Zum Film: "Die Passion Christi"

Traumrolle Jesus - James Caviezel spielt in «Die Passion Christi» die Hauptrolle

Frankfurt a.M. (epd). «Ich versuche jeden Tag, der beste Mensch zu sein, der ich sein kann,» sagte James Caviezel gelassen bei einem Interview zum Film «Der schmale Grat». Der Ausspruch ist typisch für den Darsteller, der streng katholisch ist und hohe Ansprüche an sein privates wie berufliches Leben zu haben scheint. Ein Ethos, das ihn zur idealen Besetzung des Jesus in Mel Gibsons heiß diskutiertem Film «Die Passion Christi» macht, der am 18. März in Deutschland anläuft.

Angefangen hat seine Karriere mit einer winzigen Rolle in «My Private Idaho», die er nur bekam, weil er die Casting-Direktorin glauben machen konnte, dass er ein kurz zuvor eingewanderter Italiener sei. Seine dunklen Haare und sein Teint könnten dies zwar vermuten lassen, aber sein Nachname (sprich: Kawiesel) stammt aus dem Rätoromanischen. Seine Vorfahren waren irisch und slawisch.

Nachdem der in Mount Vernon im US-Staat Washington aufgewachsene Caviezel seinen Teenagertraum von einer Basketballkarriere wegen einer Sportverletzung begraben musste, begann er sich für die Leinwand zu interessieren. Er zog nach Los Angeles und kam in Produktionen unter wie «Wyatt Earp» (1994), «The Rock» (1996) und «Die Akte Jane» (1997). Nach solider Kleinarbeit bekam Caviezel in Terrence Malicks Kriegsdrama «Der schmale Grat» (1998) erstmals einen tragenden Part. Der von der Kritik gelobte Film ebnete ihm den Weg ins Hauptfach. So spielt er in «Frequency» (2000) neben Dennis Quaid einen Polizisten.

Ein Jahr später rettet Caviezel in «Angel Eyes» einer von Jennifer Lopez gespielten Polizistin das Leben - in der Rolle eines tragischen, mysteriösen jungen Mannes, der unter Amnesie leidet. In historischer Montur machte er in der Dumas-Verfilmung «Der Graf von Monte Christo«(2002) auf sich aufmerksam. Im Labyrinth der Identitäten gefangen, spielte Caviezel schließlich in «High Crimes» (2002) den Ex-Offizier Tom Kubik, der sich vor Gericht für ein 15 Jahre zurückliegendes Massaker in El Salvador verantworten soll. Seine Ehefrau (Ashley Judd) möchte als Anwältin seinen Fall vertreten, weiß jedoch bald selbst nicht mehr, wer ihr Ehemann eigentlich ist, und was er möglicherweise verbrochen hat.

Auch in seinen jüngsten Filmen, in «I am David», «The Highwayman» (beide 2003) und «The Final Cut», einem auf der diesjährigen Berlinale gezeigten Science-Fiction-Film, setzt er sich mit Themen wie Identitätssuche, Schuld und Sühne auseinander. Ein Motivkomplex, der seine ganze Karriere durchzieht und auch in seiner Rolle als Jesus aufgegriffen wird. In seinen Rollen beharrt er auf unverrückbaren moralischen Ansprüchen, Sex-Szenen lehnt er ab.

In diesen Tagen hat der 35-Jährige so viel Medienaufmerksamkeit bekommen wie nie zuvor. Immer wieder muss er Stellung beziehen und die Gewalt rechtfertigen, die Gibson als filmisches Mittel in seiner «Passion» einsetzt. Die Rolle des Jesus ist Caviezel eine Herzensangelegenheit geblieben, und er hofft, mit der schonungslosen Darstellung der Kreuzigung vor allem die junge Generation wachzurütteln. Er besteht auf der Notwendigkeit, seinen Glauben kompromisslos zu leben: "Wenn der Katholizismus nichts für dich ist, na, dann mach halt was anderes, es ist deine Entscheidung. Aber wenn du sagst, dass du Katholik bist, dann leb auch so!"

 Autorin: Friederike Gralle (epd)



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