tod Friedrich des Weisen.
Die Bauernaufstände haben sich zum Bauernkrieg ausgeweitet. Im Juni werden die Aufstände blutig niedergeworfen. 5. Juni: Luther heiratet die ehemalige Zisterzienser-Nonne Katharina von Bora.

1526:
Angesichts des Vormarsches türkischer Truppen beschließt der 1. Reichstag zu Speyer, die Entscheidung über Konfessionsfragen in die Hände der jeweiligen Landesherren zu legen. Als die evangelisch gesinnten Teilnehmer auf dem 2. Reichstag im Frühjahr 1529 gegen die Aufhebung dieses Beschlusses protestieren, entsteht die Bezeichnung "Protestanten".

1529:
Luther veröffentlicht den Kleinen und Großen Katechismus.

1530:
Auf dem Augsburger Reichstag vertritt Luthers Freund Melanchthon die Ideen der Reformation. Am 25. Juni verliest Melanchthon ein erstes öffentliches Bekenntnis zum Protestantismus (confessio augustana).

1532:
Der Nürnberger Religionsfriede ermöglicht die Ausbreitung des Protestantismus.

1534:
Luther veröffentlicht seine erste Gesamtübersetzung der Bibel.

1544:
In Torgau wird die erste neugebaute protestantische Kirche eingeweiht. Evangelischer Gottesdienst wurde schon seit 1521 in Wittenberg gefeiert.

1546:
Am 18. Februar stirbt Dr. Martin Luther in Eisleben. Er wird am 22. Februar in Wittenberg beigesetzt.