Ulrich Fischer, Jauchzet, frohlocket. Die frohe Botschaft des Weihnachtsoratoriums

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Es ist die immer alte Geschichte in den Weihnachtstagen. Aus der Stereoanlage erklingen fünf kräftige Paukenschläge und der Sohn stöhnt auf: „Nicht das wieder, das dauert immer so lang.“ Aber einmal in der Weihnachtszeit muss es sein – in der Aufnahme von Helmuth Rilling – in voller Länge und Lautstärke, die der von guter Rockmusik nahe kommt. „Jauchzet, frohlocket“ erklingt. Der erste Choral aus der ersten Kantate des Weihnachtsoratoriums. Ohne diese Klänge kann es nicht Weihnachten werden.

So wundert es wenig, dass alljährlich festgestellt wird, dass das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach die beliebteste und bekannteste geistliche Musik ist. Kaum ein größere Stadt, in der die Choräle aus der musikalischen Umsetzung der Weihnachtsgeschichte in sechs Teilen nicht in irgendeiner Kirche oder irgendeinem Konzertsaal aufgeführt wird. Der frühere Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, hat einmal zählen lassen, wie oft das Oratorium allein in Berlin aufgeführt wird und kam auf eine unfassbar hohe Zahl: An Weihnachten funktionieren Hitlisten einfach anders.

Der badische Landesbischof Ulrich Fischer hat nun für alle, die sich das Weihnachtsoratorium zu Hause an der Stereoanlage anhören, eine kleine, aber lesenswerte Gebrauchsanweisung veröffentlicht. Auch wenn das Weihnachtsoratorium letztendlich davon lebt, gesungene Verkündigung in einer Predigt zu sein und der große Meister musikalischer Predigt sich sicher nicht vorstellen konnte, dass Menschen zu Hause gemütlich im Sessel sitzend seiner Musik lauschen, ist das Buch eine Unterstützung für all die, die gerade dann, wenn das Weihnachtsoratorium in ihrer Stadt aufgeführt wird, keine Zeit haben, auch weil darin der Text des Oratoriums zum Nachlesen mit abgedruckt ist.

Edition chrismon, Frankfurt 2009, 96 Seiten, Leinen mit Banderole und Lesebändchen, 13 cm x 18 cm, 12 Euro

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