ZDF: 37° - Leben im Chaos. Wenn Ordnung keine Chance hat

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Georg ist Versicherungsmakler. Im Umgang mit den Kunden ist er kompetent und souverän. Doch sobald er zu Hause seine Wohnungstür öffnet, empfängt ihn das große Chaos - dabei sehnt er sich nach einer schönen Wohnung. Alleine schafft Georg keine Ordnung. Er hofft auf Unterstützung durch eine professionelle Aufräumhilfe.

Chris war 20, als sich die Unordnung nach und nach in das Leben der gelernten Heilerziehungspflegerin schlich. Heute kämpft Chris nicht mehr gegen das Chaos an. Sie ist überzeugt davon, dass sich ihre Wohnung und ihr Leben erst dann ordnen werden, wenn sich in ihrem Inneren etwas verändert. Dafür muss sie aber bereit sein, mit "ihren Leichen im Keller" in Kontakt zu kommen. Chris sucht Heilung in der Psychotherapie.

Eva handelt wie ein Logistikunternehmen. Um das Chaos zu Hause im Griff zu behalten, mietet sie immer weiter Lagerräume an. Seit Jahren hortet sie dort alles, was sie nicht wegwerfen kann. Inzwischen gelingt es Eva leichter, sich von Dingen zu trennen; dies hängt damit zusammen, dass sie sich einen lang ersehnten Traum verwirklicht hat.
Eva, Chris und Georg sind drei von geschätzten zwei Millionen Menschen in Deutschland mit dem Messie-Syndrom. Sie kämpfen mit einem Problem, das sie vor anderen sorgsam hinter ihren Türen verbergen.

In der Reportage von Mechthild Gaßner geben sie nicht nur Einblick in ihre Wohnungen - sie lassen den Zuschauer auch eindringlich teilnehmen an ihrem Kampf gegen das Chaos, an ihren individuellen Lösungsstrategien, Schwierigkeiten und Bedingtheiten ihres Lebens. Hierbei wird deutlich, dass sich hinter dem äußeren Chaos meist massive Ängste und Blockaden verbergen - eine Erfahrung, die auch Partner und Angehörige von Messies hilflos zurück lässt. So unterschiedlich die Protagonisten des Filmes auch sind, eines aber ist es, was sie eint - sie alle versuchen ihren individuellen Weg aus dem Chaos zu finden.

Vor genau 15 Jahren, am 01. November 1994 startete das ZDF seine Dokumentationsreihe "37 Grad". Mechthild Gaßner greift mit "Leben im Chaos" ein Thema auf, das schon einmal Thema der beliebten Reihe war. Am 12. Januar 1999 hatte Sibylle Trost unter dem Titel "Wo Saubermänner machtlos sind - Deutsche im Müll" erstmals über das Messie-Phänomen berichtet. Der Erfolg und die große Resonanz dieses Filmes führten dazu, dass das Messie-Syndrom bei dem damaligen Protagonisten als Krankheit anerkannt wurde.

Zehn Jahre später gibt es immer noch kein ausreichendes Wissen, keine eindeutige Einordnung als Krankheit und keinen einheitlichen Therapieansatz. Die Aktualität der Problematik ist geblieben, wie der Film von Mechthild Gaßner "Leben im Chaos" zeigt.

Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der Reihe "37º" strahlt das ZDF ab 00:35 Uhr eine "Lange 37 Grad Nacht" mit sechs Folgen aus.

ZDF, 3. November 2009, 22:15 – 22:45 Uhr

37° - Leben im Chaos. Wenn Ordnung keine Chance hat



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